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Hirschhorner Stadtanzeiger
Ausgabe 25/2019
Amtliche Bekanntmachungen
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Nachrichten aus dem Landratsamt Heppenheim

Sich selbst und andere schützen

Vor Kurzem veranstaltete das Gesundheitsamt des Kreises Bergstraße an der Erich-Kästner-Schule in Bürstadt mit allen neunten Klassen einen Workshop zum Thema „Impfen“. Dabei erfuhren die Schülerinnen und Schüler nicht nur, warum sie sich impfen lassen sollten oder wie die Immunisierung funktioniert, sondern sie konnten auch direkt ihren Impfstatus überprüfen lassen. Einen besonderen Schwerpunkt bei dem Workshop bildete das aktuelle Thema „Masern“. Den entscheidenden Impuls für diese Aktion lieferten die beiden Bürstädter Biologielehrerinnen Constanze Ernst und Eva Stahl. Am Workshop-Tag war auch die Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernentin Diana Stolz in Bürstadt, um sich ein persönliches Bild von dem bisher einmaligen Angebot zu machen.

„Masern sind eine höchst ansteckende Krankheit. Durch eine einfache Impfung können wir gravierende Schicksale vermeiden und zudem andere Menschen, die sich zum Beispiel wegen einer chronischen Erkrankung oder eines schwachen Immunsystems nicht selbst impfen lassen können, schützen“, betonte Stolz. Außerdem könne die Veranstaltung dabei helfen, dass in Familien wieder mehr über Impfen gesprochen werde. „Die Schülerinnen und Schüler tragen das Thema weiter in den Familienalltag und können so dazu beitragen, dass sich mehr Menschen impfen lassen“, so die Gesundheitsdezernentin. Denn es seien nicht die Impfgegner, die den Großteil der ungeimpften Bevölkerung ausmachten. „Vielmehr sind es die Impfbefürworter, die ihre Auffrischungsimpfungen aus den Augen verloren haben“, erklärte die ebenfalls anwesende Allgemeinmedizinerin Dr. med. Elfi Hoffmann. „Daher ist es wichtig seinen Impfpass immer mal wieder dem Hausarzt vorzulegen und prüfen zu lassen, ob man noch geschützt ist.“

Ein besonders wichtiger Aspekt beim Impfen, der speziell bei der Masernimpfung zum Tragen kommt, ist der sogenannte „Herdenschutz“. Dieser ist vor allem für die Menschen wichtig, die sich selbst nicht impfen lassen können - wie zum Beispiel Babys, die noch zu jung zum Impfen sind, oder Menschen mit chronischen Erkrankungen. Sie sind darauf angewiesen, dass möglichst viele Menschen geimpft sind, da sie durch die immunen Menschen vor einer Ansteckung und Ausbreitung der Krankheit geschützt sind. „Der eigene Schutz trägt somit gleichzeitig zum Schutz der Gesellschaft bei“, betonte die Vize-Landrätin. Sie befürwortet deshalb eine verpflichtende Impfung gegen Masern. „Ein besonderes Augenmerk liegt für uns zudem auf der HPV-Impfung. Eltern von Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren ist anzuraten, die Kinder und Jugendlichen gemäß Empfehlung der Ständigen Impfkommission am Robert-Koch-Institut (RKI) gegen das HP-Virus impfen zu lassen. Versäumte Impfungen sollten so früh wie möglich nachgeholt werden - dies kann bis zum Alter von 17 Jahren erfolgen. Diese Impfung schützt vor bestimmten Krebsarten - eine absolute Sensation, wenn Sie mich fragen“, betonte Diana Stolz. Für jeden empfiehlt sich eine individuelle ärztliche Beratung auf Grundlage der aktuellen Impfempfehlungen des RKI zum eigenen Impfstatus.

