Kurze Wege, persönliche Gespräche und direkte Unterstützung vor Ort: Der Allgemeine Soziale Dienst (ASD) des Kreises Bergstraße erweitert sein Angebot und richtet ab sofort in den Regionen Ried, Bergstraße sowie Odenwald/Neckartal regelmäßige offene Sprechstunden ein. Familien, Kinder und Jugendliche erhalten damit die Möglichkeit, unkompliziert mit Mitarbeitenden des ASD ins Gespräch zu kommen und Fragen oder Anliegen rund um Unterstützungs- und Beratungsangebote direkt vor Ort zu klären.
„Mit dem neuen Angebot stärken wir die Bürgernähe unserer familienbegleitenden Dienstleistungen. Die Mitarbeitenden des Allgemeinen Sozialen Dienstes stehen während der Sprechstunden persönlich vor Ort zur Verfügung und führen teilweise auch vereinbarte Gespräche mit Familien. Darüber hinaus können Bürgerinnen und Bürger die offenen Zeiten nutzen, um sich ohne vorherige Terminvereinbarung über Hilfs- und Unterstützungsangebote zu informieren oder erste Anliegen zu schildern“, erklärt die Erste Kreisbeigeordnete und für das Thema zuständige Dezernentin Angelika Beckenbach.
Die offenen Sprechstunden werden in allen drei Regionen des Kreises eingerichtet. Für die Region Odenwald/Neckartal wurde eine 14-tägige offene Sprechstunde in der Außenstelle Mörlenbach, Schulstraße 1, eingerichtet. Bürgerinnen und Bürger können sich 14-tägig donnerstags von 13:30 bis 15:30 Uhr im ersten Stock des Bürgerhauses an die Mitarbeitenden wenden.
Meldungen zum Kinderschutz sollen allerdings weiterhin über die bekannten Meldewege – insbesondere das Kinderschutztelefon (Telefonnummer: 06252 / 154 188) oder die Kinderschutzmail (kinderschutz@kreis-bergstrasse.de) erfolgen. Hintergrund ist, dass entsprechende Hinweise im Jugendamt unmittelbar fachlich beraten und abgestimmt werden müssen. Selbstverständlich werden Personen, die sich mit entsprechenden Anliegen während der Sprechstunden an die Mitarbeitenden wenden, nicht abgewiesen.
Weitere Informationen zum Allgemeinen Sozialen Dienst gibt es unter https://www.kreis-bergstrasse.de/unser-buergerservice/familie-jugend-senioren/familienbegleitende-dienstleistungen/allgemeiner-sozialer-dienst/. Informationen zum Kinderschutz sowie die entsprechenden Kontaktmöglichkeiten sind unter https://www.kreis-bergstrasse.de/unser-buergerservice/familie-jugend-senioren/kinderschutz/ abrufbar.
Der Kreis Bergstraße weist darauf hin, dass auf der Homepage des Kreises unter www.kreis-bergstrasse.de/bekanntmachungen folgende öffentliche Bekanntmachung ab dem 29.05.2026 eingestellt ist:
Verkauf des ehemaligen Hotelkomplex „Bruchseehotel“ in Heppenheim durch den Eigenbetrieb Schule & Gebäudewirtschaft
Heppenheim, den 26.05.2026
| Johannes Kühn | Stefan Lienert |
| Techn. Betriebsleiter | Kaufm. Betriebsleiter |
Denselben Beruf von der Ausbildung bis zur Rente – das haben heutzutage kaum noch Menschen. Stattdessen arbeiten die meisten im Laufe ihrer Erwerbstätigkeit in fünf – teils vollkommen unterschiedlichen – Berufen. Um die Bergsträßerinnen und Bergsträßer bei diesen Umbrüchen und Richtungswechseln bestmöglich zu unterstützen und zu begleiten, gründete der Kreis Bergstraße gemeinsam mit der Agentur für Arbeit Darmstadt, der Wirtschaftsförderung Bergstraße GmbH, der IHK Darmstadt Rhein Main Necker, der Kreishandwerkerschaft Bergstraße, dem Kommunalen Jobcenter Neue Wege und der Kreisvolkshochschule Bergstraße (KVHS Bergstraße) das neue Netzwerk „Bildungspunkt Bergstraße“.
