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Grassauer Gemeindezeitung
Ausgabe 21/2025
Das Rathaus berichtet
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Das Rathaus berichtet

Noch keine Kostendeckung in Grassau erreicht

Auf dem Parkplatz neben der Sparkasse wartet das Carsharing-Fahrzeug, ein Elektro-Auto, auf Nutzung. Der Parkplatz ist gut gekennzeichnet und die Nutzung auch mittels einer App sehr einfach. Eine Vorab-Registrierung, vor allem, um einen gültigen Führerschein zu verifizieren, ist notwendig. Das Car-Sharing-Projekt, gestartet im November 2023, stand nun in der letzten Marktgemeinderatssitzung auf dem Prüfstand. Das Projekt wird voraussichtlich bis Ende 2027 fortgeführt.

Eingangs informierte Bürgermeister Stefan Kattari über das Projekt, das in Kooperation mit dem Ökomodell Achental, dem Amt für ländliche Entwicklung Oberbayern und der Kreissparkasse im November 2023 startete. Schon damals war allen bewusst, dass es bis zur Wirtschaftlichkeit eines solchen Projekts dauern werde. Die Gemeinde habe damals das Leasing-Fahrzeug geordert, den Stellplatz wie auch die Ladeinfrastruktur eingerichtet. Der Leasing- Vertrag läuft noch bis Juli 2026. Der laufende Betrieb, so informierte Kattari, obliegt der Firma „überall GmbH“ aus Prien. Anhand von Graphiken zeigte der Rathauschef die monatlichen Buchungen, Laufleistung des Fahrzeugs und die Nutzungsdauer. Auffällig ist dabei, dass in den Wintermonaten das Fahrzeug nur selten nachgefragt wird, dafür im Herbst verstärkt und vor allem immer wieder der November sehr stark ist. Seit Beginn des Projekts im August 2023 konnten Einnahmen von 7.027 Euro erzielt werden. Dem stehen jedoch Ausgaben von 16.071 Euro gegenüber und damit ein Verlust von knapp 9000 Euro. Werden die Investitionskosten für das Fahrzeug und die Ladeinfrastruktur sowie der Beitrag für Dienstfahrten einbezogen, summiert sich der von der Gemeinde getragene Betrag auf 31.600 Euro. Das Car-Sharing-Auto wurden von Gemeindemitarbeitern für Dienstfahrten genutzt, die in die Rechnung einbezogen wurden. Die Fahrten wären auch ohne Carsharing in Rechnung gestellt worden. Bürgermeister Kattari informierte, dass in der Sitzung des Vereins Ökomodell Achental beschlossen wurde, das E-Carsharing-Angebot bis Ende 2027 fortzuführen. Danach solle es neu bewertet werden. Mittlerweile werden Car-SharingFahrzeuge über das Ökomodell bereits in Übersee, Unterwössen, Grabenstätt und Grassau angeboten und in Marquartstein kann sogar ein Bus für sieben Personen gebucht werden. Ab November diesen Jahres trägt das Ökomodell die Kosten für den laufenden Betrieb. Beim Markt Grassau verbleiben die Leasingkosten. Der Leasingvertrag endet im Juli 2026, die Projektphase erst Ende 2027. Laut Kattari sei im ersten Halbjahr 2026 vom Gremium zu entscheiden, ob der Leasingvertrag verlängert oder das Auto abgelöst werde. Informiert wurde, dass das Fahrzeug vom ehrenamtlichen Fahrdienst des Agenda-Arbeitskreises Familie und Senioren genutzt wird. Jeden Donnerstag ist der Fahrdienst unterwegs, um Senioren vom Seniorenheim ins Zentrum zum Einkaufen oder für Erledigungen zu chauffieren. Aus dem Gremium wurde auf den Nutzen des Projekts, vor allem als Alternative zum Zweitfahrzeug in einer Familie, oder für gelegentliche Fahrten hingewiesen. Als positiv bewertet wurde auch der einfache Zugang über die App. Kritisch betrachtet wurde, dass immer noch keine Kostendeckung erreicht werden kann. Die anfänglichen Erwartungen hinsichtlich Anzahl der Nutzer und Nutzungszeiten wurden noch nicht erreicht. Vor einer Beratung über die Fortführung des Leasingvertrags sollten weitere Informationen hinsichtlich Nutzer und Nutzungsverhalten eingeholt sowie die Nachbargemeinden hinsichtlich ihrer Erfahrungen befragt werden. Dann könne auch entschieden werden, ob eventuell ein Fahrzeugtypwechsel mehr Resonanz verspricht. Schließlich verwies Kattari noch auf das weitere Projekt Rufbus Traudl, das im kommenden Jahr starten soll und eventuell Einfluss auf das Car-Sharingprojekt nehmen könnte. Eine Beschlussfassung hierzu erfolgte nicht. tb