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Grassauer Gemeindezeitung
Ausgabe 22/2023
Agenda 21
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Die Zukunft braucht Taten“

Luftballonaktion vom Agenda-Auftakt 2003

Für ihr Engagement überreichte Bürgermeister Stefan Kattari (rechts) Blumen an (von links) Brigitte Rohrmeyer, Rita Laxganger und Barbara Münz- Seidl.

Agenda 21 feiert 20-jähriges Jubiläum

Vor 20 Jahren wurde die Agenda 21 Bewegung in Grassau gegründet und sie kann eine erstaunliche Bilanz vorweisen. Jetzt gab es ein großes Treffen aller Aktiven und Ehemaligen.

Zum Jubiläum trafen sich die aktiven und ehemaligen Mitwirkenden der Agenda-Arbeitskreise, feierten gemeinsam und erinnerten sich an die großen Erfolge dieser Bürger-für-Bürger-Bewegung. Brigitte Rohrmeyer und Rita Laxganger ließen den Werdegang der Agenda 21 Revue passieren.

Ursprung ist der Klimagipfel in Rio

„20 Jahre sind eine lange Zeit und wir haben uns bemüht, alle Beteiligten ausfindig zu machen“, so leitete Bürgermeister Stefan Kattari den Festabend ein. Die Agenda 21 geht auf den Umwelt- und Klimaschutzgipfel von 1992 in Rio de Janeiro zurück. Damals unterzeichneten 178 Staaten das Abschlussdokument der Nachhaltigkeit. Eine kommunale Agenda anzustoßen, wurde erstmals 1997 vom Marktgemeinderat beschlossen. Olaf Gruß und Klaus Gluth nahmen sich dem Erstellen eines Leitbildes und Maßnahmenkatalogs zur Einleitung des Agenda-Prozesses an. Im Oktober 2002 wurde die neue Verwaltungsangestellte Brigitte Rohrmeyer mit der Aufgabe betraut, als Verbindungsperson zwischen Rathaus und Agenda 21 zu fungieren. Es folge 2003 ein weiterer Beschluss, der allen Bürgern die Möglichkeit eröffnen sollte, die Gemeinde mitzugestalten. Dies war der Startschuss der lokalen Agenda-21- Bewegung in Grassau.

Kattari betonte, dass die Agenda-21-Arbeitskreise immer noch aktiv sind, in der Gemeindezeitung auf Treffen und Ansprechpartner aufmerksam gemacht werde. Der Leitspruch „Die Zukunft braucht Taten“, der damals auf die Fahne geschrieben wurde, gelte noch heute, so Kattari.

Einen detaillierten Rückblick auf 20 Jahre Agenda-21-Prozess gab Brigitte Rohrmeyer aus Sicht der Gemeindeverwaltung. Nach dem Gemeinderatsbeschluss im Januar 2003 wurden Beiräte benannt. Marktgemeinderatsmitglieder sowie Bürger, die von Anfang an den Prozess begleiteten, waren Angelika Drost, Rita Laxganger, Frank Vogel und Peter von Rönne, der den Vorsitz übernahm. Es wurde ein Agenda Beirat gegründet, der 2003 elf Mal tagte. Aus den Beiratssitzungen wurde dann die jährliche Forumssitzung, bei welcher Projekte vorgestellt, Fördermittel abgefragt und genehmigt wurden. Gut erinnern konnte sich Brigitte Rohrmeyer an den Ballonflugwettbewerb beim Georgi-Markt 2003 sowie an die Auftaktveranstaltung im Heftersaal mit Hinweistafeln zu verschiedenen Arbeitskreisen. Die Schule beteiligte sich mit über 40 Plakaten, gemalt von Schülern, zum Thema Agenda. Gegründet wurden die Arbeitskreise: Erneuerbare Energien, Wirtschaft und Tourismus, Ortsgestaltung und Verkehr, Jugend,Familie und Senioren, Gewässerschutz/Landwirtschaft und Umwelt, Kultur, Geschichte, Literatur und, Kinder- und Jugendtheater sowie Kunst. Was fehlte, war ein Logo und hierfür wurde ein Wettbewerb ausgelobt. Unter 400 Entwürfen gefiel das Logo von Alois Münich im Jahr 2004 am besten. Weitere Aktivitäten mit Außenwirkung waren unter anderem „Kunstschmankerl im Heftersaal“ organisiert vom Kunstkreis und das Kabarett mit Toni Tanner „Leben eben“. 2006 wurde die Forumsleitung, die Peter von Rönne oblag, an Rita Laxganger und Bärbel Straub übergeben und 2007 folgte ein Kalender zum Thema „Warum ist es in Grassau schön“.

