Vor der Wanderung traf sich der Waldkindergarten auf dem Spielplatz. Dort hatten die Kinder die Möglichkeit etwas zu spielen und sich zu stärken. Kurz nach dem Frühstück ging es dann auch los.
Unser Wanderführer war heute Herr Mayer, der FSJ-ler. Er ist sogar am Vortag den Weg bereits abgelaufen, um allen eine tolle Wegstrecke vorstellen zu können. Alle folgten ihm. Vom Spielplatz aus ging es zunächst hoch zum Schloss, wo wir im Schlosshof etwas verweilten. Dort wurde erst einmal eine Trinkpause eingelegt. Doch sehr schnell wurde der Schlosshof besichtigt. Es wurde gerannt und geklettert. Die einen spielten an der alten Kanone, während die anderen die Schlossmauer hochkletterten.
Dabei war sehr gut zu sehen, wer es direkt hoch geschafft und andere mündliche Hilfe benötigten. Doch am Ende waren alle einmal oben gewesen und das fast ohne Hilfe eines Erwachsenen.
Manchmal reicht einfach nur seelischen Beistand und gute Worte zum Erklären. Kinder sollen auch einmal alleine etwas versuchen. Erst durch eigenständiges Ausprobieren kann ein Kind herausfinden, ob es eine Sache alleine schafft oder doch Hilfe benötigt. Wie sagte Dr. Maria Montessori:“Jedes unnötige Helfen ist ein Hindernis für die Entwicklung!“
Nach einer gewissen Zeit liefen wir weiter. Wieder hieß es „allen Herrn Mayer hinterher“. Nun liefen wir in den Wald hinein.
Es wurde der Wald auf dem Schlossberg erkundschaftet. Dabei hielten uns ein Paar Brombeerbüsche auf. Die Kinder sind typische Waldkinder – ein Kind ruft „Brombeeren“ alle anderen kommen. Die Kinder pflückten diese fast leer. Die waren so lecker, dass ein weiter gehen so schnell nicht möglich war. Die Brombeeren landeten direkt im Mund.
In diesem Zusammenhang passt das Sprichwort „Der Weg ist das Ziel“. Dabei richtet sich der Fokus auf den Prozess des Wachsens und Erlebens und nicht auf das Endergebnis. Es erinnert uns daran, im Hier und Jetzt zu leben, als das Abhetzen zum Ziel. Auf dem Weg finden Kinder Dinge, die ein Erwachsener als unwichtig erachtet. Man sollte die Welt öfters mit Kinderaugen sehen, denn dann lernt man noch mehr dazu.
So genug etwas abgeschweift. Irgendwann drängte die Zeit und wir mussten nun wirklich weiter laufen. Manche Kinder wollten den leichter Anstieg nicht mehr laufen, doch mit gutem Zureden haben wir es geschafft und sind auf einem Aussichtspunkt angekommen. Ab hier ging es nur noch bergab. Irgendwann kam uns ein Mann mit Hund entgegen, doch plötzlich war er verschwunden. Wir wunderten uns, wo dieser hingelaufen sei, bis wir eine Abkürzung entdeckt haben. Die kam zur richtigen Zeit, denn die Kinder wurden immer langsamer. Wir liefen die Abkürzung und gelangten wieder zum Schloss zurück.
Durch die Abkürzung blieb uns noch ein bisschen Zeit. So haben wir uns kurzfristig dazu entschieden in die Schlosskapelle zu gehen, um uns diese einmal von innen anzuschauen. Herr Mayers Worte haben ausgereicht, damit die Kinder sich vorbildlich in dieser Kapelle verhalten haben.
Nun ging es wieder zurück zum Spielplatz. Ein toller Wandertag ging vorbei und wir können sagen, dass wir einfach richtig tolle Kinder haben, die solche Tage besonders machen.