1. regelmäßig über den Tag verteilt Trinken – auch ohne Durst-Gefühl: Die individuelle Trinkmenge ist altersabhängig. 1-2 Liter sind ein Richtwert, bei starkem Schwitzen oder körperlicher Aktivität wird mehr Flüssigkeit benötigt. Besonders geeignet sind Wasser, ungesüßte Kräutertees oder stark verdünnte Saftschorlen. Bei Herz- oder Nierenerkrankungen sollte die individuelle Trinkmenge unbedingt mit dem Arzt abgesprochen werden. Ein guter Indikator für den Flüssigkeitshaushalt ist die Urinfarbe: Ein dunkler Urin weist auf Flüssigkeitsmangel hin.
2. Medikamente ärztlich prüfen lassen: Blutdrucksenker und Medikamente zur Entwässerung können bei Hitze verstärkt wirken. Wichtig: häufiger selbst Blutdruck messen und aufschreiben. Übrigens: der häuslich gemessene Blutdruck ist genauer und damit wichtiger. Bei Hitze besondere Aufmerksamkeit für Wassertabletten geboten (Torasemid – milder, meist bei Älteren gegeben; Furosemid – besonders stark wirkende Wassertablette. Achtung!). Eine Anpassung der Medikation mit dem Arzt besprechen. Schmerzpflaster und Insulin können verstärkt wirken durch schnellere Freisetzung der Wirkstoffe. Nierenfunktion (Urin), Blutdruck und Blutzucker bei chronisch kranken Älteren engmaschig im Blick behalten.
3. Eigene Aktivität dem Tagesablauf anpassen – und körperliche Belastung anpassen: Körperliche Anstrengungen während der heißesten Tageszeiten (ca. 11–17 Uhr) sollten vermieden werden. Erledigungen und körperliche Aktivität sollten möglichst frühmorgens oder spätabends stattfinden. Ein Raumthermometer kann den kühlsten Raum der Wohnung ermitteln.
4. Aktive Kühlung: Abkühlung bringen lauwarmes Duschen, feuchte Tücher oder kühlende Fußbäder. Leichte, atmungsaktive Kleidung unterstützt die körpereigene Temperaturregulation. Im Freien ist es wichtig, eine Kopfbedeckung zu tragen und direkte Sonneneinstrahlung auf die Kopfhaut zu meiden.
5. Warnzeichen erkennen und ernst nehmen – besonders bei älteren
Menschen: Schwindel, Kopfschmerzen, Herzrasen oder Verwirrtheit können Vorboten eines Hitzeschadens sein. Gerade bei älteren Menschen werden sie leider spät bemerkt. Daher sollten Angehörige oder Nachbarn täglich nach dem Befinden fragen, Trinkmenge und Raumtemperatur im Blick behalten und beim Kühlen der Wohnung unterstützen. Besonders alleinlebende, mobilitätseingeschränkte und chronisch kranke Menschen brauchen an heißen Tagen Beachtung und Hilfe. Ganz besonders Aufmerksamkeit brauchen ältere demente Menschen.
Dr. Wolfgang Hasselkus, Seniorenbeauftragter des Landkreises Coburg 26.05.2026