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Hirschhorner Stadtanzeiger
Ausgabe 13/2019
Kirchliche Nachrichten
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Katholischer Erwachsenenbildungskreis

„Süße Versuchung“ versus „Bittere Pillen“ - Diabetes vorbeugen und behandeln

Vor kurzem hatten wir in den Saal des Bonifatiushauses zu einem Gesundheitsvortrag eingeladen. Als Referent zu dem äußerst wichtigen Thema „Diabetes“ wurde Dr. Tobias Freund, Allgemeinmediziner mit Praxis für Allgemein- und Familienmedizin in Hirschhorn, gewonnen, der auch an der Uni-Klinik Heidelberg als Dozent und Wissenschaftler zu diesem Thema forscht.

Ursula Suermann vom Team Erwachsenenbildung konnte Teilnehmer/ innen aus Hirschhorn, Brombach, Heddesbach und Neckarsteinach begrüßen, die sehr interessiert den Ausführungen von Dr. Freund folgten und ihre Fragen direkt einbringen konnten und so zu einem lebendigen Abend beitrugen.

Dr. Freund gab sowohl Hinweise, wie man Diabetes erkennen kann, was diese Krankheit im Körper auslöst, aber auch, wie man ihr im Vorfeld entgegenwirken kann bzw. wie sie zu behandeln ist.

Weil die Krankheit anfangs oft keine auffälligen Beschwerden macht, wird sie vielfach gar nicht erkannt. Rund sieben Millionen Menschen in Deutschland sind zuckerkrank, und viele wissen gar nichts davon. Unbehandelt aber schädigt sie die Blutgefäße von Kopf bis Fuß. Das kann unmittelbar lebensbedrohlich sein, wenn etwa die Herzkranzgefäße betroffen sind, die Kranken aber den typischen Brustschmerz eines drohenden Herzinfarktes eben bedingt durch den Diabetes gar nicht spüren. Weit öfter zeigt sich eine Schädigung der Fuß-Nerven als Kribbeln, Taubheit oder durch schlecht heilende, aber schmerzlose Wunden. Diabetes könnte der Grund für auffällig wechselnde Sehschärfe sein, ebenso Ödeme und Müdigkeit. Ein auffälliges Indiz sind vermehrter Durst und häufiges Wasserlassen. Gewissheit gibt eine Blutuntersuchung, sie ist Teil des Gesundheits-Checks, der in zweijährigem Rhythmus als Kassenleistung ab dem 35. Lebensjahr angeboten wird.

In der Behandlung geht es darum, den Blutzucker zu senken. An erster Stelle steht hier Bewegung. „Man muss aber nicht zwingend Leistungssport machen“, sagte Dr. Freund, denn auch regelmäßige Spaziergänge wirken sich schon positiv aus. Jeder Schritt zählt, aber mindestens dreimal in der Woche sollte man mindestens eine halbe Stunde am Stück gehen.

Auch beim Essen soll die Freude erhalten bleiben, Ausgewogenheit ist wichtig, und Kohlenhydrate sind keineswegs giftig. Allerdings sollten möglichst viele davon aus Lebensmitteln kommen, die den Zucker nur langsam ins Blut gelangen lassen: Vollkornprodukte und Gemüse beispielsweise. Obst und mehr noch Fruchtsäfte hingegen lassen den Zuckerspiegel in die Höhe schießen. Verboten ist Zucker nicht, aber „wie immer macht die Dosis das Gift“, erklärte Dr. Freund.

Reicht das nicht, muss der Blutzuckerspiegel medikamentös gesenkt werden. Wer Insulin spritzen muss, sollte darauf achten, wie sich Unterzuckerung ankündigt. Das ist individuell unterschiedlich, häufige Anzeichen sind Schwitzen, Heißhunger und Unruhe. Als Erst-Maßnahme hilft dann Traubenzucker, zusätzlich solle man auch noch etwas essen und den Arzt verständigen!

Mit herzlichem Dank und einem kleinen Geschenk an Dr. Freund und besten Wünschen an die Teilnehmenden für einen guten Heimweg und beste Gesundheit schloss diese äußerst interessante und wichtige Veranstaltung.