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Hirschhorner Stadtanzeiger
Ausgabe 33/2020
Aus dem Rathaus
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Nachrichten aus dem Landratsamt Heppenheim

Stark. Sozial. Vor Ort.

Wie es ist, unverschuldet in finanzielle Not zu geraten und nicht zu wissen, wie der monatliche Lebensunterhalt sichergestellt und die Miete aufgebracht werden soll, erfahren während der Corona-Pandemie viele bislang uneingeschränkt Erwerbstätige. Insbesondere bei den sogenannten „Soloselbständigen“ brachen von einem auf den anderen Tag Aufträge und Einnahmen weg.

Mit dem Sozialschutzpaket hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) übergangsweise die Möglichkeit eröffnet, unter erleichterten Bedingungen schnell und unkompliziert Grundsicherungsleistungen nach dem SGB II zu beantragen. Dass dieser Schritt für viele notwendig war und ist, bezeugt der weit überdurchschnittliche Anstieg der Neuantragszahlen in den Kommunalen Jobcentern.

Allein im Juli waren im Landkreis Bergstraße 6.584 Personen arbeitslos gemeldet, was einer Arbeitslosenquote von 4,4 Prozent entspricht. Bei Neue Wege Kreis Bergstraße – Kommunales Jobcenter - wurden gegenüber dem Vergleichszeitraum Juli 2019 28% mehr Neuanträge auf Arbeitslosengeld II (umgangssprachlich auch „Hartz IV“ genannt) gestellt.

„Unser Kommunales Jobcenter und deren Mitarbeitende arbeiten motiviert und unermüdlich daran, den Bürgerinnen und Bürgern so schnell wie möglich zu helfen. Um diese Aufgabe zu bewältigen, haben die Verantwortlichen mit dem Lock-Down Mitte März „über Nacht“ interne Arbeitsprozesse an die neue Situation angepasst.“ so die für das Kommunale Jobcenter zuständige Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz. Da keine persönlichen Vorsprachen mehr stattfinden konnten, setzen die Kommunalen Jobcenter verstärkt auf Beratung per Telefon und E-Mail. Die Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktförderung, die Betreuung der Kunden im Zusammenhang mit der Eingliederung in den Arbeitsmarkt und auch die soziale Betreuung haben die Kommunalen Jobcenter teilweise unter verstärkter Zuhilfenahme digitaler Medien und Formaten wie Videokonferenzen aufrechterhalten. Nach dem Lock-Down galt es, Qualifizierungen und Maßnahmenangebote gemäß den Gesundheitsschutz-Richtlinien schrittweise wieder zu reaktivieren. Oberste Prämisse während der Corona-Krise war, dass kein Leistungsempfänger eines Kommunalen Jobcenters verloren geht bzw. seine Ansprüche nicht geltend machen kann.

„Neue Wege als Kommunales Jobcenter des Kreises Bergstraße konnte sehr schnell auf die neuen Herausforderungen der Krise reagieren. So hatte das Jobcenter schon vor der Corona-Pandemie die digitale Plattform NWdigital für ihre Kunden eingeführt, über die beispielsweise Unterlagen digital eingereicht werden können. Zudem bietet das Jobcenter auf der Neue Wege-Internetseite aktuelle Informationen im Zusammenhang mit dem Coronavirus und SGB II an. Diese werden ständig aktualisiert“ so Stolz.

„Der Ausbau der digitalen Angebote für die Kunden bei Neue Wege schreitet gleichzeitig immer weiter voran. So gibt es nun die Möglichkeit über NWdigital auch Termine im Jobcenter vorher online anzumelden. Unter dem Motto „Wartezeit ade! – Buchen Sie online Ihren Wunschtermin“ wird die Online-Terminvergabe in den nächsten Tagen freigeschaltet. Dies bedeutet für die Zukunft eine weitere, flexible, sichere, schnelle Terminierung von überall. Die Kundinnen und Kunden von Neue Wege sparen so Zeit und können zudem die Kontakte in Corona-Zeiten so gering wie möglich halten. Selbstverständlich ist diese Funktion auch für mobile Endgeräte optimiert“ freut sich Stolz und dankt den engagierten Mitarbeitenden, die dies ermöglicht haben.

„Wir sind froh darüber, dass die Corona-Schutzmaßnahmen wieder etwas für die Kunden unseres kommunalen Jobcenters Neue Wege gelockert werden können“, so Dezernentin Diana Stolz. „Ab sofort sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach Terminabsprache wieder im persönlichen Direktkontakt für die Menschen da.“ Denn: Nach Terminvereinbarung finden wieder Beratungen an allen vier Standorten statt. Zur Terminvereinbarung und alleinigen Abgabe von Unterlagen sollten aber unbedingt die bekannten Kommunikationsmöglichkeiten weiter genutzt werden.