Bildungsangebote für Neuzugewanderte optimieren

Darja Janus und Tanja Kirsch setzen seit wenigen Wochen die Arbeit der Stabsstelle Bildungskoordination für Neuzugewanderte im Kreis Bergstraße fort. In Folge der Flüchtlingswelle 2016 und der daraus resultierenden Herausforderungen zur Integration der Geflüchteten in unsere Gesellschaft hatte Landrat Christian Engelhardt bereits 2017 diese Stabsstelle eingerichtet, die zunächst mit Maria Lauxen-Ulbrich und Viktoriya Ordikhovska engagierte Mitarbeiterinnen fand.

Der Auftrag der Stabsstelle bestand darin, Transparenz in Hinblick auf die Bildungsangebote und -anbieter herzustellen, Doppelstrukturen und Bedarfe zu identifizieren, Angebote auf die Bedarfe auszurichten, interne und externe Bildungsakteure zu vernetzen und das gemeinschaftliche Zusammenwirken zu fördern. Zudem sollte ein ressortübergreifendes abgestimmtes Handeln hergestellt und Bildung als Querschnittsaufgabe etabliert werden. Das entsprechende Programm „Kommunale Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzugewanderte“ wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und von der Transferagentur „Kommunales Bildungsmanagement“ unterstützt. Der Bund will dieses Projekt weiterführen und wird dem Kreis dazu in den kommenden zwei Jahren insgesamt rund 280.000 Euro zur Verfügung stellen.

Denn: Die eingerichtete Stabsstelle hat sich mehr als bewährt, über sie konnten zahlreiche Angebote für Neuzugewanderte geschaffen und bestehende Angebote miteinander vernetzt werden. So wurden in einer Gesamtübersicht über die „Bildungslandschaft der Zugewanderten im Kreis Bergstraße“ die existierenden Angebote zusammengefasst. Für Mitbürgerinnen und Mitbürger, die im Ausland berufliche Qualifikationen erworben haben, haben die Bildungskoordinatorinnen zudem eine Handreichung für die Praxis sowie ein Infoblatt für Migrantinnen und Migranten erstellt. Auch ein Serviceangebot für Ehrenamtliche aus der Flüchtlingsarbeit hat die Stabsstelle erarbeitet. So wurde den Ehrenamtlichen beispielsweise ein Überblick über die Zuständigkeiten innerhalb der Kreisverwaltung und Kontaktdaten zur Verfügung gestellt. Die Bildungskoordinatoren haben in den vergangenen zwei Jahren damit einen wichtigen Beitrag für die Integration von geflüchteten Menschen geleistet. Daran knüpfen Darja Janus und Tanja Kirsch nun an.

Landrat Christian Engelhardt zeigte sich erfreut, dass die Arbeit der Stabsstelle dank der Verlängerung des Förderprogramms des Bundesministeriums für Bildung und Forschung in den kommenden Jahren mit zwei Expertinnen fortgesetzt werden kann: „Dadurch besteht die Möglichkeit, die Bildungsangebote für Neuzugewanderte im Kreis noch einmal an die aktuellen Bedürfnisse und Gegebenheiten anzupassen“, hebt Landrat Christian Engelhardt hervor. „Das ist mir wichtig, da Integration nur über Sprache und Bildung funktionieren kann. Investitionen in Bildung sind Investitionen in die Zukunft.“

„Frühe Hilfen“ veranstaltete Informationsveranstaltung zu FASD

Bei rund 4.000 Neugeborenen in Deutschland wird jedes Jahr die Fetale Alkoholspektrumstörung (engl. Fetal Alcohol Spectrum Disorder oder kurz FASD) mit den damit einhergehenden Behinderungen diagnostiziert.

FASD ist ein Oberbegriff für ein Spektrum verschiedener möglicher Störungen, die bei einem ungeborenen Kind entstehen können, wenn die Mutter während der Schwangerschaft Alkohol konsumiert. Selbst geringste Mengen Alkohol können die Entwicklung des Fötus bereits beeinflussen. Bei FASD können alle oder auch nur einzelne Bereiche der sozialen, emotionalen, kognitiven sowie körperlichen Entwicklung betroffen sein. Mögliche Merkmale sind unter anderem Auffälligkeiten im Erscheinungsbild, wie Minderwuchs, Kleinköpfigkeit oder Gesichtsveränderungen, aber auch Verhaltensstörungen sowie geistige und motorische Entwicklungsverzögerungen.

