Rufbus „Traudl“ soll ab Juni in Grabenstätt, Chieming, Übersee und Grassau das Angebot des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) ergänzen. So sollen auch Ortsteile an das Netz angebunden werden, die vorher keinen Zugang zum ÖPNV hatten. Start, Ziel und Zeitpunkt einer Fahrt bestimmt der Fahrgast selbst per App. Im Einsatz ist der Rufbus von Montag bis Sonntag zwischen 6 und 22 Uhr.
Die Bürgermeister Gerhard Wirnshofer (Grabenstätt), Stefan Reichelt (Chieming), Herbert Strauch (Übersee) und Stefan Kattari (Grassau) sowie Landrat Andreas Danzer kamen zusammen, um das Projekt vorzustellen. Die Mobilität im ländlichen Raum funktioniere dann am besten, wenn Landkreis und Gemeinden an einem Strang zögen, betonte Danzer. Mit dem Rufbusprojekt „Traudl“ schaffe man ein flexibles Angebot. „‘Traudl‘ schließt die Lücke zwischen Linienbus und eigenem Auto“, so Danzer. Man sei schon sehr gespannt, wie das Ganze im Juni anlaufen werde, sagte Wirnshofer. Er betonte, seine Kollegen, deren Gemeinderäte und Verwaltungen hätten das Projekt gemeinsam mit dem Landkreis und dem Mobilitätsunternehmen omobi GmbH auf den Weg gebracht.
Die omobi-Geschäftsführer Clemens Deyerling und Robert Schotten verwiesen auf den vor zwei Jahren erfolgreich in Betrieb gegangenen Rufbus „Rupi“, der rund um den Waginger See eingesetzt wird. Neben „Rupi“ betreut ihr Unternehmen auch den Nachtexpress Traunstein – mit „Traudl“ kommt ein drittes Angebot hinzu. „Wir müssen jetzt richtig Werbung für Traudl machen, damit das gut anläuft und dann auch noch weitere Kommunen mit aufspringen“, appellierte Übersees Bürgermeister Strauch. Er hoffe, dass sich „Traudl“ als Zubringer zum Überseer Bahnhof entwickle. Von ursprünglich zwölf interessierten Gemeinden seien am Ende vier Kommunen übrig geblieben, „doch das macht nichts“, betonte Chiemings Bürgermeister Reichelt. Er war überzeugt, dass man das Ganze gemeinsam zu einer Erfolgsgeschichte machen werde. Laut Grassaus Bürgermeister Kattari erreiche man mit dem Rufbus die lang ersehnte „Feinst-Erschließung“ in den vier Gemeinden und sorge nebenbei auch für gute Anbindungen nach Salzburg und Rosenheim. „Wir werden alles dafür tun, dass der Start funktioniert“, versicherte der Sachgebietsleiter Mobilität im Landratsamt Traunstein, Sebastian Schallinger. Sein Stellvertreter im Sachgebiet Mobilität und Projektleiter für die Nahverkehrsplanung, Marko Just, sprach von einer „perfekten Ergänzung“ zum Express für Nachtschwärmer, denn „wenn ‚Traudl‘ abends aufhört zu fahren, beginnt der Nachtexpress mit seiner Arbeit.“ mmü