Die Kunden erreichen das Kommunale Jobcenter Neue Wege über den Online-Service NW Digital (https://www.neue-wege.org/nwdigital/), per Post, per Fax, per E-Mail sowie per Telefon mit Durchwahl ihrer Ansprechpartner oder der zentralen Telefonnummer ihres zuständigen Jobcenters. Die allgemeinen Kontaktdaten stehen zudem auf der Homepage www.neue-wege.org.

Die Kommunalen Jobcenter stellen in der Krise ihre hohe Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit unter Beweis. Sie reagieren schnell, innovativ und anpassungsfähig auf die veränderten Bedingungen. Mit ihren lokalen Partnern wie zum Beispiel Trägern der Arbeitsmarkförderung, Wirtschaftsförderung und sozialen Beratungsstellen finden sie schnelle Lösungen. Über allem steht das Credo der Kommunalen Job-Center in ganz Deutschland: #Stark.Sozial.VorOrt.

Mehr Fahrrad für alle

Immer mehr Menschen nutzen das Rad als Fortbewegungsmittel. Ob zur Arbeit, zur Schule oder in der Freizeit, das Fahrrad hat als Verkehrsmittel an Bedeutung gewonnen. Durch Corona hat dieser Trend nochmals einen deutlichen Schub erhalten. „Die Bergstraße ist Fahrradland“, findet Christian Engelhardt.

„Kurze Strecken zwischen den Gemeinden, im Ried und an der Bergstraße ein weitgehend flaches Terrain und zahlreiche schon bestehende Radwege, sind unsere Pluspunkte. Mit unserem Radverkehrskonzept wollen wir das bestehende Netz verbessern und erweitern“, so Engelhardt. Dass Engelhardt aufs Fahrrad setzt, hat mehrere Gründe: Entlastung des Straßenverkehrs, Nachhaltigkeitsaspekte, ein Beitrag zum Klimaschutz, das alles spielt für ihn eine Rolle. Ganz besonders sieht Engelhardt jedoch die Aspekte Fahrspaß und den Beitrag zur Gesundheit: „Schon täglich zweimal 15 Minuten Fußweg stärken unter anderem den Herz-Kreislauf.“

Auch bei der Entwicklung des Radverkehrskonzepts hat der Bergsträßer Landrat die Bürgerinnen und Bürger von Anfang an mit einbezogen. Ein breite Bürgerbeteiligung war Teil der Konzepterstellung. Und viele Bürgerinnen und Bürger haben mitgemacht. Mehr als 1.000 Bürgervorschläge sind eingegangen und mit über 500 Maßnahmenvorschlägen in das Konzept eingeflossen. Darunter sind größere bauliche Ausbauvorhaben, aber auch viele kleinere Maßnahmen, die verkehrsrechtlich ohne großen finanziellen Aufwand umsetzbar sind.

Jetzt ist das Konzept fertig und wird den Bürgerinnen und Bürgern in einer Reihe öffentlicher Veranstaltungen zusammen mit einem interessanten Begleitprogramm vorgestellt. Mit beteiligt sind das Planungsbüro RV-K aus Frankfurt, welches das Konzept erarbeitet hat, sowie als Partner der ADFC Bergstraße, das Polizeipräsidium Südhessen, Bereich Verkehrsprävention, sowie, für die Präsentationsveranstaltung in Lorsch, der Rad-Sportshop Odenwaldbike. „Ich lade alle Bürgerinnen und Bürger herzlich ein, sich das Konzept mit mir anzuschauen“, sagt Landrat Christian Engelhardt.

Folgende Veranstaltungstermine finden statt:

Freitag, 21.08.2020, um 18:00 Uhr in Lorsch, Platz am Pavillon, beim Paul-Schnitzer-Saal

Donnerstag, 03.09.2020, um 18:00 Uhr in Viernheim, Apostelplatz

Donnerstag, 11.09.2020, um 18:00 Uhr in Fürth, Rathausplatz

Mit dabei sind jeweils der ADFC Bergstraße mit einem Infostand, Kartentisch sowie einem „Schneckenrennen“. Die Polizeipräsidium Südhessen, Bereich Verkehrsprävention wird an einem Infostand zum Thema Fahrradsicherheit informieren.