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Grassauer Gemeindezeitung
Ausgabe 3/2026
Das Rathaus berichtet
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Das Rathaus berichtet

Tourismus in Grassau weiterhin im Aufwind

Steigende Übernachtungs- und Gästezahlen

Das war ein gutes Jahr für den Grassauer Tourismus, kann im Nachgang 2025 konstatiert werden, denn die Gäste- und Übernachtungszahlen sind gestiegen und erreichten damit das Niveau von der Zeit vor Corona. Neue Wege geht die Tourist-Information (TI) hinsichtlich der Werbung, wobei die sozialen Medien immer wichtiger werden. Einen detaillierten Bericht unterbreitete Tourismusleiter Max Felber in der Tourismus-Ausschusssitzung.

Die Übernachtungen sind zwar nur minimal auf 125.000 gestiegen, dafür kamen mehr Gäste nach Grassau. So konnten 39.000 Gästeankünfte gezählt werden. Dies spiegelt den Trend nach einer kürzeren Aufenthaltsdauer, die im vergangenen Jahr nur mehr bei durchschnittlich 3,2 Tagen, im Vorjahr bei 3,4 Tagen lag. Max Felber bedauerte, dass die Gästebetten seit 2019 weiterhin rückläufig sind. Derzeit stehen 1314 Gästebetten bereit. Erfreulich sei hingegen, dass die Neuvermietung von Ferienwohnungen gut funktioniere und diese hochwertig sind. So könne für eine schöne Ferienwohnung ein Übernachtungspreis von 160 und 180 Euro erzielt werden. Interessant sei, dass die Buchungsumsätze im IRS 18 System um fast 10 Prozent auf knapp eine Million Buchungsansatz stieg.

Von der TI werden drei Kanäle, YouTube, Facebook und Instagram bespielt, wobei Posts und Reels auf Instagram immer mehr werden und eine große Reichweite haben. Im vergangenen Jahr konnten 30 Prozent mehr Follower gewonnen werden. Über 600.000 Impressionen wurden eingeblendet und über 400 eigene und verlinkte Stories gezeigt. In diesem Jahr wird dieser Bereich noch verstärkt. „Schöne Berg- und Seebilder hat jeder. Wir wollen zeigen, was Grassau Besonderes hat“, betonte er. Einzigartiges und Portraits sollen eingeblendet werden. Man möchte verstärkt mit Reels, also Bewegtbildern, arbeiten.

Felber informierte weiter über die Dachmarkenarbeit der Chiemgau Tourismus GmbH, wobei mit einem sich ähnelnden Logo der beteiligten Gemeinden gearbeitet wird, um Synergieeffekte zu nutzen und die Region zu bewerben. Unter dem Motto „Radeln und Wadeln“ bietet die TI derzeit 24 Online- Touren an, die der Besucherlenkung dienen und die ein gutes Angebot darstellen. Wie Felber betonte, werden nur „vernünftige“ Wege mit guten Bedingungen verwendet. Diese 24 Touren wurden bereits 200.000mal heruntergeladen.

Präsent sei die Gemeinde mit ihrem touristischen Angebot auch bei der Urlaubswelt Chiemgau. Wie Felber informierte, gab es vielfältige Onlinemarketingmaßnahmen, gemeinsam mit Chiemgau GmbH sowie einen erfolgreichen Website Relaunch. Der neue Web-Auftritt hat die Hauptzielgruppe Familien mit relevanten Inhalten auf der Hauptseite im Blick. Gedruckt wurden der neue Imageprospekt mit einem Gastgeberverzeichnis als Einlage. Dies zeige die Vielfalt von Vermietungsangeboten im Ort.

Wachsender Beliebtheit erfreut sich die Chiemgau-Karte, die neben kostenloser Nutzung des ÖPNV auch Gutscheine für Seilbahnen, Hallenbäder, Museen sowie Sportangebote in den Gemeinden Ruhpolding, Inzell, Siegsdorf, Bergen und Grassau beinhaltet. Um die 20 Beherbergungsbetriebe bieten derzeit die Karte an. „Da ist noch Luft nach oben“, so Felber, denn auch Gäste fragen gezielt nach der Karte, die pro Person ein Leistungspaket vom umgerechnet 250 Euro pro Woche und Person besitzt. Claudia Hacher, Vermietervertreterin, erkundigte sich, ob auch die Hochplattenbahn zum Leistungsträger gehört. Es wurde nachgefragt, eine Entwicklung sei noch nicht absehbar, erwiderte Felber.

Seit Oktober gibt es nun auch die Kugelbahn am Museum Klaushäusl. Diese Bahn, initiiert vom Tourismusverein Rottau, gehört zum Gesamtkonzept der Aufwertung von Familienwanderungen und soll ein verbindendes Element darstellen. Schöne Bilder liefert die neue Web-Kamera am Reifinger Badesee, die zum See und Spielplatz ausgerichtet ist, den Badebereich verpixelt, um die Privatsphäre zu wahren. Die neuen Infotafeln sind nun auch fertig und werden an elf Standorten im Frühjahr aufgestellt. Rad- und Wanderwege werden dort vorgestellt. Mountainbiketafeln werden nur an zwei Stellen, am Adersberg und an der TI angebracht. Schlechte Nachrichten hatte der Tourismusleiter hinsichtlich des ÖPNV. Leider gebe es keine Gästekartenanerkennung mehr und auch die Ringlinie wird nicht mehr fahren, demzufolge auch kein Bus mehr mit Radlanhänger. Bürgermeister Kattari fügte an, dass es dem Landratsamt gelungen sei, drei RVO-Linien so zu gestalten, dass diese den Chiemsee gut getaktet umrunden. Prien sei dabei der Anknüpfungspunkt.

Letztlich blickte der Tourismus-Ausschuss auch auf den Haushalt, der in die gemeindliche Haushaltsberatung aufgenommen wird. Bürgermeister Stefan Kattari freute es, dass das Defizit, das in den letzten Jahren bei 150.000 Euro lag, deutlich auf 105.000 Euro gesunken sei. Max Felber zeigte auf, dass tarifliche Gehaltsentwicklungen eingerechnet wurden. Der Fremdenverkehrsbeitrag werde steigen. Dringend müsse an der Fassade der Touris-Info gearbeitet werden. Neben einem neuen Anstrich müssen teilweise Fensterstöcke erneuert oder aufbereitet werden. Investiert werden soll auch in den Spielplatz am Moor-Erlebnisweg. Ein Ersatz für die Spielburg am Biberberg, am Eingang des Erlebnisweges, werde benötigt. Auch ein Kleinkinderspielgerät wäre wünschenswert. Dieser Spielplatz wurde mit 95.000 Euro veranschlagt. Tom Hagl begrüßte zwar einen Spielplatz, jedoch nicht in dieser Größenordnung. Man solle dies mit Maß und Ziel angehen. Bürgermeister Kattari schlug vor, den Betrag zu halbieren. Dem konnten sich die Ausschussmitglieder anschließen. Laut Haushaltsplanvorschlag würden sich die Ausgaben auf 650.000 und die Einnahmen auf 545.000 Euro belaufen. Die Differenz von 105.000 Euro muss die Gemeinde tragen. Im Vermögenshaushalt werden weitere 57.000 Euro für Investitionen benötigt. tb