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Hirschhorner Stadtanzeiger
Ausgabe 32/2020
Vereine und Verbände
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Förderverein Klosterkirche

Gut gemacht!

Schüler, Lehrer und Familien haben allen Grund stolz zu sein. Im bunt gemischten Programm des letzten Ausklang-Konzerts haben die Protagonisten gezeigt, was sie bisher gelernt haben. Und das konnte sich sehen lassen!

Zu hören waren Blockflöten in den verschiedensten Variationen, mal im Altflötentrio (Anna Debo, Anna Hölz und Annika Schwinn) mit dem Armstrong-Klassiker „What a wonderful world“ oder im Bassflötenduett (Lynn Sauter und Christina Lechner) mit den Variationen von E.Krämer. Alleine schon die schiere Größe der Bassflöten hat beeindruckt. Ihr Sound so überzeugend weich und tief, dass man davon gar nicht genug kriegen konnte.

Eher klassisch dagegen wirkte das Trio mit Altflöte (Thanh Mai Trinh), Tenorflöte (Lena Debo) in der Melodiestimme und Bassflöte (Christina Lechner) als Begleitstimme in "Blue Train" von Rosin. Dieses Werk schöpft raffiniert das Klangspektrum der Blockflöte aus. Bassflöte und die Tenorflöte imitieren den Rhythmus einer Lokomotive, dazu spielt die Altflöte eine wunderbar romantische Melodie, die wirkt wie eine vorbeiziehende liebliche Landschaft. Am liebsten möchte man in diesen Zug einsteigen und mitfahren.

Aber auch solistisch kommen die Blockflöten zum Einsatz mit „Hidden Tears“, die Bassblockflöte kommt mal temperamentvoll oder auch melancholisch zum Spiel, wunderbar dieser unbekannte, samtweiche tiefe Klang. Aber auch die Altflöte gespielt von Mara Fuchs entführt uns ins ferne Weiten in den Westen Amerikas: Dieses Stück ist dem Häuptling Seattle gewidmet: "Heilige Erde ...", man spürte das Mystische, die Naturverbundenheit in dieser Musik.

Laura Scheuermann spielte fantastisch ein Werk des hier ansässigen Komponisten Harald Heilmann. Eine Psalm-Vertonung mit Variationen, die teilweise an eine mittelalterliche Spielmannsmusik erinnerten.

Auch die Harfen führten in verschiedene Welten, Alicia Andryczka spielte ein modernes Werk mit dem Frauennamen "Lilith", diese Melodie klang fast schon jazzig, das Nocturne von Emilia war impressionistisch und führte den Zuhörer in eine verträumte Berglandschaft, in der ein Lufthauch die Herbstblätter tanzen lässt.

Um einen Tanz ging es auch mit der Querflöte. Anna Thommes spielte den „Danse de la chevre“, und man konnte sich das ausgelassene Spiel der Ziegen förmlich vor Augen führen. Die Musik erzählte von frechen Bocksprüngen und verträumtem Tänzeln. Sehr eindrucksvoll.

Auch die Klavierspieler begeisterten mit ihren Darbietungen: Miriam Hahn überzeugte mit ihrem eleganten und sicheren Spiel der „Alla Turca“ von W.A. Mozart, Johannes Thommes nutze das ganze Klangspektrum des Klaviers und spielte sicher und präzise „All of me“ von J. Schmidt. Man spürte, dass auch er in dieses Spiel „alles von sich“ gegeben hat. Hier Tempo und Temperament, und dann Einfühlung in eine romantische Stimmung, wie sie Antonia Lechner präsentierte. Musikalisch und dynamisch wunderschön ausgefeilt spielte sie das „Venezianische Gondellied“ von Mendelsohn Bartholdy, mit seinen leisen Töne – ein sanftes Wiegen der Gondel auf einem der Kanäle Venedigs.

Und nicht zuletzt zeigten die Cellistinnen Stella Franzisko und Elisa Enger, wie sicher und präzise sie ihre Instrumente beherrschten. Ein Vergnügen für das Publikum. Mit Bravour meisterte Elisa Enger das „Rondo“ von Goltermann mit seinen schwierigen Lagenwechseln.

Am Ende spürte man die Erleichterung der Schüler und die Freude der Lehrer nach einer gelungenen Vorführung. Christina und Franz Lecher haben die Künstler des Abends mit ihrer professionellen Ruhe „geerdet“, ihnen die nötige Zuversicht zugesprochen und am Ende auch nicht mit verdientem Lob gespart. Es war ein Vorspielen der besonderen Art, das sowohl für Schüler wie auch für das Publikum eine echte Bereicherung war. Gut gemacht!

Text: A. Sauer