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Grassauer Gemeindezeitung
Ausgabe 23/2025
Das Rathaus berichtet
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Das Rathaus berichtet

Die ehemaligen und aktiven Bürgermeister von Grassau.

Der Festausschuss "900 Jahre Grassau"

Die aktiven und ehemaligen Marktgemeinderäte.

Altbürgermeister Rudi Jantke (links) bekommt die goldene Ehrennadel von 2. Bürgermeisterin Daniela Ludwig angesteckt.

Festkomitee, ehemalige und amtierende Gemeinderäte geehrt

„Ein Dorfjubiläum ist schon etwas besonderes. Wir wollen deshalb alle würdigen, die politische Verantwortung getragen haben oder tragen“, betonte Bürgermeister Stefan Kattari beim Ehrenabend im Gasthof Sperrer. Eingeladen waren die Mitglieder des Festkomitees sowie die ausgeschiedenen Mandatsträger von 1966 bis 2020 sowie die amtierenden Marktgemeinderätinnen und -räte. Ihr ehrenamtliches Engagement zum Wohle der Gemeinde wurde mit einer vergoldeten Anstecknadel gewürdigt und die Mitglieder des Festkomitees mit einer silbernen Nadel ausgezeichnet.

Groß war die Freude, dass so viele ehemalige Mandatsträger, darunter auch Altbürgermeister Rudi Jantke, zum Ehrenabend erschienen sind, um gemeinsam zu feiern. Und gefeiert wurde in diesem Jahr viel, wie Bürgermeister Kattari erinnerte. 2025 ist das Jahr der großen Jubiläen, denn vor 900 Jahren wurde Grassau zum ersten Mal urkundlich erwähnt, die Markterhebung jährt sich zum 60. Mal, die Musikschule wird 50 Jahre, Gemeindepartnerschaft zu Raschau wie auch das Museum Klaushäusl werden 30 Jahre und viele Ortsvereine feiern runde Geburtstage. Dies wurde ausführlich und mit dem Kulturfest Ende Juni gefeiert, an dem sich viele Ortsvereine beteiligt haben. Gekrönt wird das Jubiläum noch mit einer Silvesterparty, die gerade vom Festkomitee vorbereitet wird.

Da ohne Ehrenamt vieles nicht möglich wäre, sollen auch alle, die politische Verantwortung getragen haben, geehrt werden. An erster Stelle nannte Kattari Altbürgermeister Raimund Schupfner, der krankheitsbedingt nicht anwesend sein konnte. Er war ab 1984 Marktgemeinderat und wurde 1986 zum ersten Bürgermeister gewählt. Wichtige Errungenschaften fallen in seine 16jährige Amtszeit, wie der Anschluss Rottaus an das Kanalnetz, Eröffnung des Klaushäusls, Neubauten der Polizeiinspektion, Feuerwehrhaus und Kindergarten Sankt Irmingard, Jugendtreff und das Asylbewerberheim nahm Betrieb auf. Er bereitete zudem die Ortskernsanierung vor und auch der Kauf des Hefteranwesens fiel in seine Amtszeit. Auf 30 Jahre kommunalpolitisches Engagement kommt Altbürgermeister Rudi Jantke, der zwölf Jahre als Marktgemeinderat und 18 Jahre als Bürgermeister tätig war. Zahllose ortsprägende Projekte wurden begonnen und erfolgreich durchgeführt und abgeschlossen. Als Beispiele nannte Kattari die Ortskernsanierungen in Grassau, Rottau und Mietenkam, den neuen Wasserhochbehälter, Umbau und Sanierung des alten Pfarrhofs, Bau von BRK-Gebäude am Birkenweg, Veranstaltungssaal und Dorfladen in Mietenkam, Reifinger Badesee, Biomasseheizwerk, Errichtung Musikschulgebäude, Chronikprojekt, Aufbau der Mittagsbetreuung, Umbau Gasthof zur Post. Vorbereitet wurden Schulhaussanierung, Feuerwehrhaus Rottau, Kindergarten Gänsbachstraße.

