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Hirschhorner Stadtanzeiger
Ausgabe 10/2025
Aus dem Rathaus
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Nachrichten aus dem Landratsamt

Jedes Jahr erkranken in Deutschland etwa 6.250 Frauen an Krebs, der durch Humane Papillomviren (HPV) bedingt wird (Quelle: Paul-Ehrlich-Institut). Bei Männern gehen jährlich etwa 1.600 bis 2.300 Krebserkrankungen auf HPV-Infektionen zurück. Dazu zählen unter anderem Gebärmutterhals- und Analkrebs, aber auch Karzinome im Intimbereich sowie in der Mund-, Rachen- und Nasenschleimhaut. HPV-bedingte Krebserkrankung lassen sich bereits seit fast zwei Jahrzehnten durch eine gut verträgliche Impfung verhindern. Hierauf will der Welt-HPV-Tag aufmerksam machen, der jährlich am 4. März stattfindet. Denn: Die Impfquote in vielen Ländern immer noch gering.

Die Schutzimpfung gegen Humane Papillomviren wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) seit 2007 für Mädchen und seit 2018 für Jungen ab dem Alter von neun Jahren empfohlen. Bundesweit waren im Jahr 2023 laut des Robert-Koch-Instituts rund 54 Prozent der 15-jährigen Mädchen geimpft sowie 34 Prozent der gleichaltrigen Jungen. Im Kreis Bergstraße sind es rund 58 Prozent der Mädchen und 38 Prozent der Jungen. Diese Anteile sind für einen flächendeckenden Schutz nicht ausreichend, was die Notwendigkeit, die Impfraten zu erhöhen, unterstreicht. Deshalb startete der Kreis Bergstraße bereits 2015 ein Modellprojekt mit sechs Schulen, an denen niedergelassene Ärztinnen und Ärzte die Eltern bei Aufklärungsveranstaltungen über die Chancen und Risiken einer HPV-Impfung informierten. Danach bestand das freiwillige Angebot der Impfung direkt in den Schulen.

"Entscheidend für das Gelingen des HPV-Impfprogramms in unseren Schulen war eine breite Allianz aus Sozial- und Gesundheitsministerium, Kultusministerium, der Kassenärztlichen Vereinigung, der Landesärztekammer, dem Landratsamt, dem Schulamt, dem Bundesverband der Frauenärzte sowie dem Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte, die das Programm von Anfang an engagiert unterstützt hatten", betont die Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernentin Angelika Beckenbach. "Nur so konnte die erfolgreiche Umsetzung durch den Projektträger vor Ort, dem Gesundheitsnetz Rhein-Neckar-Dreieck e.V., ermöglicht werden."

Bis zur Corona-Pandemie nahmen im Kreis Bergstraße 23 Schulen an dem freiwilligen Impfangebot teil. Seit dem Ende der Pandemie wurde das Projekt vom Bergsträßer Gesundheitspräventionsteam und den Kooperationspartnern neu etabliert. "Unser Ziel ist es, gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern unseren Beitrag zur Gesundheit der jungen Generation zu leisten. Denn Geimpfte sind keine Virenträger und können demnach keine anderen Menschen mehr infizieren," so die Erste Kreisbeigeordnete Angelika Beckenbach weiter.

Neben einem offenen HPV-Impfangebot ist ein weiterer entscheidender Schritt zur Akzeptanz eine umfangreiche Information sowie Aufklärung der Öffentlichkeit. Daher hatte das Präventionsteam des Kreises Bergstraße erst kürzlich gemeinsam mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), der Deutschen Krebshilfe, der Deutschen Krebsgesellschaft sowie der preventa Stiftung im Rhein-Neckar-Zentrum (RNZ) Viernheim die Wanderausstellung "HPV hat viele Gesichter" gezeigt. Auch im Rahmen der regelmäßig stattfindenden YOLO-Days (von der Kreisverwaltung veranstaltete Gesundheitsaktionstag an Schulen) informiert der langjährige Kooperationspartner, die Lokalgruppe "Impf Dich" der Uni Heidelberg, in interaktiven Lerneinheiten über Infektionskrankheiten, Immunologie und Impfungen. Ihr Ziel ist es, damit vor allem Jugendliche anzusprechen, die zeitnah vor ihrer ersten eigenen Impfentscheidung stehen werden.

