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Grassauer Gemeindezeitung
Ausgabe 3/2025
Das Rathaus berichtet
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Das Rathaus berichtet - Aus dem Marktgemeinderat

Kulturbeauftragter informierte über Arbeit:

Grassau hat viel zu bieten

Ganz im Zeichen der Kultur stand die jüngste Marktgemeinderatssitzung. Zuerst berichtete Bürgermeister Stefan Kattari über das anstehende Kulturfest, bei welchem 900 Jahre Grassau sowie 60 Jahre Markterhebung gefeiert werden, dann vertiefte dies der Initiator des Kulturfests, Dr. Hans Grabmüller, und informierte über weitere geplante kulturelle Veranstaltungen. Und schließlich gab Caroline Zeisberger einen umfassenden Bericht über die Veranstaltungen, Aktivitäten und Aktionen, die vom Kulturbüro, angegliedert an die Verwaltung, organisiert, koordiniert und initiiert werden.

Zur Kultur gehört auch das geschichtliche Leben. Dieses wurde in den Chronikbänden der Gemeinde erforscht. Grabmüller berichtete, dass nach dem 12. Band die Darlegung der Ortsgeschichte abgeschlossen war und doch noch so viel Erwähnenswertes keinen Platz gefunden habe. Somit wurde beschlossen, die Reihe mit kleinen Broschüren, den Heften zur Marktgeschichte, fortzuschreiben. Zwei dieser Hefte wurden bereits veröffentlicht. Das erste zur Geologie der Region von Robert Darga und das zweite zur Geschichte des Ortsteils Viehhausen, geschrieben von Uta Grabmüller. Das dritte Heft über die Geschichte des Grassauer Ostens wird in Kürze in Druck gehen, versprach Grabmüller. Er erinnerte zudem an das neue Konzept der Outdoorgalerie, die 2020 eingeführt wurde und Künstlern die Möglichkeit bietet, Kunstwerke für die Dauer eines Jahres der Öffentlichkeit zu präsentieren. Bislang gebe es nur einen Standort unter der Linde am Hefterparkplatz. Weitere Standorte sollen folgen. Im Zusammenhang mit dem Kulturfest im Juni sei zudem ein Bildhauersymposium geplant, wobei man den Künstlern bei der Arbeit über die Schultern sehen könne. Auch verwies Grabmüller auf die Topothek, die Bilder-Datenbank im Internet. Zweck sei die Speicherung von Dokumenten und historisch relevanten Bildern mit dem Ziel der Rettung dieser Bilddokumente sowie die Bereitstellung dieser für die Öffentlichkeit. 8600 Bilder seien bereits erfasst worden. Grabmüller würdigte Olaf Gruß, der den Großteil dieser Bilder einpflegte.

Auch für die fernere Zukunft hat der Kulturbeauftragte einiges vor. Er betonte, dass es im Grassauer Osten an einem identitätsstiftenden gastronomischen Angebot mangelt. Es sei noch zu früh, Konkretes auch aufgrund der angespannten Haushaltslage zu planen, dennoch sollte man bei den Planungen darauf achten. Ein weiterer Vorschlag Grabmüllers war die Einrichtung einer Artothek, einer Online-Datenbank für Kunstwerke, die für eine bestimmte Dauer gegen Gebühr entliehen werden können. Artotheken sind im Südosten der Republik noch dünn gesät. Eine solche würde das kulturelle Image weiter aufwerten, meinte er. Mit einem großen Lob für die ehrenamtlich geleistete Arbeit an Dr. Grabmüller leitete Bürgermeister Stefan Kattari über zu Caroline Zeisberger, Verantwortliche für das Kulturleben beim Hefter.

Hefter, Mietenkamer Dorfsaal und Kurpark

Kattari bezeichnete Zeisberger als eines der Multitalente der Gemeinde. Sie arbeite seit Jahren auf sehr hohem Niveau und leite zudem auch die Gemeindebücherei. Ihr obliege die kulturelle Verwaltung von Heftersaal, kleinem Saal, Hefterstadel mit Tenne und Gewölbe, Mietenkamer Dorfsaal und nun auch den Kurpark als weiterem Veranstaltungsbereich.

2024 sei ein ganz normales Jahr gewesen. Auf der Heftersaalbühne wurden Veranstaltungen unterschiedlicher Genres angeboten, Orchestermusik, Blasmusik, Bands, Chorkonzerte, Volksmusik, Gastensembles und vieles mehr. „Der Hefter ist für Jung und Alt eine würdige Begegnungsstätte“, betonte Zeisberger und erinnerte, dass das Areal Räume für Bürgerversammlungen, Agenda-Arbeitskreise, Treffen von Vereinen und vieles mehr biete. Hervorragend sei der Stand der Technik mit Beamer im Kleinen wie im Großen Saal. Der Trachtenverein, die Heimatbühne wie auch der Gartenbauverein nutzten die Möglichkeiten des Hefterareals. Brauchtumsfeste wie Preisplatteln oder Frühschoppen werden im Hefterstadel veranstaltet. Das Hefterareal mit Saal, Parkplatz und Stadel werde zudem für Gebrauchtwarenmärkte, Spielzeugmarkt, Kleidermarkt oder als Nachhaltigkeitsmarkt genutzt. Seit zwei Jahren findet auch das jährliche Feuerwehr-Dorffest im August beim Hefter statt.

Gleichfalls technisch gut ausgestattet sei der Mietenkamer Dorfsaal, der sich ebenfalls großer Beliebtheit erfreut. Hier werden an den Wochentagen Gesundheitskurse und Fortbildungen angeboten und die Spielgruppe Achentaler Hüpfer trifft sich wöchentlich. Auch für Familienfeiern werde der Saal gerne gebucht.

Seit Corona kam als weitere Kulturstätte der Kurpark hinzu. Seither finden im Sommer wöchentliche Konzerte sowie „Kino im Park“ statt. Gerade für diese Lokalität biete der Hefter ein „weiteres Zuckerl“, so Zeisberger. Sollte einmal das Wetter nicht mitspielen, könne man in den nur wenige Meter entfernten Hefterstadel ausweichen.

Die Belegung der jüngsten öffentlichen Räume der Gemeinde, zu finden im vierten Stock im Gebäude Bahnhofstraße 108, obliegt ebenfalls dem Kulturbüro. Dieser Bereich werde sowohl von den Kapellen als Probenraum als auch für Tanzstunden genutzt. „Hefter, Kurpark und Mietenkamer Dorfsaal sind weit mehr als Veranstaltungsorte, sie sind Begegnungsstätte, Austausch und Treffen kulturellen Lebens“, betonte sie.

316 Ereignisse gab es im Hefterbereich vergangenes Jahr, darunter waren Konzerte, Theateraufführungen, Schulveranstaltungen, Kindergartenjubiläum, Faschingsveranstaltungen, der Advent im Hefterstadl, Sportveranstaltungen, Kabarettaufführungen und vieles mehr.

Öffentlich verfügbare Räume als Schlüssel

Im Landkreis gebe es Gemeinden, in denen nicht einmal ein einziger öffentlicher Raum zur Verfügung stehe. Dies zeige aber auch, dass öffentlich verfügbare Räume der Schlüssel für ehrenamtliches Engagement sind, betonte Kattari. Die Räte hätten mit dem Kauf des Hefteranwesens eine visionäre Entscheidung getroffen, lobte er. Es brauche aber das Personal, um diese Räume mit Leben zu füllen. „Wir haben Caroline Zeisberger und ihr Team und wir wissen dies zu schätzen“, so Kattari abschließend. tb