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Grassauer Gemeindezeitung
Ausgabe 4/2023
Agenda 21
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Carsharing-Projekt geht in die nächste Runde

Viele Aufgaben für den Arbeitskreis – Hilfe der Gemeinde zugesichert

Der Arbeitskreis „Nachhaltige Mobilität“ setzt aufgrund der großen Resonanz sein Projekt Carsharing mit ganzer Kraft fort. In der sehr gut besuchten Auftaktveranstaltung mit dem Titel „Wir starten“ gelang es den Initiatoren, weitere Helfer mit ins Boot zu nehmen. Besonders erfreulich ist dabei die Aussage von Bürgermeister Stefan Kattari, der nach Vorlage eines schlüssigen Konzepts zusicherte, sich im Gemeinderat für die Beschaffung eines Fahrzeuges einzusetzen.

Mobilität neu denken, dies ist ein Anliegen des Arbeitskreises. Im vergangenen Jahr wurde hierzu eine Fragenbogenaktion durchgeführt und die Auswertung nun bekanntgegeben. Wie Peter von Rönne informierte, fiel diese Befragung zugunsten eines Carsharing-Projekts aus. Mehrheitlich wünschen sich die beteiligten Grassauer ein Fahrzeug, das sie nicht besitzen, sondern dann benützen können, wenn es gebraucht wird. Dies motiviert den Arbeitskreis, weiter am Projekt zu arbeiten. Thomas Lecke berichtete über seine Erfahrungen als Carsharing- Nutzer, erklärte die unterschiedlichen Modelle und dass sich Carsharing für alle finanziell rechnet, die ihr Auto weniger als 10.000 Kilometer im Jahr nutzen. „Wenn uns ein schlüssiges Konzept vorgelegt wird, werde ich mich dafür einsetzten, dass die Gemeinde ein Fahrzeug anschafft“, betonte Bürgermeister Stefan Kattari. Dieses Konzept sei wichtig, denn Carsharing ist kein Selbstläufer. Es müsse der Standort und auch die Zielgruppe geklärt werden. Er betonte, dass Carsharing aber nur ein Baustein einer besseren Mobilität sei. Weiterhin müsse versucht werden, ehrenamtliche Fahrdienste zu aktivieren und auch einen Rufbus, ähnlich wie in Rosenheim, halte er für sinnvoll. Ausdrücklich bedankte er sich bei den Organisatoren, denn ohne Ehrenamt wäre ein solches Projekt nicht umsetzbar.

Die nächsten Schritte stellte Helmut Bielenski vor. Neben der Werbung für das Projekt sei ein attraktiver Standort für das Fahrzeug zu finden. Zudem müsse man sich überlegen, welches Fahrzeug angeschafft werde und wer die Kosten übernimmt. Auch eine Vernetzung, eventuell mit dem Ökomodell, sei zu überlegen und vielleicht könnte auch ein Achental-Angebot mit einer gemeinsamen Buchungsplattform erstellt werden. Für die Akzeptanz des Carsharing-Angebots ist der Standort des Fahrzeugs relevant. Bielenski zeigte, dass im Radius von 400 Metern für das Ortsgebiet vier Fahrzeuge benötigt werden, um alle Siedlungsbereiche, zwei in Grassau, eines in Mietenkam und ein weiteres in Rottau, abzudecken. Wichtig sei nun, diese Problemstellungen in einem größeren Kreis zu bearbeiten. „Jetzt wird es langsam konkret“, fügte Peter von Rönne hinzu. Georg Beyschlag sah vier Fahrzeuge als sportlich an, worauf von Rönne entgegnete, dass zunächst mit einem Fahrzeug gestartet werden soll. Beyschlag fügte hinzu, dass auch der Tourismus eingebunden werden sollte und auch Firmen dieses Fahrzeug nutzen sollten. Erich Kamm betonte, dass der Arbeitskreis sehr interessiert an einer Zusammenarbeit mit Bergen sei. Wer sich um die Wartung des Fahrzeugs kümmert, interessierte Hermann Roth. Laut Erich Kamm werde hierfür ein „Kümmerer“ benötigt. Diskutiert wurde zudem über eine Probemitgliedschaft. Der Carsharing-Nutzer kann dann das Angebot testen. Im kommenden gehe es nun darum, die Aufgaben und die Arbeit an die Mitstreiter zu verteilen und einen Zeitplan aufzustellen. Stephanie Hennes vom Ökomodell Achental erkundigt sich, ob über Mikromobilität, E-Räder, E-Lastenräder und Roller nachgedacht werde. Max Felber, Tourist-Informationsleiter, sieht einen Mehrwert für den Tourismus, wenn Gäste mit Bahn und Bus anreisen und vor Ort nicht auf ein Fahrzeug verzichten müssen. Auch Gewerbe, Handwerker und Firmen sollten eingebunden werden, hieß es. Ein Carsharing-Fahrzeug könnte das Zweit- oder Drittauto ersetzen.

Das nächste Treffen Interessierter ist für Dienstag, 28. Februar, um 19.30 Uhr im kleinen Heftersaal angesetzt. tb