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Hirschhorner Stadtanzeiger
Ausgabe 25/2021
Vereine und Verbände
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Förderverein Klosterkirche

Ausklang-Konzert „Im Dunkeln ist gut munkeln!“

„Im Dunkeln ist gut munkeln!“, dachte sich Blockflötistin Almut Werner und überschrieb mit dem Titel eines Liedes des Barock-Komponisten Johann Philipp Krüger ihr neues gleichnamiges Soloprogramm. Und was wäre passender gewesen für eines der unter der Schirmherrschaft von Staatsministerin Angela Dorn stehenden abendlichen „Ausklang-Konzerte“, die der Förderverein Klosterkirche auch in diesem Sommer wieder im besonderen Ambiente des gotischen Kirchleins am Berg veranstaltet, als ein musikalisches Programm, das sich ganz und gar dem Thema Abend und Nacht und den sich darin abspielenden „Munkeleien“ und Liebeleien widmet?

46 Besucher konnte Fördervereinsvorsitzender Roland Ziegler zum Blockflötenkonzert von Almut Werner in der Kirche begrüßen – alle unter Corona-Bedingungen verfügbaren Plätze waren damit besetzt.

Und schon „munkelte“ sie los, die stattliche Bass-Blockflöte, die die Konzertflötistin und Musikpädagogin für den Eröffnungspotpourri aus Abend- und Nachtliedern ganz unterschiedlicher Couleur ausgewählt hatte. Ihr oblag es, die barocke Titelmelodie des Konzertabends aufzugreifen, gefolgt von einem von Almut Werner selbst arrangierten jiddischen Partisanenlied aus dem zweiten Weltkrieg, das der Wilnaer Dichter Hirsch Glick einst zu Papier gebracht hatte. Das Ende des Anfangs machte schließlich eine ebenfalls von Werner arrangierte Phantasie voller schnörkelreicher Variationen über das Abendlied „Der Mond ist aufgegangen“.

Als nächstes kündigte die Instrumentalsolistin ein Stückchen des frühromantischen österreichischen Komponisten und Blockflötisten Ernst Krähmer an: Ein „musikalischer Bravo-Artikel des 19. Jahrhunderts“ erwarte die Zuhörer, ließ Werner ihr Publikum wissen. Nun war es an der Barock-Sopranflöte, die Zuhörer mit allerlei verspieltem „Gemunkel“ zu erfreuen.

„Ein Uhr ist es in finsterer Nacht, da hat sich die Katze aufgemacht ...“, rezitierte die Flötistin. Dann ließ die Tenorflöte das nächtliche Lustwandeln eines Stubentigers im „CatRagTap“ aus Almut Werners Feder lebendig werden.

Die „Desert Night“ der zeitgenössischen Komponistin Beverley Lea entführte das Publikum in die monddurchflutete Einsamkeit der australischen Wüste. In virtuosen Variationen über ein Stückchen des auch als „blinder Glöckner“ bekannten Niederländers Jakob van Eyck aus dem frühen 17. Jahrhundert begeisterte Werner die Zuhörer auf einer Renaissance-Sopranflöte. Ein swingender „Barbecue Blues“ ließ schließlich das musikalische Feuer in der Klosterkirche erlöschen. Viel Applaus quittierte Almut Werner mit einer Zugabe: „Summertime“ von George Gershwin entließ die Konzertbesucher in den lauen Sommerabend.

Text: B. Nolten-Casado, RNZ