Seinem Ärger über die Mühlen der Justiz, die bekanntlich langsam mahlen, machte Bürgermeister Stefan Kattari in der jüngsten Marktgemeinderatssitzung Luft. Er kritisierte nicht die Arbeit des Gerichts, aber die Dauer der Verfahren. So verzögert sich die mündliche Verhandlung in Sachen Schaden Turnhalle ein weiteres Mal.
Die Sperrung der neuen Turnhalle blockiert nicht nur Schule und Vereine bei ihrer wichtigen, gesundheitsfördernden Aufgabe, sondern auch maßgeblich die Gemeinde bei der laufenden Schulhaussanierung. Aufgrund der Schließung der neuen Sporthalle, bedingt durch die Schäden an den Leimbindern, kann die alte Turnhalle, die eigentlich einem dringend benötigten neuen Schulgebäude weichen soll, nicht abgerissen werden. Somit verzögert sich der Neubau und die anberaumten Kosten für den Neubau werden durch Preissteigerungen immer höher. Dies hat dann auch monetäre Konsequenzen für die Gemeinde. Doch noch wichtiger sind dem Rathauschef die Schüler und die Vereine, die stark beeinträchtigt sind. Er informierte, dass der Termin für die mündliche Gerichtsverhandlung, welche zur Anerkennung des bestehenden Gutachtens notwendig ist, erneut und damit zum fünften Mal in Folge verschoben wurde. Die finanziellen Mittel zur Sanierung der Leimbinder, von der Gutachterin mit 160.000 Euro beziffert, stehen im Haushalt bereit und nach Freigabe des Gutachtens könnte die Gemeinde sofort sanieren, betonte Kattari. „Wir wollen endlich sanieren. Wir wollen die Freigabe des Gutachtens“, sagte er. Unfassbar und unverständlich ist, dass es nicht gelingt, einen Termin zu fixieren. So wurde der Termin, da sich ein Prozessbeteiligter im Urlaub befindet, vom 1. Juli auf den 15. Juli erneut verschoben.
Ebenfalls unerfreulich sei, dass die Außenanlagen beim neuen Kindergarten an der Gänsbachstraße nicht vorangehen, was vor allem am Metallbau, der nicht abgeschlossen ist, liege. Auch in diesem Fall lasse sich nun die Gemeinde anwaltlich vertreten. „Uns ist die unschöne Situation durchaus bewusst“, sagte er. Metallteile liegen derzeit herum und diese behindern die Fertigstellung der Außenanlagen.
Informationen gab Kattari auch zum bestehenden Einzelhandelskonzept, das von einigen Gewerbetreibenden kritisiert werde. Zu diesem Konzept entschloss sich der Marktgemeinderat bereits 2002, um sicherzustellen, dass ortskernrelevante Produktgruppen nicht im Gewerbegebiet vertrieben werden können. Dieses Konzept wurde 2017 erneuert. „Man versuchte damit, die Einzelhandelsgeschäfte im Ortszentrum vor einer Abwanderung der Besucherfrequenz zu schützen“, erklärte er. Nun werde behauptet, dass der Markt Grassau dem Einzelhandel, wie beispielsweise einem Optikergeschäft, das sich im neuen Ärztehaus im Gewerbegebiet ansiedeln möchte, Prügel zwischen die Beine werfe. Das konnte der Rathauschef nicht so stehen lassen. Werde die Hypothese aufgestellt, dass wichtige Geschäftszweige irgendwo in Grassau angesiedelt werden, also auch außerhalb des Ortszentrums, dann möchte er dies überzeugend von den Einzelhandelsgeschäften dargestellt wissen. Bislang haben die Ortskerngeschäfte von diesem Konzept, das über 22 Jahre lang bestand, profitiert, meinte er. Auch müsste dann überlegt werden, was dies künftig für das Ortsbild bedeute und eventuell im Bebauungsplan aufgenommen werden, dass künftig im Erdgeschoss nur Ladengeschäfte sein dürfen. Auch erklärte er, dass sich ohne das Einzelhandelskonzept auch große Ladenketten im Gewerbegebiet ansiedeln könnten. Tb