Seit 30 Jahren informiert das Museum Salz und Moor Klaushäusl über die Soleleitung und die Geschichte des Salzes sowie die Entstehung des Moors Kendlmühlfilzn. Museumsleiterin Anette Grimm informierte in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats ein letztes Mal über das vergangene Museumsjahr. Im März geht sie in den Ruhestand, ihr Nachfolger ist Alexander Weißer.
Im vergangenen Jahr zog das Museumsbüro aus dem Dachgeschoß im Rathaus in das Gebäude der Tourist-Information um, blickte Grimm zurück. Die Zusammenarbeit mit der Tourist-Info sei hervorragend. Auch erinnerte sie an die Sonderausstellung 2025 zum Jubiläumsjahr der Gemeinde mit dem 900-jährigen Bestehen von Grassau und dem 60. Jubiläum der Markterhebung mit einer Fotoausstellung. Die Fotos stammten aus der Topothek und der privaten Sammlung von Dieter Rossner. Die Museumsleiterin informierte weiter über die Hör- und Mitmachstationen, welche die Ausstellung vor allem für Kinder und Familien attraktiv gestalten sollten. Rund 4800 Besucher wurden 2025 gezählt. Damit bewegte sich die Zahl im normalen Rahmen von rund 5000 Gästen pro Jahr. Nur 2024, als sich die Sonderausstellung mit dem Wolf beschäftigte, wurden deutlich mehr Besucher gezählt.
Laut Anette Grimm hat ein Museum die Aufgabe, materielles und immaterielles Erbe zu sammeln, zu bewahren, zu vermitteln und auszustellen. Im Sinne des Sammelns wurden die Werkstatt neugestaltet und der Speicher entrümpelt. Im Bereich des Bewahrens habe man sich um die Digitalisierung von Fotos und weiterem Material gekümmert. Das Vermitteln wurde mit zusätzlichen Angeboten für Kinder vergrößert. So gebe es Entdeckerkarten und Hörstationen. Für die bessere Inklusion wurde eine Beschreibung in leichter Sprache erstellt. Zudem wurde eine Registrierkasse, wie vom kommunalen Prüfungsverband gefordert, angeschafft. Ein EC-Terminal ermöglicht nun das bargeldlose Bezahlen des Eintritts. Als gut erwiesen habe sich die Teilnahme an der Chiemgau-Karte. Mehr Gäste, die sonst eventuell das Museum nicht besucht hätten, nutzten das Angebot des kostenlosen Eintritts mit der Karte. Neben Führungen im Museum wurden auch Moor- und Wanderführungen angeboten. Zudem beteiligte sich das Museum am Kinderferienprogramm der Gemeinde. Eine Bereicherung sei auch die neue Kugelbahn. Anette Grimm betonte, dass das filigrane Aussehen der Bahn das Gesamtensemble des Museums nicht beeinträchtige. Die Marionette von Georg von Reichenbach, dem Erbauer der Soleleitung, soll künftig besser eingesetzt werden, um den jungen Besuchern Wissen zu vermitteln. Die Marionette gehört den Chiemgau Autoren, wurde dem Museum aber 2024 als Dauerleihgabe übergeben. Zum Abschluss ihrer Ausführungen informierte Anette Grimm, dass sie sich im März in den Ruhestand verabschiedet. Es sei ein interessanter und abwechslungsreicher Arbeitsplatz gewesen. Sie dankte den Mitarbeitern, freute sich, dass Alexander Weißer nun die Leitung übernehme und auch, dass Valentin Diem weiterhin die Stellvertretung habe.
Auf seine neue Aufgabe bereitet sich Alexander Weißer, der seit 20 Jahren in Mietenkam lebt, mit Hilfe von Anette Grimm vor. Er habe in München studiert und sich 2002 als Grafik- und Webdesigner selbstständig gemacht. Die Stellenausschreibung habe ihn sehr angesprochen, und so freue er sich auf seine Aufgabe. Zudem werde derzeit eine neue Sonderausstellung vorbereitet, die ab 1. Mai zur nächsten Museumssaison gezeigt werden soll.
Beeindruckend sei, wie der Markt Grassau seit nunmehr 30 Jahren hinter seinem Museum steht, betonte Bürgermeister Stefan Kattari. Es sei keine Selbstverständlichkeit, dass sich eine Gemeinde ein eigenes Museum leistet und gut ausgebildetes Personal beschäftigt. „Wir tragen das Museum vollständig selbst.“
Kattari bedauerte den Renteneintritt von Anette Grimm, auch weil er die Zusammenarbeit sehr geschätzt habe. Die studierte Biologin habe als Kassenkraft begonnen und das Klaushäusl geprägt. Als Museumsleiterin sei ihr der museumspädagogische Ansatz wichtig gewesen. Gleichwohl wünschte Kattari dem neuen Leiter Alexander Weißer ein glückliches Händchen. tb