Hinweisbekanntmachung des Kreises Bergstraße

Der Kreis Bergstraße weist darauf hin, dass auf der Homepage des Kreises unter www.kreis-bergstrasse.de/bekanntmachungen folgende öffentliche Bekanntmachung ab dem 05.03.2025 eingestellt ist:

19-013. Sitzung des Jugendhilfeausschusses des Kreises Bergstraße am 12. März 2025

Heppenheim, den 25.02.2025

Lauer, Vorsitzender

Wirtschaft stärken, den Arbeitsmarkt beleben

Die Arbeitslosigkeit ist im Kreis Bergstraße gestiegen. Im Februar 2025 waren 7.194 Menschen arbeitslos gemeldet und damit 89 Personen mehr (+1,3 Prozent) als im Januar und 327 Personen (+4,8 Prozent) mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote liegt somit aktuell bei 4,8 Prozent. Zum Vergleich: Für Hessen insgesamt liegt die Arbeitslosenquote aktuell bei 5,9 Prozent, deutschlandweit bei 6,4 Prozent.

„Um den Arbeitsmarkt wieder beleben zu können, brauchen wir dringend neuen Schwung in der Konjunktur. Die notwendigen Weichen dafür müssen jetzt vor allem im Bund gestellt werden. Denn die Herausforderungen sind groß. Aber auch im Kreis werden wir im Rahmen unserer Möglichkeiten alles tun, um unsere Unternehmen bei ihrer Entwicklung und damit letztlich auch beim Erhalt und der Schaffung von Arbeitsplätzen zu unterstützen“, betont Landrat Christian Engelhardt.

Wichtig für die Entwicklungsmöglichkeiten der Wirtschaft im Kreis sei unter anderem, dass ausreichend Flächen für die Erweiterung und die Ansiedlung von Unternehmen vorhanden seien, so Engelhardt. Der Vorentwurf des aktuellen Regionalplanes Südhessen, den das Regierungspräsidium Darmstadt aufgestellt hat, sieht nach aktuellem Stand aber deutlich weniger Flächen vor. Während für den Kreis Bergstraße im Plan von 2010 noch 348 Hektar für Gewerbe vorgesehen waren, sind es im aktuellen Vorentwurf nur noch 122 Hektar. „Diese Flächengröße ist für viele unserer Kommunen nicht ausreichend für eine optimale wirtschaftliche Weiterentwicklung. Deshalb setzen wir uns gemeinsam mit ihnen für eine Änderung der Regionalplanung und zusätzliche Gewerbeflächen ein“, betont Landrat Engelhardt.

Sowohl bei der Ausweisung von Gewerbe- als auch Wohnflächen liegt ein besonderes Augenmerk auf der ökologischen Gestaltung neuer versiegelter Flächen. „Wachstum und Nachhaltigkeit schließen sich nicht zwingend aus. Neue Flächen können beispielsweise ökologisch gestaltet werden, indem wir innovative und nachhaltige Bauweisen einsetzen. Durch die Integration von Grünflächen, Dachbegrünungen, PV-Anlagen und modernen Entwässerungssystemen können wir die negativen Auswirkungen auf die Umwelt minimieren und gleichzeitig die Lebensqualität in unserer Region erhöhen“, erklärt Landrat Engelhardt.

Mit der Ausweisung neuer Wohn- und Gewerbeflächen geht auch die Notwendigkeit einher, die entsprechende Infrastruktur zu entwickeln. Dies umfasst den Ausbau von Verkehrswegen, die Bereitstellung von Schulen, Kindergärten, medizinischen Einrichtungen und Freizeiteinrichtungen. Eine gut ausgebaute Infrastruktur ist entscheidend, um die Lebensqualität der Bürger zu gewährleisten und die Attraktivität der neuen Wohn- und Gewerbegebiete zu erhöhen.

Insgesamt ist die fortgesetzte Ausweisung von Wohn- und Gewerbeflächen im Kreis Bergstraße nicht nur ein lokales Anliegen, sondern ein gesamtgesellschaftliches, das dringend angegangen werden muss, so Engelhardt. Nur durch eine konsequente und nachhaltige Flächenentwicklung können die aktuellen Herausforderungen bewältigt und die Lebensqualität in der Region langfristig gesichert werden.