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Hirschhorner Stadtanzeiger
Ausgabe 50/2018
Amtliche Bekanntmachungen
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Nachrichten aus dem Landratsamt Heppenheim

Bergsträßer Schulen bis Ende 2020 am Glasfasernetz

Nach Plänen des Bundestages sollte der Bund den Ländern künftig auch Finanzmittel für den Bereich Bildung überweisen dürfen. Bisher ist Bildung ausschließlich Sache der Bundesländer. Die Bundesländer lehnten jedoch eine geplante Grundgesetzänderung ab, nach der Investitionen des Bundes im Bereich Bildung auf Landesebene möglich gewesen wären.

„Ich begrüße diese Entscheidung“, betont der Bergsträßer Landrat Christian Engelhardt. „Denn ich sehe deutliche Vorteile darin, dass die Länder weiterhin die Verantwortung in diesem Bereich innehaben.“ Dies trage unter anderem zu einem Wettbewerb zwischen den Bundesländern bei, der nicht nur den Fortschritt befeuere, sondern mitunter auch zeitliche Abläufe beschleunigen könne.

Gerade das Beispiel Hessen, das mehr Geld für Bildung ausgibt als jedes andere Bundesland, zeige, dass kurze Wege und Entscheidungsprozesse bei so einem schnelllebigen Thema von Vorteil seien. Auf Bundesebene sieht Landrat Engelhardt eher einen Investitionsstau: „Bereits 2016 wurde ein großes Programm zum Ausbau der Schul-IT angekündigt. Mit fünf Milliarden Euro sollte die Digitalisierung der Schulen vorangetrieben werden. Geschehen ist hier allerdings so gut wie nichts.“

Von der Dringlichkeit des Themas ist der Kommunalpolitiker überzeugt. Denn die Digitalisierung böte ganz entscheidende, notwendige Werkzeuge für die Zukunft des Landes und die der Schülerinnen und Schüler: „Die heutige Jugend muss bereits in der Schulzeit befähigt werden, an den künftigen Entwicklungen im Bereich Wissenschaft und Technik, aber auch in Bezug auf zahlreiche Berufszweigen international mitzuhalten. Dies gelingt nur, wenn die technische Ausstattung der Schulen zeitgemäß ist und relevantes Wissen auch über moderne Techniken vermittelt wird.“

Im Kreis Bergstraße stünden die Uhren bereits auf Innovation. Um Bergsträßer Kinder und Jugendliche für die digitale Zukunft fit zu machen, wird der Kreis Bergstraße bis ins Jahr 2021 alle Schulen an das Glasfasernetzwerk anschließen lassen. Aktuell läuft eine Untersuchung zur W-LAN Ausleuchtung, bei der die technischen Voraussetzungen für die W-LAN-Ausleuchtung an allen Schulen eruiert werden. Bis Jahresende werden etwa 20 Prozent der Schulen im Kreis Bergstraße mit einem High-Speed-Glasfaseranschluss ausgestattet sein (im Vergleich: deutschlandweit bisher zehn Prozent). Für diesen Ausbau des Glasfasernetzes ist eine Investitionssumme von rund 2,2 Millionen Euro vorgesehen. Parallel dazu wird der Kreis unter Leitung des Landrats ab dem kommenden Jahr gezielte Maßnahmen im Bereich Medienkompetenz und Medienbildung initiierten bzw. die Schulen hierbei unterstützen.

Abschließend hofft der Landrat darauf, dass der Bund über die Bundesländer die seit zwei Jahren erwarteten Mittel verteilt und damit die Landkreise in ihrer Aufgabe wie angekündigt unterstützt.

Kooperation mit der Gewaltambulanz Heidelberg ein Erfolg

Seit Sommer 2017 arbeiten das Jugendamt des Kreises Bergstrasse und die Klinisch-Forensische Ambulanz des Heidelberger Uniklinikums (Gewaltambulanz) fest zusammen. Im Mittelpunkt der gemeinsamen Arbeit steht, bei Verdacht auf Misshandlung das betroffene Kind zu schützen und eine rechtsichere Dokumentation der behandelnden Ärzte als Grundlage für weitere Entscheidungen zu erhalten. Denn manchmal können nur medizinische Experten feststellen, wie eine Verletzung tatsächlich entstanden ist.

Im letzten Jahr haben die Mitarbeiter des Jugendamtes das Angebot der Gewaltambulanz in 20 Fällen genutzt. „In einigen Fällen konnte Entwarnung gegeben werden, der Verdacht auf Misshandlung hat sich nicht bestätigt. In anderen Fällen konnte das Martyrium der Kinder aufgedeckt und beendet werden“ sagte Kai Kuhnert, Leiter des Jugendamtes im Kreis Bergstraße. Das Jugendamt lässt alle Kinder, bei denen nach Eingang einer Gefährdungsmeldung Verletzungen entdeckt werden, deren Ursache unklar sei, durch das Ärzteteam der Gewaltschutzambulanz untersuchen.

Besonders schätzen die Mitarbeiter des Jugendamtes dabei die professionelle Vorgehensweise der Ärzte in der Gewaltschutzambulanz. Dies komme nicht von ungefähr, denn für Prof. Dr. Kathrin Yen, Leiterin der Gewaltambulanz, ist ein wichtiges Prinzip der Arbeit, „dass die Untersuchungen so vonstattengehen, wie es für das Kind gut ist, unabhängig von Termindruck oder anderem Stress“. Für die Patienten sei es von enormer Bedeutung, dass sie die Kontrolle über die Situation haben und die Erfahrung machen, dass nichts gegen ihren Willen geschieht.

Nicht nur für Prof. Dr. Yen und Kai Kuhnert ist die Zusammenarbeit beider Institutionen ein Gewinn, auch Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz sieht die Kooperation überaus positiv: „Hier gelingt nachhaltig, Experten unterschiedlicher Fachrichtungen zum Wohle von Kindern zusammen zu bringen und dazu beizutragen, Kinder zu schützen und ihre Situation zu verbessern. Ohne die Befunde der Gewaltschutzambulanz hätte das Kreisjugendamt in einigen Fällen nicht so schnell handeln bzw. helfen können, wie geschehen. Dafür möchte ich allen Beteiligten auch meinen Dank aussprechen. Der Schutz und das Wohl von Kindern hat bei uns oberste Priorität.“