Viele Aktivitäten der Arbeitskreise

Rita Laxganger, eine der stärksten Verfechterinnen des Agenda-21-Prozesses, Forumsvorsitzende und selbst in verschiedenen Arbeitskreisen aktiv, blickte auf die Erfolge zurück. Der Arbeitskreis „Erneuerbare Energien“ habe eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Schulgebäudes angeregt, die Stromgewinnung einerseits durch Wasserkraft am Klaushäusl und anderseits mit Turbinen geprüft. Er habe sich um den Ausbau der Photovoltaik gekümmert. Sehr aktiv war laut Laxganger auch der Arbeitskreis Ortsgestaltung und Verkehr.

Roland Amstädter habe die Beschilderung der Wander- und Radwege insbesondere nach Übersee übernommen und habe immer wieder nach der Radwegeverbindung zwischen Grassau und Übersee gefragt. Auch ein Tempolimit am Museum Klaushäusl sei ein Anliegen des Arbeitskreises gewesen, ebenso wie die Beleuchtung der Schnappenkirche und die Verlegung der Bushaltestelle in Brandstätt und letztlich der Fußweg vom Seniorenzentrum zum Reifinger See.

Dem Arbeitskreis Wirtschaft und Tourismus sei es zweimal gelungen, einen „Tag der Betriebe“ zu organisieren. Das Interesse, so Rita Laxganger, sei sehr groß gewesen. Auch eine Umfrage nach einem Dorfladen in Mietenkam sei organisiert worden. Zudem habe der Arbeitskreis eine Tourismusumfrage ausgearbeitet. Mit der Aktion „Was wäre wenn“ mit dem Verhüllen der Schaufenster in Grassau habe er auf möglichen Leerstand und die notwendige Unterstützung der Ladengeschäfte hingewiesen.

Sehr aktiv zeigte sich Laxganger zufolge der Arbeitskreis Kunst mit vielen Veranstaltungen. Sie erwähnte besonders die Leistungen von Frank Vogel und Bärbel Straub, erinnerte an die Kunstschmankerl sowie an die Großveranstaltungen „Kunst im Park“ 2006 und 2007. Ein Jahr später sei die Kunstmeile mit Ausstellungen in den Schaufenstern gefolgt.

Laxganger führte weiter aus, dass der Agenda-Arbeitskreis Kultur geteilt worden sei: in Geschichte, die seither Olaf Gruß mit vielen Ausstellungen und Artikeln gestaltet hat, in Literatur, organisiert von Uta Grabmüller mit Kursen in Literatur, Theaterprojekten und Seminaren, und schließlich in Jugend- und Kindertheater. Große Erfolge habe das Kindertheater mit Angelika Drost, Susanne Speckbacher, Monika Sailer, Brigitte Rohrmeyer und Annette Grimm gefeiert. Ausgezeichnet mit dem Jugendförderpreis der Gemeinde habe das Jugendtheater sechs Stücke auf die Bühne gebracht, stets umjubelt vom Publikum.

Ein breites Spektrum habe der Arbeitskreis „Jugend, Familie und Senioren“ abgedeckt, so Laxganger weiter. Organisiert worden seien viele Vorträge zu unterschiedlichen Themen – und auch, gemeinsam mit den Aktivsenioren, simulierte Bewerbungsgespräche mit den Schulabgängern. Zudem habe sich der Arbeitskreis bei der Neugestaltung des Kurparks wie auch des Reifinger Badesees eingebracht.

Auch 20 Jahre nach der Einleitung des Agenda-21-Prozesses engagieren sich Bürger ehrenamtlich für ein nachhaltiges Leben. Aktiv sind die Arbeitskreise Erneuerbare Energien und klimafreundliches Leben mit Ansprechpartner Sebastian Noichl, Kunst mit Helmut Bielenski und Bärbel Straub, Geschichte mit Olaf Gruß, Ortsgestaltung, Wirtschaft, Tourismus und Verkehr mit Roland Amstädter sowie Kultur mit Gerhard Waschin. Neu gegründet worden ist der Arbeitskreis Nachhaltige Mobilität mit Peter von Rönne. Im Rathaus in Grassau zuständig für den Agenda-Prozess ist seit 2017 Margarete Kastner.

tb