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Grassauer Gemeindezeitung
Ausgabe 21/2024
Das Rathaus berichtet
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Schutz gegen Nässe und Kälte an Grassaus Schule?

Die Übergänge der Musikschule sollen gegen Wind und Wetter gerüstet werden.

Von Ludwig Flug

Erneut stand die Sanierung und Erweiterung der Grund- und Mittelschule Grassau in der jüngsten Gemeinderatssitzung auf der Tagesordnung. Das Augenmerk lag auf den beiden Übergängen über Stege zwischen dem Schulgebäude und dem Musikschulgebäude. Bürgermeister Stefan Kattari führte in die Problematik ein.

Beide Übergänge haben Bedeutung im Brandschutz, da sie zweite Rettungswege eröffnen. Zugleich erschließen sie von der Musikschule aus über den unteren Weg einen Raum für die Musikschule. Der obere führt in den Probenraum der Marktkapelle Grassau. Im jetzigen Zustand würden die Nutzer der Stege im Freien gehen. Für den Musikschulraum ist das problematisch, da er klein dimensioniert ist. Seine Tür führt unmittelbar nach draußen auf den Steg. Gerade in den Wintermonaten sei das problematisch, weil Nässe und Kälte in den kleinen Raum dringen. Wenn 50 bis 60 Musikanten zur Probe in den Probenraum kommen, fehlt auch dort so etwas wie ein Windfang, denkt der Bürgermeister.

Mit Glasfront verkleiden

Diplom-Ingenieur Simon Bauer von der Planungsgruppe Strasser beschreibt den Ist-Zustand. Die Stege sind von der parallel verlaufenden Hauswand ungefähr einen halben Meter abgesetzt. Das wurde so angelegt, weil der obere Steg unmittelbar vor den Fenstern verläuft. Simon Bauer erläuterte weiter, dass geplant ist, das Dach des parallel verlaufenden Schulgebäudes über den Steg zu ziehen, damit es dort trocken bleibt. Zwei Varianten für einen Wind- und Wetterschutz berechnete die Planungsgruppe Strasser. Von der ersten Variante gibt es zwei Versionen. Um den Übergang innerhalb des Gebäudes zu ermöglichen, dachten die Planungsgruppe Strasser und die Gemeindeverwaltung darüber nach, die Stege außen mit einer Glasfront zu verkleiden. Der Zwischenraum zwischen Steg und parallel verlaufender Hauswand soll geschlossen werden. Vor der Glasfront sollen Holzlamellen – bereits beschlossen – den optischen Eindruck der Fassade verbessern. Um die Glasfront am Steg zu befestigen, ist es erforderlich, die Stege zu ertüchtigen und deren Tragfähigkeit zu erhöhen. Diese Variante würde 170.000 Euro brutto zu Buche schlagen. Würde die Glaskonstruktion auf eigene Fundamente vor die bestehenden Stege gesetzt, würde das sogar 171.000 Euro brutto kosten. In der zweiten Variante würden nur wenige Meter des Steges am Schulhaus verkleidet. Dafür würde deren Statik ausreichen. Der so entstandene verkleidete Raum würde durch eine Tür auf dem Steg abgeschlossen, sodass auf beiden Stegen am Schulgebäude ein Windfang entsteht. Für diese Variante nimmt die Planungsgruppe 100.000 Euro an Kosten an. Auf Nachfrage erklärte Bürgermeister Kattari, dass die Stege ihren Sinn machen. Die beiden Räume im Schulhaus können von der Musikschule genutzt werden, ohne dass sich fremde Personen während oder außerhalb des Schulbetriebs im Schulhaus aufhalten. Er erwartet eine fleißige Nutzung der Räume im Schulhaus. Auch wenn man den oberen Raum als Probenraum der Marktkapelle bezeichne, werde er tatsächlich auch von Musikschülern, Schulchören und eben der Marktkapelle intensiv genutzt.

Mehrere Wortmeldungen aus den Reihen der Gemeinräte zeigten alle in eine Richtung: Die Variante zwei mit den Windfängen auf den Stegen würde die Situation verbessern. Das wäre eine gelungene Lösung. Ohnehin würden Personen auf dem Weg in die beiden Räume von draußen kommen. Das kurze Stück überdachten Weges im Freien zu gehen, sei zumutbar. Mit deutlich geringeren Kosten sei die Variante zwei eine gelungene Lösung. Sie sei günstiger und werde den Interessen der Musikschule gerecht. Der Gemeinderat beschloss einstimmig, die Variante zwei mit den Windfängen auf den Stegen umzusetzen.

Im gleichen Zusammenhang stand die Ausstattung des Probenraumes zur Diskussion. Über drei Elemente wünschte sich Bürgermeister Kattari eine Aussprache. Akustikpaneele könnten die Raumakustik des Musikprobenraumes verbessern, beschreibt Simon Bauer. Die bisherigen Berechnungen lassen bereits jetzt auf eine gute Akustik hoffen. Akustikpaneele könnten bei Bedarf auch später nachgerüstet werden. Podeste, die drei Ebenen für die Musikanten der Marktkapelle schaffen, könnten die Sichtbarkeit untereinander und die Akustik verbessern. Es wäre Raum für eine Theke oder Küchenzeile.

Küchenzeile für den Zusammenhalt

Auf Nachfrage an den Zuhörer und Musikschulleiter Wolfgang Diem, ehemals Dirigent der Marktkapelle, würde die Theke Sinn machen. Das würde den Zusammenhalt und das Miteinander stärken. „Die jungen Musikanten gehen nicht zum Wirt, wenn die Probe endet.“

Bürgermeister Kattari freut sich über ein Angebot der Marktkapelle, sich an den Ausstattungskosten namhaft zu beteiligen.

Der Gemeinderat beschloss einstimmig die Ausstattung mit den Podesten. Für die Akustikpaneele sah er derzeit keinen Bedarf. Ob Theke oder nicht, das solle mit der Marktkapelle abgestimmt und von der selbst angegangen werden.