Die Reisegruppe aus Forchheim vor der Handwerkerschule in Sawe. Rechts im blauen Shirt Pfarrerin Renate Topf, Mitte in der zweiten Reihe Reiseleiter Wolfgang Topf.
Die Reisegruppe aus Forchheim wurde in der Kirche von Sawe begrüßt. Im Ornat Pfarrerin Renate Topf, rechts Reiseleiter Wolfgang Topf.
Forchheim (M. Wuttke). Seit rund 70 Jahren sind Christen aus der evangelisch-lutherischen Kirche Bayerns mit der Kirche in Tansania verbunden. Gelebt wird das von mehr als 40 Partnerschaften in beiden Kirchen. Eine davon ist das Dekanat Forchheim-Muggendorf, das seit 20 Jahren freundschaftliche Beziehungen zur Kirchengemeinde Sawe im Dekanat Hai im Nordosten des Landes pflegt.
Mit bleibenden Eindrücken und unvergesslichen Erlebnissen ist eine Reisegruppe nach Forchheim zurückgekehrt. Unter der Leitung von Pfarrerin i.R. Renate und Dr. Wolfgang Topf verbrachte sie abwechslungsreiche und sonnige Tage am Fuße des Kilimanjaro. Auf den Wegen durch die bergige Region mit ihren dichten Bananenpflanzungen, die bunten Märkte, die verstreut liegenden Dörfer und bei den Massai, den legendären Rinderhirten in der Steppe, war die Gruppe begleitet von der Freundlichkeit der Menschen und dem Lachen und Winken der Kinder. Sie fühlte sich eingebettet in die tiefe Frömmigkeit der Tansanier, die bei den Gottesdiensten in mehrstimmigen rhythmischen Gesängen in der Landessprache ihren Ausdruck findet.
Chancen dank Handwerkerschule
Das besondere Augenmerk der Reisen von Wolfgang und Renate Topf gilt der Handwerkerschule, ein Partnerschaftsprojekt des Forchheimer Dekanates. Errichtet zur Ausbildung für Schreiner, Schlosser und Schneider, Jungen wie Mädchen, mit Räumen für eine Computerklasse sowie für Installateure und Hauswirtschaft. Es ist außerdem Platz für eine Lehrküche vorbereitet. Das Schulgeld von 200 Euro im Jahr für die Auszubildenden, die so auf ein Leben in Eigenständigkeit vorbereitet werden, wird hauptsächlich über individuelle Patenschaften aufgebracht.Viele Schülerinnen und Schüler sind Waisen oder Halbwaisenkinder oder kommen aus sehr armen Familien. Seit über 15 Jahren reist das Ehepaar Topf, begleitet von Besuchergruppen, in den Nordosten des Landes, um Spenden zu überbringen und sich vom Fortgang der Projekte ein Bild zu machen.
Die Saat ging auf
Warum Tansania? Die Anfänge gehen unter dem Aspekt der Missionierung in die Zeit des deutschen Kolonialismus in Ostafrika ab Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. Mission heute heißt christliche Partnerschaft auf Augenhöhe. Für ihre Predigt in der Kirche von Sawe wählte Renate Topf das Pauluswort „Denn was der Mensch sät, das wird er ernten". Säen und Ernten ist ein Bild, das für die Partnergemeinde den Lebensalltag spiegelt. Damit eine Saat aufgeht und wächst brauche sie einen guten Boden und regelmäßige Pflege. Mit dem Sammeln von Spendengeldern, Planen und Bauen der Handwerkerschule habe man gemeinsam gesät. Zum Gottesdienst hatten die Freunde aus Deutschland Sportschuhe und Bekleidung mitgebracht. Wolfgang Topf sowie eine Mitreisende aus Uffenheim überreichten 21 000 Euro, die aus privaten Spendenerlösen stammten, für den weiteren Ausbau der Handwerkerschule.
Deutscher Orgelbauer in Tansania
Neben dem Bummeln, Feilschen und Kaufen auf dem prallbunten Markt in der nächstgrößeren Stadt Moshi galten die Besuche täglich einem anderen Ziel. Zum Beispiel der ersten kirchlichen Handwerkerschule in der Region, der seit über 30 Jahren im Auftrag von Mission EineWelt das deutsche Ehepaar Kammleiter vorsteht. Rainer Kammleiter hat sich einen Namen als Orgelbauer gemacht und zehn seiner besten Schreiner zu Fachleuten ausgebildet. Eine Orgel zu haben ist der Wunsch der meisten Gemeinden am Kilimanjaro. Aber es geht auch kleiner. Ein ausgebildeter Schlosser repariert viele Blasinstrumente, die aus Deutschland gespendet werden. Fast jede Kirchengemeinde hat ihren Posaunenchor.
Natur und Tierwelt in schönster Form
Ein absoluter Höhepunkt war die Safari in drei Naturreservate. Natur in ihrer schönsten Form! Zu sehen sind alle Tiere Afrikas, zum Teil in größeren Herden. Sie leben friedlich miteinander, teilen sich Gras und Wasserstellen. Die Beobachter schauen und lauschen. Sind ergriffen von den Momenten ursprünglichster Naturerfahrung. mw
Spendenkonto Tansania: Evang.-Luth. Dekanat Forchheim
IBAN DE42 7635 1040 0000 0062 88 - Sparkasse Forchheim,
Stichwort: Sawe Handwerkerschule