Ehemalige Marktgemeinderäte der Wahlperioden geehrt

Kattari begann mit der Wahlperiode 1966-1972 und Bürgermeister Hans Steiner (verstorben April 2005). Er erinnerte an die Körting-Werke mit nahezu 2000 Angestellten, an den Ausbau der Kanalisation, an die Straßenbeleuchtung und an das Anlegen von Gehsteigen und die Errichtung der alten Turnhalle. 1972 wurde der neue Schultrakt eingeweiht und Rottau eingemeindet. 1974 wurde Konrad Strehhuber (verstorben Mai 2014) zum Bürgermeister gewählt und erstmals war mit Hilde Normann auch eine Frau im Gemeinderat. Verstärkt forciert wurden damals Wohnungs- und Straßenbau, die Großkläranlage im Erlach und die Erweiterung des Sportzentrums. Zudem wurde die Musikschule gegründet. 1978 meldete Körting erstmals Insolvenz an. Meilensteine in der 2. Amtsperiode von Konrad Strehhuber 1978 bis 1984 waren die endgültige Insolvenz der Körting Gorenje sowie ein neuer Flächennutzungsplan. Die zweite Turnhalle wird gebaut und in Rottau die Tennisanlagen anstelle des im Eingemeindungsvertrags festgelegten Freibads errichtet. Mathias Hörterer scheidet nach 18 Jahren als Marktgemeinderat aus. 1986 wurde Raimund Schupfner zum Bürgermeister gewählt. Kattari erinnerte an die Eröffnung des sanierten Heftersaals, an die Ansiedlung von Katek und Schoeller. Viele der Anwesenden konnten sich auch noch an den Umbau des Rathauses erinnern und die Einrichtung des Sitzungssaals. Nach 18 Jahren als Marktgemeinderat schied Josef Kaindl aus und mit ihm Dr. Manfred Huber nach zwölf Jahren sowie Hans Kotlowske und Dr. August Trimpl sen. Viel war auch in der Zeit zwischen 1990 und 1996 los, mit dem Bau des neuen Feuerwehrhauses und dem Kauf des Hefteranwesens. Nach zwölf Jahren scheidet dritter Bürgermeister Erich Zenz aus und auch Claus Ritzer verlässt den Rat. In der Wahlperiode 1996 bis 2002 entstehen die ersten Gewerbeparzellen in Eichelreuth und Lidl kommt nach Grassau. Die Schule wird erweitert und die Ortskernsanierung beginnt. Am Ende der Periode verlassen viele Räte das Gremium, darunter Margarete Huber (12 Jahre), Katharina Gruber-Heuberger (6 Jahre), Matthias Hofmann (12 Jahre), Stefan Kattari sen. (13 Jahre – Träger Bürgermedaille), Manfred Widmayr (12 Jahre), Viktor Gruber sen. (6 Jahre), Josef Schranzhofer (6 Jahre) und Klaus Zeisberger (6 Jahre).

Ab 2002 stand Rudi Jantke der Gemeinde als Bürgermeister vor. Die Renovierung des Doktorhauses, Sanierung der Pfarrkirche, Bau des neuen Penny-Markts, Markt- und Standortanalyse fallen in diese Zeit. Drei Marktgemeinderäte und eine -rätin Petra Bämayr (6 Jahre), Dr. Armin Dietrich (6 Jahre) und Sylvester Fuchs (6 Jahre) sowie nach 30 Jahren Bürgermedaillenträger Fritz Seibold verabschieden sich aus dem Marktgemeinderat. Besonders viele Räte verlassen in der nächsten Periode von 2008 bis 2014 das Gremium: Christa Summerer (12 Jahre, 3. Bürgermeisterin), Susanne Speckbacher (12 Jahre), Mechthild Faller-Obermeier (6 Jahre), Christiane Lindlacher (4 Jahre), Josef Sichler (30 Jahre), Xaver Schreiner (18 Jahre), Josef Grießenböck sen. (18 Jahre, 2. Bürgermeister), Otto Hofer, Hans Münch (12 Jahre), Hans Jawurek (6 Jahre). Nach der Wahlperiode 2014 bis 2020 verlassen fünf Räte das Gremium, darunter 1. Bürgermeister Rudi Jantke (18 Jahre Bürgermeister und 12 Jahre Marktgemeinderat), 2. Bürgermeisterin Doris Noichl (12 Jahre), Herbert Gschöderer (18 Jahre), Michael Strehhuber (16 Jahre), Alfred Körner (8 Jahre) und Christian Buchner (6 Jahre).

Geehrt wurden auch die amtierenden Räte, sowie Mehdi Akbari, der den Rat 2022 nach zwölf Jahren verließ und sein Mandat an Achim Stümpfl übergab. Bereits seit vier Wahlperioden im Amt sind Manfred Huber, 3 Bürgermeister und nun seit 24 Jahren Marktgemeinderat wie auch Werner Haslinger. Seit 30 Jahren ist Dr. Ernst Weindel im Gremium und der am längsten amtierende Marktgemeinderat und gleichzeitig lebendes Archiv ist Olaf Gruß. Er bringt es sogar auf 36 Jahre im Marktgemeinderat. Sie alle wurden ausgezeichnet.

Zudem überreichte Bürgermeister Kattari auch den Mitgliedern des Festkomitees eine Ehrennadel und dankte für die geleistete Arbeit, die vielen Stunden, die für die Organisation verstrichen sind und für die gelungenen Festlichkeiten. In geselliger Runde wurde noch lange über die vergangenen Jahre, über die Entwicklung der Gemeinde in den letzten 60 Jahren aber auch über die Zukunft diskutiert. tb