„Bildung ist unheimlich wichtig! Fortbildungen und Qualifizierungsmaßnahmen helfen nicht nur jedem Einzelnen beruflich weiterzukommen. Gut ausgebildete Fachkräfte, die sich stetig weiterbilden, stärken vor allem auch unsere Wirtschaft und bringen diese voran. Denn: Gut ausgebildete Menschen sind das Wertvollste, was wir als Gesellschaft haben“, hob Landrat Christian Engelhardt jüngst bei der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung zum Bildungspunkt Bergstraße hervor, die den offiziellen Start des Angebots und der dazugehörigen Homepage darstellte.
„Bildung ist essenziell, um im Arbeitsleben Fuß zu fassen und in einem Job zu bleiben. Uns von der Agentur für Arbeit war es daher wichtig, Menschen im Arbeitsleben dabei zu unterstützen, sich fortzubilden“, betonte auch Alexander Baumann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Darmstadt. Dazu gebe es zwar viele Informationen und Angebote, teils aber auch bereits zu viele, um nicht die Übersicht zu verlieren. Genau dort setzt das Projekt an: Der Bildungspunkt gibt Arbeitnehmenden und Arbeitgebenden einen Überblick darüber, welche kostenlosen, vertraulichen, neutralen und individuellen Fort-, Weiterbildungs- und Beratungsangebote es im Kreis Bergstraße für Erwerbstätige gibt.
Vorbild war der bereits existierende Bildungspunkt in Darmstadt, welchen die Agentur für Arbeit bereits initiiert hatte. Während es in diesen beiden Städten jeweils einen stationären Bildungspunkt gibt, erarbeitete das Team Bildungskoordination des Kreises Bergstraße gemeinsam mit der Agentur für Arbeit und den anderen Partnern ein neues Konzept: den ersten digitalen Bildungspunkt. Dies war notwendig, da ein einzelner stationärer Bildungspunkt für den gesamten Landkreis keine zufriedenstellende Lösung gewesen wäre. „Unser digitaler Bildungspunkt Bergstraße entspricht unserer Region und vor allem auch unserer Zeit! Bürgerinnen und Bürger können sich unabhängig von Öffnungszeiten und ohne lange Anfahrt ganz bequem von zuhause aus informieren – selbst mitten in der Nacht“, so Landrat Engelhardt.
Unter www.kreis-bergstrasse.de/bildungspunkt finden alle an beruflicher Weiterbildung Interessierten spannende Informationen sowie ein kurzes Quiz, das ihnen hilft, die richtige Ansprechperson für ihre Frage oder ihr Anliegen zu finden. Darüber hinaus wird es auch Veranstaltungen zu verschiedenen beruflichen Bildungsthemen geben.
Auch wenn Weiterbildung ein wichtiges Thema für alle gesellschaftlichen Gruppen ist, sehen die Netzwerkpartner, dass die vielen unterschiedlichen Informations- und Fortbildungsmöglichkeiten, die es bereits gibt, noch stärker bekannt gemacht werden müssen. Denn: „Weiterbildung ist kein Selbstläufer“, fasste Dietmar Schott, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Bergstraße zusammen. „Heute starten wir zwar mit dem Bildungspunkt, wir werden aber kontinuierlich daran arbeiten, ihn bekannt zu machen und weiterzuentwickeln.“
Auch die Wirtschaftsförderung Bergstraße GmbH beteiligt sich an dem Netzwerk Bildungspunkt. „Wir stehen vor der Herausforderung einerseits die Arbeitnehmenden mit Informationen zu versorgen, die ihnen weiterhelfen, und andererseits die Arbeitgebenden zu motivieren, in Bildung zu investieren. Es muss nicht immer eine neue Fachkraft von extern angeworben werden. Viele Stellen können Unternehmen auch durch Qualifizierungsmaßnahmen mit bereits vorhandenem Personal nachbesetzen. Das ist auch eine Form der Wertschätzung, die Mitarbeitende bindet. Mit unserem Projekt „Bildungscoach“ unterstützen wir die Mitarbeitenden, aber auch die Arbeitgeber, bei diesem Prozess“, so der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Bergstraße GmbH, Dr. Matthias Zürker.
