Gößweinstein (J. Heumann). Ein voll besetzter Lindner-Bus fuhr am 11. Juli 2026 von Gößweinstein zum böhmischen Wallfahrtsort Maria Loreto, um einen Dankgottesdienst zu feiern für den beliebten verstorbenen Seelsorger Herbert Hautmann. Bei der Ankunft begrüßte Bruno Salomon (Kassier des Maria Loreto Verein e.V.) die Reisenden und berichtete zunächst von der Entstehung, der Zerstörung und vom Wiederaufbau der Gnadenstätte - seit 1664 ein vielbesuchter Wallfahrtsort der Bevölkerung des Egerlandes, des Stiftlandes und des Sechsämterlandes. Weitere Personen kamen dazu. Und die Reiseleiter Margaretha Michel (Obfrau der Sudetendeutschen Landsmannschaft) und Johann Heumann (Freund und Begleiter von Pfr. Hautmann) freuten sich über die zahlreiche Teilnahme.
Zelebriert wurde der Gottesdienst von seinem 90jährigen Mitbruder Pfarrer Alfred Bayer, Gößweinstein. Es wirkten auch mit sein Neffe Wolfgang Dersch (Lesung), seine Schwester Leni Dersch (Fürbitten) und Organistin Elisabeth Büttner aus Gößweinstein. In seiner Predigt wies Pfr. Alfred Bayer auch auf das Leben von Maria und Josef hin, die aufgebrochen sind und unterwegs waren. Dieser Ort hier ist eine Einladung an alle einzutreten für Frieden und Versöhnung. Ja, das war auch Hautmanns großes Anliegen: Pfr. Bayer weiter: „wer sich bemüht und an das Gute glaubt, der kann viel bewirken, selbst wenn es noch so aussichtslos erscheint“. Eine der Fürbitten betraf den Versöhnungsgedanken: „Herbert musste als Kind mit vielen anderen seine geliebte Heimat verlassen. Sein großes Anliegen war Deutsche und Tschechen miteinander zu versöhnen. Schenke uns viele Brückenbauer zwischen unseren beiden Völkern.“ Beim Gottesdienst wurden auch Lieblingslieder von Pfr. Hautmann gesungen (es gibt ein eigenes Liederbuch „Ostdeutsche Kirchenlieder“). Nach dem Gottesdienst übergab Leni Dersch aus dem Nachlass ihres Bruders ein großes holzgeschnitztes Kreuz (mit Korpus). Dieses Kreuz hatte sie ihrem Bruder Pfr. Herbert Hautmann zu seiner Primiz am 13. März 1960 geschenkt. Bruno Salomon nahm es dankend entgegen und wies auf die familiäre Verbundenheit mit Pfr. Hautmann hin, und dass der Verein ihm viel verdanke. Er versprach auch, einen würdigen Platz dafür in der Wallfahrtskirche zu finden.
Nach dem Mittagessen und einem kurzen Aufenthalt in der Altstadt Eger ging es zurück. Dabei erfuhren die Teilnehmer manche Informationen über die Vertreibung. Margaretha Michel wies noch hin auf die 81. Sudetendeutsche Vertriebenenwallfahrt in Gößweinstein am Sonntag, 06. Sept. 2026 (Gottesdienst 10.30 Uhr). Alle Teilnehmer waren sehr begeistert von der schönen Fahrt und dem Besuch der Wallfahrtskirche. Anfang September kann man auf Youtube den Trauergottesdienst von Pfr. Herbert Hautmann in der Basilika Gößweinstein ansehen.