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MB der Verwaltungsgemeinschaft Hollfeld
Ausgabe 8/2026
Aufseß AB
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Gedenktafel am Judenfriedhof Aufseß

Informationstafeln am Judenfriedhof Aufseß. Personen v.l.n.r: Dietmar Stadter und Peter Friedmann (Text und Inhalt). Corinna Brauner (Gestaltung und Layout). Stephan Albert (Finanzierung: Vorsitzender Fränkische Schweiz Verein Ortsgruppe Aufseß) und Alexander Schrüfer (Finanzierung: Bürgermeister Gemeinde Aufseß).

„Steine die vom Leben erzählen"

Nur wenige Zeugnisse des früheren jüdischen Lebens in Aufseß sind heute noch sichtbar. Dazu gehören einzelne Spuren an Wohnhäusern sowie die Mikwe. Von der Synagoge ist nur noch der Standort bekannt. Erhalten geblieben ist der Judenfriedhof, da Gräber nicht aufgelöst werden dürfen. Er wird auch „Haus der Ewigkeit" בית עולם (Bet Olam) genannt. Die Inschriften auf den Grabsteinen erzählen vom Leben der früheren jüdischen Gemeinde.

Durch Verwitterung gehen diese Inschriften jedoch zunehmend verloren. Deshalb wurden in den vergangenen Jahren die hebräischen und deutschen Texte erfasst, dokumentiert und sind seit November 2025 im Internet veröffentlicht: siehe https://jf-franken.de/

Dietmar Stadter aus Aufseß und Peter Friedmann aus Marloffstein haben dazu unter anderem Originalunterlagen der ehemaligen jüdischen Gemeinde aus Archiven in Israel und Deutschland ausgewertet. Viele Dokumente sind jedoch verloren oder zerstört, was die Forschung erschwert.

Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege hat alle noch vorhandenen 148 Grabstellen genau vermessen und dokumentiert. Der Friedhof wurde inzwischen in die Denkmalliste aufgenommen.

Im Projekt „Jüdische Kleinfriedhöfe in Franken" werden seit 2023 mehrere Friedhöfe in Oberfranken erforscht. Dabei arbeiten Fachleute der Kultur- und Heimatpflege des Bezirks Oberfranken in Bayreuth, sowie der Professur für Judaistik der Universität Bamberg zusammen. Ziel ist es, die Inschriften zu lesen, zu übersetzen und zu sichern.

Da die Grabsteine verwittern, besteht Handlungsbedarf. Von jedem Stein werden viele Fotos gemacht und zu 3D-Bildern verarbeitet. So konnten noch 123 Inschriften gelesen werden. Bei 25 Gräbern sind die Texte bereits verloren. Einige Grabsteine sind nicht mehr vorhanden.

Der Friedhof in Aufseß war ein Pilotprojekt. Weitere Friedhöfe in der Region werden derzeit ebenfalls dokumentiert.

Am 22. November 2025 wurde der aktuelle Stand der Dokumentation vorgestellt und veröffentlicht. Im März 2026 wurden am Eingang des Friedhofs zwei Informationstafeln aufgestellt.