„Neben den Arbeitgebenden gilt es jedoch auch noch weitere Gruppen zu aktivieren: zum Beispiel Schulabgänger. Viele junge Menschen empfinden die Vielzahl an Berufsmöglichkeiten als herausfordernd und haben Sorge, die „falsche Wahl“ zu treffen und machen deshalb zunächst ein Jahr Pause“, berichtete Torsten Heinzmann von der IHK Darmstadt Rhein Main Neckar. „Das Wichtigste ist der erste Schritt: Eine solide Grundlage zu schaffen – egal ob mit einer Ausbildung oder einem Studium“, betonte Heinzmann. „Hauptsache man startet – den Rest schreibt dann ohnehin das Leben.“
Eine weitere Zielgruppe, die angesprochen werden soll, ist die Kundschaft des Jobcenters. „Wir versuchen unsere Kundinnen und Kunden zu motivieren und fit für digitale Medien zu machen. Wenn das geschafft ist, ist der Bildungspunkt Bergstraße der nächste Schritt und ein erweiternder Anlaufpunkt“, so Dr. Melanie Marysko, Leiterin der Kommunalen Jobcenters Neue Wege.
Auch die KVHS Bergstraße ist als Weiterbildungsanbieter Teil des Netzwerks Bildungspunkt Bergstraße. „Durch unser umfangreiches Kursangebot im Bereich Beruf und Karriere stehen wir in engem Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern und erkennen frühzeitig, welche Themen besonders nachgefragt werden. Diese Erkenntnisse verbinden wir gezielt mit Impulsen aus unserem Netzwerk, um unser Programm weiterzuentwickeln. So schaffen wir die Grundlage für innovative und passgenaue Kurse, die den aktuellen Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger optimal entsprechen“, so Iwona Cissarz, Leiterin der KVHS.
Die Arbeitslosigkeit ist im Kreis Bergstraße im Mai 2026 gestiegen. So waren 7.124 Menschen arbeitslos gemeldet, 0,07 Prozent mehr als im April. Allerdings 143 Personen beziehungsweise 2,05 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug unverändert zum Vormonatsniveau 4,7 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 4,6 Prozent. Zum Vergleich: Für Hessen insgesamt liegt die Arbeitslosenquote aktuell bei 5,9 Prozent, deutschlandweit bei 6,3 Prozent.
Die Konjunktur kommt auch in Südhessen nicht in Gang. Das bestätigt der aktuelle Konjunkturbericht der IHK Darmstadt Rhein Main Neckar, für den rund 900 Unternehmen aus der Region befragt wurden. Die wirtschaftliche Stimmung hat sich demnach gegenüber Jahresbeginn deutlich verschlechtert: Nur 17 Prozent der befragten Unternehmen beurteilen ihre Lage als gut, 52 Prozent als befriedigend und 31 Prozent als schlecht. Die Industrie stagniert und kann keine zusätzlichen Aufträge generieren. Der Einzelhandel berichtet von zurückhaltenden Kundinnen und Kunden, auch der Dienstleistungssektor beklagt rückläufige Geschäfte.
Auch der Blick nach vorn bleibt verhalten. Nur zwölf Prozent der Unternehmen rechnen mit einer Verbesserung der Situation, 54 Prozent gehen von einer unveränderten Entwicklung aus. Jedes dritte Unternehmen (34 Prozent) befürchtet eine weitere Verschlechterung. Viele Betriebe legen deshalb Investitionen auf Eis: Nur 22 Prozent wollen mehr investieren, während 38 Prozent ihre Investitionen kürzen müssen. Bei Einstellungen zeigen sich die Unternehmen ebenfalls zurückhaltend.
Als größte Risiken für die weitere wirtschaftliche Entwicklung nennen die südhessischen Unternehmen die Qualität der Wirtschaftspolitik (64 Prozent), die schwache Inlandsnachfrage (62 Prozent) sowie die Energie- und Rohstoffpreise (61 Prozent). Besonders deutlich ist der Anstieg bei den Energie- und Rohstoffpreisen: Gegenüber Jahresbeginn legte diese Risikonennung um 15 Prozentpunkte zu. Hintergrund sind unter anderem die gestiegenen Energiepreise infolge des Iran-Kriegs. Landrat Christian Engelhardt sieht in den Ergebnissen ein klares Warnsignal für den Wirtschaftsstandort: „Unsere Unternehmen brauchen jetzt verlässliche und wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen. Dazu gehören spürbarer Bürokratieabbau, schnellere Genehmigungsverfahren, planbare und bezahlbare Energiepreise sowie eine Politik, die Investitionen wieder erleichtert. Nur wenn die Betriebe Planungssicherheit haben, können sie investieren, Arbeitsplätze sichern und neues Wachstum schaffen. Das, was wir auf regionaler Ebene beitragen können, tun wir weiterhin mit voller Kraft.“