Vier junge Männer begeisterten das Publikum in der Klosterkirche zum neunten Mal. Längst haben sich Felix & Florian Roh, Fabian Held und Pierre Moreira als Saxophonquartett in der Profiliga etabliert und wenn es gut läuft, feiern sie 2027 ihr 10-jähriges Ausklang-Jubiläum.
Mit Instrumenten in den Stimmlagen Bariton bis Sopran zauberten sie einen Sound in das historische Gemäuer, der keine Vergleiche zu scheuen braucht. Von Vivaldis „Jahreszeiten“ bis zur Minimal Music von Philip Glass kredenzten sie den Ohren des angeregt mitgehenden Publikums eine stilistische Bandbreite, die erst durch gediegene Spieltechnik und ausgeklügelte Arrangements aus eigener Feder möglich wurde.
Wann erlebte man den Teufel auf einem düsteren Friedhof swingender grooven als in Felix Rohs Fassung des „Danse Macabre“ von Camille Saint-Saëns? Hat man „Baby I love your way“ im Radio je besser gehört als in Pierre Moreiras Arrangement?
Für Soli, zu denen jeweils ein Musiker aufstand, gab es spontanen Szenenapplaus und eine gute Stunde, gefüllt mit Highlights vom 20er-Jahre-Flair in „That’s a plenty“ bis zur irischen Tanzfreude eines „Sir Patrick“, verging wie im Flug.
Das Publikum spendete stehend tosenden Beifall. Eine Zugabe war geplant – doch zwei wurden nötig. Das abschließende „Viva la Vida“ von Coldplay nutze Florian Roh, die Saxophoniker der Anonymität zu entreißen und stellte das Quartett namentlich vor, was den Applaus-Level weiter in die Höhe trieb.
Aloisia Sauer vom Förderverein erläuterte die finanzielle Notwendigkeit von Konzertpaten. Am Mittwoch übernahm das Unternehmen Mathes, Schreinerei und Küchen, vertreten durch Patrick Kwiska, den Part des Sponsors. Ohne dieses Zubrot wäre das künstlerische Niveau der Ausklang-Konzerte schwerlich zu halten.
Paul Keßler und Pater Sijoy sprachen den bei Klosterkonzerten obligatorischen Abendsegen, danach ging es zu „meet & talk“ bei „Sekt oder Selters“ ins Freie.
Text und Bild: R. Autenrieth