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Hirschhorner Stadtanzeiger
Ausgabe 23/2026
Aus dem Rathaus
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Nachrichten aus dem Landratsamt

Ob vom heimischen Sofa, unterwegs per Smartphone oder ganz ohne Wartezeit außerhalb der Öffnungszeiten: Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Bergstraße können ihre Anliegen bei der Führerscheinbehörde künftig vollständig digital erledigen, denn auch die Dienstleistungen „Neuerteilung nach Entzug oder Verlust“ sowie „Umschreibung einer Fahrerlaubnis aus EU-/EWR-Staaten“ stehen online zur Verfügung. Damit sind sämtliche derzeit möglichen Leistungen der Führerscheinbehörde des Kreises digital beantragbar.

„Die Digitalisierung unserer Verwaltung ist ein zentraler Baustein für einen modernen und bürgernahen Landkreis. Mit den neuen Online-Angeboten erleichtern wir den Menschen viele Behördengänge und sparen ihnen Zeit sowie Wege“, betont Landrat Christian Engelhardt. „Gerade in einem Flächenlandkreis wie diesem schaffen digitale Dienstleistungen einen echten Mehrwert für Bürgerinnen und Bürger – unabhängig vom jeweiligen Wohnort.“

Auch der hauptamtliche Kreisbeigeordnete und für das Thema zuständige Dezernent Matthias Schimpf hebt die Bedeutung des Ausbaus hervor: „Unser Ziel war es, alle aktuell möglichen Leistungen der Führerscheinbehörde noch in diesem Jahr online anzubieten. Das ist uns gelungen. Bürgerinnen und Bürger können nun weitere Anliegen flexibel und unabhängig von Öffnungszeiten digital erledigen. Gleichzeitig entlasten wir die Verwaltung und gestalten Prozesse effizienter.“

Ein weiterer Online-Dienst wird im Jahr 2027 hinzukommen: der „Umtausch eines Führerscheins nach Ablauf der Gültigkeit“. Dieser betrifft Führerscheine, die ab dem Jahr 2013 ausgestellt wurden. Da diese Dokumente erstmals im Jahr 2028 ihre Gültigkeit verlieren, darf die Leistung gesetzlich erst ab dem kommenden Jahr digital angeboten werden.

Ein Klick statt Behördengang: Kreis Bergstraße beschleunigt die Verwaltung

Während man im Kreis Bergstraße schon seit Jahren das Auto bequem und rund um die Uhr vom heimischen Wohnzimmer aus zulassen kann, sind inzwischen auch die Dienste der Ausländerbehörde nahezu vollständig digital verfügbar. PDF-Anträge wurden von der Website entfernt und Papierformulare gibt es nur noch auf ausdrücklichen Wunsch. Allein im April 2026 wurden fast 200 Anträge online eingereicht – mit weiter steigender Tendenz.

Es zeigt sich: Die digitalen Verwaltungsangebote des Kreises Bergstraße kommen an und verändern den Behördenalltag spürbar. Immer mehr Bürgerinnen und Bürger erledigen ihre Anliegen online, die Bearbeitungszeiten sinken, Rückfragen werden seltener und Papierformulare sind nur noch die Ausnahme. Landrat Christian Engelhardt sieht darin einen wichtigen Schritt hin zu einer modernen, serviceorientierten Verwaltung: „Die hohe Akzeptanz zeigt deutlich, dass digitale Verwaltungsangebote dort angenommen werden, wo sie den Alltag der Menschen konkret erleichtern. Unser Ziel ist es, Behördengänge einfacher, schneller und zeitgemäßer zu gestalten. Gleichzeitig profitieren auch unsere Mitarbeitenden von effizienteren Abläufen. Digitalisierung ist kein Selbstzweck, sondern ein echter Mehrwert für Bürgerinnen und Bürger.“ Die Entwicklung in der Ausländerbehörde ist das Ergebnis eines schrittweisen Ausbaus seit März 2025 und steht exemplarisch für den Kurs des Kreises, Verwaltungsleistungen konsequent nutzerfreundlich zu digitalisieren.

Für Antragstellende macht sich der Fortschritt unmittelbar bemerkbar: Geführte Online-Anträge geben Orientierung, verhindern Eingabefehler und reduzieren Rückfragen. Die Dienste sind mehrsprachig nutzbar – aktuell unter anderem auf Englisch, Französisch, Spanisch, Serbisch, Türkisch und Arabisch; für den Bereich „Humanitäre Gründe“ ist zusätzlich Dari vorgesehen. Die sichere digitale Identifikation gelingt über die zunehmend verbreitete BundID, die sich unter anderem mit dem elektronischen Aufenthaltstitel (eAT) oder der Unionsbürgerkarte einrichten lässt. Über das zentrale Bürgerpostfach kann die Ausländerbehörde zudem kundenbezogen kommunizieren; nachgereichte Unterlagen werden automatisch der richtigen Person zugeordnet.

Auch hinter den Kulissen sorgt die Digitalisierung für Tempo und Qualität. Angaben und Dokumente liegen bereits bei Antragseingang weitgehend vollständig vor, eine doppelte Datenerfassung entfällt und die Weiterbearbeitung erfolgt medienbruchfrei. Das verkürzt die Durchlaufzeiten spürbar. Zugleich ermöglicht die digitale Aktenführung nachvollziehbare, transparente Prozessschritte – selbstverständlich DSGVO-konform.

Der Kreis Bergstraße entwickelt die Online-Dienste außerdem kontinuierlich weiter. In Vorbereitung sind etwa KI-gestützte Dokumentenprüfungen, die unter anderem Abweichungen bei Namen oder Geburtsdaten automatisch erkennen können. Außerdem ist vorgesehen, Bezahlvorgänge direkt in den digitalen Antragsprozess zu integrieren, um den Service aus einer Hand anzubieten und weitere Wege zu ersparen.