Titel Logo
Hirschhorner Stadtanzeiger
Ausgabe 28/2026
Aus dem Rathaus
Zurück zur vorigen Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Resilienz durch Führung stärken

Von links: Dr. Matthias Zürker, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Bergstraße GmbH (WFB), Dr. Maximilian Fischer, Caremed2 und PREVION; Claudia Leißler, Personalleitung bei RöhriGgranit® GmbH, Simon Rosenlechner, Berater bei Mitarbeiterunterstützungsprogramm Rhein-Neckar e.V., Brigitte Stein-Kaucher und Marco Kreuzer (beide WFB).

Wirtschaftsförderung Bergstraße veranstaltete 15. HR-Netzwerktreffen in der Wirtschaftsregion Bergstraße

„Resilienz ist längst kein weiches Thema mehr, sondern ein zentraler Faktor für die Zukunftsfähigkeit unserer Unternehmen. Gerade kleine und mittlere Betriebe stehen vor der Aufgabe, ihre Mitarbeitenden gesund, leistungsfähig und motiviert zu halten. Mit unserem HR-Netzwerk wollen wir hierfür praxisnahe Impulse geben und den Austausch in der Wirtschaftsregion Bergstraße stärken“, so Dr. Matthias Zürker, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Bergstraße GmbH (WFB), bei der Eröffnung des 15. HR-Netzwerktreffens in der Wirtschaftsregion Bergstraße, das kürzlich bei BB Event – Tagungslocation in Mörlenbach stattfand.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand das Thema „Resilienz durch Führung – körperliche und mentale Gesundheit wirksam fördern“. Das HR-Netzwerk in der Wirtschaftsregion Bergstraße richtet sich an Unternehmerinnen und Unternehmer sowie Personalverantwortliche und bietet ihnen die Möglichkeit, sich zu aktuellen Themen der Personalführung zu informieren, Erfahrungen auszutauschen und Kontakte zu knüpfen. „HR“ steht hierbei für „Human Resources“. Die jüngste Veranstaltung nahm die Frage in den Blick, wie Unternehmen Resilienz im Arbeitsalltag wirksam stärken können – körperlich, etwa durch Arbeitsfähigkeit, Ergonomie und Prävention, ebenso wie mental durch ein gesundheitsförderndes und präventiv gestaltetes Arbeitsumfeld.

Den Auftakt machte Dr. med. Maximilian Fischer, Facharzt für Allgemein- und Arbeitsmedizin, Caremed2 Praxis für Allgemein- und Arbeitsmedizin sowie PREVION – Prevention & Longevity Center. Unter der Überschrift „Arbeitsfähigkeit messbar machen – der unterschätzte Hebel für Produktivität, Resilienz und unternehmerischen Erfolg“ erläuterte er, weshalb körperliche Leistungsfähigkeit in Organisationen systematisch betrachtet werden sollte. Die eigentliche Herausforderung beginne oft lange vor der Krankschreibung – mit dem schleichenden Verlust von Leistungsfähigkeit im Arbeitsalltag. „Wer Arbeitsfähigkeit messbar macht, erkennt frühzeitig, wo Belastungen entstehen und wo Prävention ansetzen muss. Unternehmen gewinnen dadurch nicht nur gesündere Mitarbeitende, sondern auch mehr Stabilität und Produktivität“, betonte Fischer. Zudem hatte er konkrete Quick Wins für Unternehmen im Gepäck, die sich direkt im betrieblichen Alltag anwenden lassen.

Ein Praxisbeispiel aus der Region lieferte Claudia Leißler, Personalleitung der RÖHRIGgranit GmbH. Sie zeigte auf, wie Gesundheit, Arbeitsfähigkeit und Unternehmenskultur in einem Unternehmen zusammengedacht werden können. Vor dem Hintergrund körperlicher Belastungen, Schichtarbeit, Fachkräftemangel und einer alternden Belegschaft werde Arbeitsfähigkeit zu einem strategischen Thema. Dabei machte sie deutlich, dass Resilienz nicht durch Einzelmaßnahmen entsteht, sondern durch langfristiges und konsequentes Handeln. Maßnahmen zur Gesundheitsförderung seien dann besonders wirksam, wenn sie zur Unternehmenskultur passen und von Führungskräften wie Mitarbeitenden gemeinsam getragen werden. „Gesundheit entsteht nicht durch einzelne Aktionen, sondern durch eine Haltung im Unternehmen. Entscheidend ist, dass Führung, Kommunikation und Arbeitsbedingungen zusammenwirken“, so Leißler.

Die mentale Gesundheit nahm anschließend Simon Rosenlechner, Berater beim Mitarbeiterunterstützungsprogramm Rhein-Neckar e.V., in den Blick. In seinem Vortrag „Mentale Gesundheit: Wettbewerbsvorteil statt Risiko – Prävention wirksam in Organisationen verankern“ zeigte er auf, dass psychische Belastungen nicht allein als individuelles Thema verstanden werden sollten. Sie seien vielmehr auch Ausdruck von Strukturen, etwa unklaren Rollen, ständiger Erreichbarkeit, fehlenden Pausen oder unzureichendem Konfliktmanagement. „Mentale Gesundheit wird für Unternehmen zu einem echten Wettbewerbsfaktor. Wer ein Umfeld schafft, in dem Belastungen angesprochen werden können und Hilfe erreichbar ist, stärkt Bindung, Leistungsfähigkeit und Vertrauen“, erklärte Rosenlechner.

Weiterführende Informationen und Neuigkeiten für das HR-Netzwerk gab anschließend Brigitte Stein-Kaucher, Projektmanagerin im Unternehmens- und Gründungsservice der WFB. Dabei ging es unter anderem um Unterstützungsangebote für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sowie um die Bildungscoach-Beratung der WFB. Unternehmen, die ihre Mitarbeitenden gezielt weiterentwickeln und passende Fördermöglichkeiten nutzen möchten, können sich hierzu direkt an die WFB wenden.

Nach den Vorträgen gab es Raum für Fragen und Austausch. Die Teilnehmenden nutzten die Gelegenheit, eigene Erfahrungen einzubringen und mit den Referentinnen und Referenten über konkrete Herausforderungen in ihren Unternehmen zu sprechen. Dabei zeigte sich, dass Resilienz und Gesundheit im Arbeitsalltag viele Personalverantwortliche beschäftigen – insbesondere vor dem Hintergrund von Fachkräftemangel, steigenden Anforderungen und dem Wunsch, Mitarbeitende langfristig zu binden.

Das Schlusswort sprach Marco Kreuzer, Leiter des Unternehmens- und Gründungsservices der WFB. Er fasste zusammen, dass Resilienz in Unternehmen nicht allein durch einzelne Maßnahmen entstehe, sondern durch ein Zusammenspiel aus Führung, Prävention, Unternehmenskultur und konkreten Angeboten für die Mitarbeitenden. Die Veranstaltung habe gezeigt, wie wichtig es sei, körperliche und mentale Gesundheit gemeinsam zu denken und praxistaugliche Lösungen für den betrieblichen Alltag zu entwickeln.

Nach dem offiziellen Teil nutzten die Teilnehmenden die Veranstaltung, um die Gespräche mit den Referierenden und weiteren Akteuren der Veranstaltung fortzusetzen und neue Kontakte innerhalb der Wirtschaftsregion Bergstraße zu knüpfen.