(DHU). Ob Probleme mit den ersten Zähnchen, schmerzhafte Blähungen oder Einschlafstörungen: Die typischen Beschwerden der Kleinsten sind zum Glück meist harmlos. Der bekannte Homöopathie-Experte und Sachbuchautor Dr. med. Markus Wiesenauer erklärt, wie Homöopathie dabei unterstützen kann und was Eltern über die Selbstbehandlung wissen sollten. Wenn die ersten Zähnchen kommen Kindliche Beschwerden sind so individuell wie die Kleinen selbst. Während die einen beispielsweise „nur“ mit etwas erhöhter Temperatur auf den Durchbruch der Zähne reagieren, sind andere über Tage hinweg weinerlich und leiden unter Durchfällen. So können Eltern helfen:
Bieten Sie dem Kind einen kühlen Beißring oder einen angefeuchteten Waschlappen zum darauf Herumkauen an.
Ein pflegendes und angenehm schmeckendes, zuckerfreies Zahnungsgel (z.B. Dentilin® Zahnungsgel) wirkt beruhigend auf das Zahnfleisch. Einfach auf den Finger auftragen und Babys Zahnfleisch damit sanft massieren.
Auch homöopathische Arzneimittel wie beispielsweise Chamomilla (in Denisia® Nr. 9) können hilfreich sein, wenn der Durchbruch der Zähne von Schmerzen und Unruhe begleitet ist. Das Homöopathikum ist besonders geeignet für Säuglinge und Kleinkinder und wirkt lindernd auf die Zahnungsbeschwerden, wenn die Schmerzen plötzlich und anfallsweise auftreten und die Patienten sehr ungeduldig sind.
Koliken: Blähungen können quälend sein
Auch der Magen-Darm-Trakt muss sich erst auf die regelmäßige Nahrungszufuhr einstellen. Das kann anfangs Beschwerden bereiten. Und wenn das Baby beim Trinken oder Schreien Luft schluckt, können Blähungen die Folge sein. Babys sollten ganz in Ruhe trinken bzw. essen können. Schaffen Sie eine ruhige Atmosphäre und geben Sie dem Kind nach jeder Mahlzeit ausreichend Zeit zum Aufstoßen.
Beim Windelwechsel das Bäuchlein leicht massieren. Ein guter Zeitpunkt für eine etwas ausführlichere Massage ist nach dem Baden oder vor dem Schlafengehen. Legen Sie dabei die flachen Hände auf Babys Bauch, dann sanft nach außen streichen, anschließend wieder in der Mitte des Bauches ansetzen.
Homöopathische Arzneimittel wie Bellilin® können bei schmerzhaften Blähungskoliken (Blähsucht) eingesetzt werden. In Bellilin® ergänzen sich die Wirkstoffe Carbo vegetabilis D3, Asa foetidia D3, Lycopodium D5 und Nux vomica D5 in ihrer Wirkung bei dem Anwendungsgebiet Blähsucht.
Wichtig: Wenn ein Säugling Magen-Darm-Beschwerden mit unklarer Ursache hat, sollten Sie immer umgehend einen Arzt aufsuchen. Bei Durchfall kann der kleine Organismus sehr schnell dehydrieren. Auch bei hohem Fieber sollte bei Babys immer eine ärztliche Abklärung erfolgen.
Unruhig, unkonzentriert und nervös
Starke Unruhe und Schlafstörungen können ein Hinweis auf andere Problematiken sein: Bekommt das Kind genug Aufmerksamkeit? Gibt es im Alltag ausreichend Möglichkeiten, sich auszupowern und müde zu werden? Manchen Kindern hilft Zuwendung, anderen Sport, um wieder ruhiger zu werden. Auch den Medienkonsum ihres Nachwuchses sollten Eltern im Blick behalten: In den zwei Stunden vor dem Schlafengehen sind Fernsehen und Spielen am PC am besten tabu.
Feste Rituale helfen kleineren und größeren Kindern, abends besser zur Ruhe zu kommen. Ältere Kinder bekommen noch eine halbe Stunde Lesezeit bei gedimmtem Licht, jüngeren kann man auch im Dunkeln eine Gute-Nacht-Geschichte erzählen.
Ein speziell für Kinder entwickeltes homöopathisches Arzneimittel wie Zappelin® kann helfen, bei nervösen Störungen mit Unruhe sanft zu regulieren. Zappelin® enthält die Wirkstoffe Chamomilla D12, Kalium phosphoricum D6, Staphisagria D12 und Valeriana D6.
Leidet das Kind unter nervösen Schlafstörungen, kann ein homöopathisches Arzneimittel wie z.B. Stramonium Pentarkan® helfen. Die enthaltenen Wirkstoffe sind Stramonium D5, Ignatia D5, Calcium phosphoricum D6, Zincum valerianicum D6 und Passiflora incarnata. Diese ergänzen sich bei der Behandlung von nervösen Schlafstörungen, die vor allem durch seelische Erregungszustände ausgelöst und von innerer Unruhe und Angst begleitet werden.
Bei der Selbstbehandlung gilt: „Verschlechtern sich die Symptome, ist das ein Fall für den Arzt“, mahnt Dr. Wiesenauer: „Auch ungewöhnliche, sehr starke Symptome und einen schlechten Allgemeinzustand oder beispielsweise anhaltend hohes Fieber sollten Eltern umgehend ärztlich abklären lassen.“