Frankreich gilt seit jeher als eines der beliebtesten Reiseziele Europas, mit weltberühmten Sehenswürdigkeiten, kulturellen Höhepunkten, einer herausragenden Küche und Städten wie Frankreich, Paris, Bordeaux, Marseille oder Rennes. Doch kennen Sie eigentlich Troyes? Die wunderschöne Stadt in Zentralfrankreich ist vielen deutschen Touristen noch weitgehend unbekannt.
32 Bürgerinnen und Bürger aus Hirschhorn konnten sich von ihrer Schönheit nun persönlich überzeugen: Im Rahmen des diesjährigen Treffens der Städtepartnerschaft mit Château-Landon stand auch ein Ausflug nach Troyes auf dem Programm.
Seit den 1970er Jahren investieren private Eigentümer und französische Denkmalbehörden in die aufwendige Sanierung der mittelalterlichen Altstadt. Entstanden ist ein wahres Kleinod mit verwinkelten Gassen, beeindruckenden Fachwerkhäusern und immer neuen Perspektiven auf historische Gebäude. Wer durch die Straßen schlendert, kommt kaum umhin, ständig neue Fotos zu machen – ein Spaziergang durch Troyes wird schnell zu einem besonderen Erlebnis.
Wie in jedem Jahr war die Wiedersehensfreude beim Partnerschaftstreffen groß. Viele der teilnehmenden Familien kennen sich bereits seit mehr als 20 Jahren und schlossen sich am Himmelfahrtstag herzlich in die Arme. Überschattet wurde das Treffen jedoch von zwei schmerzlichen Verlusten, die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer tief bewegten. Dany Charlot verstarb Anfang des Jahres, ebenso Uli Scholl aus Langenthal im Mai dieses Jahres. Die Trauer darüber war bei allen spürbar.
Gleichzeitig machte die große Zahl junger Teilnehmerinnen und Teilnehmer Mut für die Zukunft der Städtepartnerschaft. Ihr Engagement zeigt, dass die deutsch-französische Freundschaft weiterhin lebendig ist und von vielen Menschen getragen wird.
Dennoch hoffen die Organisatoren auch in den kommenden Jahren auf neue Familien, die sich für den europäischen Gedanken und den Austausch zwischen den beiden Ländern begeistern können. Interessierte können sich hierzu gerne an Arne Endreß, Tel. 923 132, bei der Stadtverwaltung Hirschhorn wenden.
Natürlich kam auch das Feiern nicht zu kurz: Mit einem gemeinsamen festlichen Essen und einem Tanzabend bis in die frühen Morgenstunden fand das diesjährige Partnerschaftstreffen einen stimmungsvollen Abschluss. Müde, aber glücklich, traten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Sonntagmorgen schließlich die Rückreise nach Hirschhorn an.
Im Anschluss wie bereits angekündigt, ein Abdruck des mit dem neuen Bürgermeister Benjamin Itié geführten Interview:
Was können Sie über Ihre Wahlliste sagen?
Die Liste heißt „CLIC“ (« Château-Landon Initiative Citoyenne »: Bürgerinitiative Château-Landon). Sie versteht sich als parteiunabhängige Bürgerliste.
Benjamin Itié erklärt weiter, dass er zuvor kurzzeitig politisch links engagiert gewesen sei, betont jedoch die Vielfalt der Profile innerhalb seines Teams.
Was waren die wichtigsten Themen der Kommunalwahlen?
Zwei Listen standen im Wettbewerb. Die Wahlbeteiligung blieb relativ niedrig, lag jedoch im nationalen Durchschnitt. Die Liste von Benjamin Itié gewann die Wahl mit 52 % der Stimmen und einem knappen Vorsprung von etwa 45 Stimmen.
Warum war Ihre Kampagne erfolgreich?
Das Team führte einen sehr aktiven Wahlkampf vor Ort: Haustürbesuche, Treffen mit Vereinen, Einwohnern, Geschäftsleuten und Gesundheitsfachkräften. Diese Nähe ermöglichte ein besseres Verständnis der Bedürfnisse der Bevölkerung.
Welche Themen prägten Ihren Wahlkampf besonders?
Die Parkplatzsituation im Ortszentrum spielte eine wichtige Rolle. Ich bin der Ansicht, dass die Parkplatzprobleme die Einwohner, die Geschäfte sowie Menschen mit eingeschränkter Mobilität benachteiligen.
Wie analysieren Sie die Kommunalwahlen in Frankreich?
Bei den letzten Kommunalwahlen hat es zahlreiche Bürgerlisten gegeben, auch wenn bereits amtierende Teams oft im Vorteil blieben. Meiner Meinung nach stimmen viele Wähler häufig für Kontinuität.
Welche Rolle spielt die interkommunale Zusammenarbeit in Frankreich?
Benjamin Itié beschreibt in seiner Antwort die Funktionsweise der « communautés de communes » (interkommunale Zusammenarbeit), die aus Bürgermeistern und Gemeinderäten besteht. Er erhielt das Amt des Vizepräsidenten mit Zuständigkeit für den Tourismus. Die interkommunale Zusammenarbeit wird vom französischen Staat vorgeschrieben.
Welche Projekte verfolgen Sie im Bereich Tourismus und Kommunikation?
Ich möchte die Kommunikation zwischen den Gemeinden, den Einwohnern und den lokalen Akteuren stärken, um Initiativen besser zu koordinieren und die Region weiterzuentwickeln. Ich stehe der Städtepartnerschaft mit Hirschhorn sehr positiv gegenüber und werde versuchen, im kommenden Jahr mit meinem Sohn nach Hirschhorn zu fahren.
Wie sehen Sie die politische Lage in Frankreich vor den kommenden Präsidentschaftswahlen?
Benjamin Itié äußert die Ansicht, dass sich das politische Leben in Frankreich zunehmend zu einem Gegensatz zwischen « La France Insoumise » (äußerste Linke) und dem « Rassemblement National » (Nationale Sammlungsbewegung) entwickelt, während die traditionellen Parteien an Einfluss verlieren. Bei einer Stichwahl im zweiten Wahlgang zwischen der Linken und der extremen Rechten ist der Ausgang ungewiss.
Wie positionieren Sie sich politisch in Ihrer Region?
Ich sehe mich als lokale Ausnahme in einem Gebiet, das meiner Meinung nach überwiegend rechts oder rechtsextrem orientiert ist. Meinen Wahlsieg betrachte ich als Zeichen eines lokalen Wandels.