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Hirschhorner Stadtanzeiger
Ausgabe 25/2020
Veranstaltungen
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Förderverein Klosterkirche

Ausklang-Konzerte in der Hirschhorner Klosterkirche trotzen Corona

Der Corona-Virus kann die Kloster-Konzerte in Hirschhorn nicht aufhalten. Unter Einhaltung besonderer Vorkehrungen und in Absprache mit dem „Hausherr“ Pater Joshy startete die Ausklang-Reihe letzte Woche, die erneut unter der Schirmherrschaft des Landrats Christian Engelhardt steht.

Somit finden wöchentlich jeweils am Mittwoch ab 20:44 Uhr ein Ausklang-Konzert statt, mit Public Viewing im Klosterhof und Übertragung ins Internet.

Auch die Organisatoren im Förderverein Klosterkirche sind sich der Verantwortung bewusst und treffen für die Durchführung jedes der Konzerte besondere Vorkehrungen:

  • In der Klosterkirche werden Plätze nummeriert und zugewiesen. So wird einerseits gewährleistet, dass der nötige Abstand eingehalten wird, gleichzeitig werden die Personalien pro Person und zugewiesenem Platz aufgenommen. Sicher ist sicher.

  • Für alle Besucher, die angesichts der strikt limitierten Plätze in der Kirche hier keinen Zugang mehr finden, wird im Klosterhof des Karmeliterklosters ein „Public Viewing“ bzw. „Public Listening“ eingerichtet. Das Konzert wird über Lautsprecher und Bildschirm ins Freie übertragen. Auch hier werden alle Vorsichtsmaßnahmen strikt eingehalten

  • Sollte das Wetter an diesem Tag nicht mitspielen, wird das Konzert kurzerhand elektronisch in den Kapitelsaal übertragen, wo die Besucher dann herzlich willkommen sind
  • Während des Konzerts dürfen die Masken unter bestimmten Voraussetzungen abgenommen werden. Beim Betreten und beim Verlassen der Räume jedoch herrscht strikte Maskenpflicht
  • Und nicht zuletzt die gute Nachricht für alle, die an den Abenden vor Ort nicht teilnehmen können: Sie haben die Gelegenheit, die Konzerte via Livestream im Internet zu verfolgen

Romantik pur!

Der zweite Abend der Ausklang-Reihe am Mittwoch 24. Juni um 20.44 Uhr in der Klosterkirche lädt ein zur puren Romantik. Aleksandra Pechytiak (Querflöte) und Anna Gaś (Klavier) sind an diesem Abend auf der „Suche nach Lyrik“. Folglich stehen die romantischen Fünf auf dem Programm: Robert Schumann mit drei Romanzen, op. 94, Frederic Chopin mit Variationen über ein Rossini-Thema, Claude Debussy mit einem berückenden Flötensolo und Franz Schubert.

Dieser Abend entschädigt für das Maskentragen mit Musik so innig und feinsinnig, wie sie nur sein kann. Aleksandra Pechytiak, virtuos auf der Konzertflöte, interpretiert die Lyrik der Romantiker gemeinsam mit Anna Gaś am Klavier.

Schumann beispielsweise überreichte die drei Romanzen seiner Frau Clara 1849 als Weihnachtsgeschenk. Komponiert hatte er die Stücke in nur fünf Tagen. Eigentlich für Oboe und Klavier komponiert, lassen sich diese Romanzen perfekt mit Flöte interpretieren. Diese Stücke entsprachen so gar nicht dem vorwärtsdrängenden revolutionären Geist der damaligen Zeit, sondern sind ganz und gar Ausdruck der inneren Verspieltheit Schumanns und seiner Zugewandtheit zu seiner Liebe Clara.

Bereits 25 Jahre zuvor hatte Frederic Chopin seine „Variazionen“ über ein Rossini-Thema komponiert. Chopins Musik ist geprägt vom Einfluss seiner polnischen Heimat und seiner Liebe zum Belcanto, das er in der Oper besonders schätzte. Oft ließ er sich von Bellini inspirieren, und wie der Titel der an diesem Ausklang gespielten Stücke beweist, auch von Rossini. In seinen Kompositionen weitete er die Klangfarben des Klaviers deutlich aus. Seine Musik sollte so eindringlich klingen wie ein romantisches Lied, leise, nuancenreich und innig.

Debussys Flötenstück Syrinx entstand 1913 und zwar als Begleitstück zu einem Drama, das den Verwandlungsmythos der Nymphe Syrinx beschreibt. Bei der Uraufführung spielte der Flötist gemäß Regieanweisung unsichtbar hinter einem Paravent. „Die Musik beginnt da, wo das Wort unfähig ist, auszudrücken. Musik wird für das Unaussprechliche geschrieben“, hielt Debussy seinen Kritiker entgegen, die seine Musik nicht immer verstanden.

Und schließlich tritt mit seiner Musik der seelenvolle und melancholische Schubert auf. So wie man ihn kennt. Mit der Sonata a-moll D821 – Arpeggione – hat Franz Schubert ein Stück einem besonderen, heute nicht mehr beachten Instrument, der Arpeggione, gewidmet. Es ist ein ausgesprochenes Virtuosenstück, das die Instrumente durch brillante Passagen führt. Als Interpretation auf Flöte und Klavier wird es ein ganz besonderes Erlebnis.

Der zweite Ausklang-Abend in der Klosterkirche Hirschhorn wird bei aller Romantik unter strengen Auflagen der o.g. Corona-Bestimmungen durchgeführt. Das Konzert kann auch von zuhause aus verfolgt werden, Infos dazu gibt es auf www.ceol.studio. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.