Um auf die Gefahren von Alkoholkonsum in der Schwangerschaft sowie auf den „richtigen“ Umgang mit FASD-Kindern aufmerksam zu machen, richtete der Fachdienst „Frühe Hilfen“ des Bergsträßer Jugendamtes vor Kurzem eine Informationsveranstaltung zu diesem Thema in Heppenheim aus. Daran nahmen rund 60 Fachkräfte des Netzwerks „Frühe Hilfen“ teil - unter anderem Familienhebammen und -krankenschwestern, Beratungsstellen, Schwangerenberatungsstellen, Familienzentren, Erzieherinnen und Erzieher sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jugendamtes. Bei der Veranstaltung erläuterte Dorothea Allandrieu die Ursachen, Erscheinungsformen und Auswirkungen von FASD auf Säuglinge und Kleinkinder. Sie illustrierte ihren Vortrag mit vielen Beispielen aus ihrem persönlichen Leben, da ihr eigenes Pflegekind von FASD betroffen ist.

„Die gefährlichen Folgen, die Alkoholkonsum in der Schwangerschaft haben kann, dürfen junge Frauen und werdende Mütter nicht unterschätzen“, betonte die Vize-Landrätin und Gesundheitsdezernentin Diana Stolz. „Die hohe Dunkelziffer von Kindern, die eine Fetale Alkoholspektrumstörung haben, ist alarmierend! Ich sehe es daher als wichtige Aufgabe der Kreisverwaltung an, junge Frauen und werdende Mütter für einen verantwortungsvollen Umgang mit dem neuen, ungeborenen Leben zu sensibilisieren und über mögliche Folgen von Alkoholkonsum in der Schwangerschaft aufzuklären.“

Alles über Alkohol, Drogen, Medien und Glücksspiel

Wenn jemand süchtig ist, dann belastet das nicht nur den Betroffenen selbst, sondern auch die Menschen in seinem Umfeld sehr. Besser für alle, es kommt gar nicht erst zur Sucht. Doch was ist Sucht und wie kann man sie vermeiden?

Die Antworten auf diese Fragen und viele weitere wertvolle Infos zum Thema bietet der Aktionstag „Suchtprävention“ am Donnerstag 27. Juni ab 10.00 Uhr um den Lammertsbrunnen in Bensheim (Hauptstraße, Ecke Lammertsgasse).

Nutzen Sie die Möglichkeit, im Gespräch mit Fachkräften zu fragen, was Sie zum Thema Sucht wissen möchten. Zusätzlich werden interessante Mitmachaktionen geboten, die ein besseres Verständnis darüber geben sollen, wie es zur Sucht kommt und welche Auswirkungen Sucht haben kann.

Für die Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernentin Diana Stolz ist der Aktionstag ein positives Signal: „Mit dem Aktionstag Suchprävention möchten wir das Thema Sucht sowie Wege der Prävention in der Öffentlichkeit ins Gespräch bringen. Außerdem können sich Interessierte über die vorhandenen Hilfsangebote hier vor Ort informieren. Ich möchte deshalb allen Partnern und Projektverantwortlichen für ihre Teilnahme und Engagement sehr herzlich danken.“

Der Aktionstag Suchtprävention ist eine gemeinsame Aktion des Kreises Bergstraße, des Kooperationskreises „Suchtprävention Rhein Neckar“ und der Fachstelle Suchtprävention im Kreis Bergstraße der AWO Jugend- und Suchtberatung PRISMA. Der Aktionstag in Bensheim wird zudem unterstützt von zahlreichen Partnern vor Ort. Dazu gehören die Gesundheitspräventionsstelle des Kreises Bergstraße, die Selbsthilfegruppen im Kreis Bergstraße, die Caritas Suchthilfe Heppenheim, die Wohnungsnotfallhilfe - Streetwork des Diakonisches Werk Bergstraße, die Polizei Bensheim, das Gesundheitsamt und die AWO Jugend- und Suchtberatung PRISMA - Glückspielberatung. Der Aktionstag endet gegen 16.00 Uhr.