In vielerlei Hinsicht einen „bewegenden Abend“ inszenierten Schülerinnen und Schüler am Donnerstag, 21.05.2026 an der Hans-Maier-Realschule in Ichenhausen.
Verwunderung steht in den Gesichtern der ersten Gäste, die am Donnerstagabend die Aula der Realschule in Ichenhausen betreten. Denn die klassischen Stuhlreihen, die auf eine Bühne ausgerichtet sind, fehlen. Vielmehr inszenieren die Organisatoren Herr Madel, Frau Harder und Frau Saur einen bewegten Raum, in dem mehrere Bühnen entstehen und von den Zuschauern Bewegung erfordern. „Stühle rücken, Aufstehen, Herumgehen, im Sitzen oder im Stehen lauschen – alles ist erlaubt“, so Theater-AG-Leiter Madel in seinen Eröffnungsworten. „Wir wollten die starre Sitzordnung bewusst auflösen. Wir probieren es einfach aus – und sehen was passiert“, erklärt er.
Und was da alles passiert! In einem kurzweiligen Programm wechselt das Mikrofon von einem Ende der Aula zum anderen, das Publikum folgt und die Schülerinnen und Schüler zeigen, welche Talente in ihnen stecken. Beim szenischen Vortrag selbstgeschriebener Tagebucheinträge nimmt die Theater-AG ihre Zuschauer mit auf Robinsons Abenteuer und lässt sie nicht nur den Wellengang in eindrucksvollen Bildern miterleben. Die moderne Interpretation des „Sterntaler“-Märchens bringen die Schülerinnen in einer mitreißenden Sommer-Edition inklusive Herzchen-Sonnenbrillen auf die Bühne. „Wir haben uns jeden Dienstag getroffen und dann geprobt, geprobt, geprobt! Das hat so einen Spaß gemacht“, berichten Antonia und Helena begeistert. „Ich habe noch nie so flüssig vorgelesen“, ergänzt Antonia stolz und ihre Augen strahlen.
Geprobt, geprobt, geprobt! Das haben auch die anderen Akteure des Abends. Schulorchester und Schulchor gestalten den Abend unter der Leitung von Frau Saur mit ihren schwungvollen Darbietungen mit. Die Klaviersolisten Dominik und Yaman sorgen mit zwei musikalischen Stücken ebenso für Gänsehautmomente wie Amelie, die trotz angeschlagener Gesundheit den nachdenklichen Text „Sieben“ in bester Poetry-Slam Manier vorträgt. Vorlesewettbewerbsgewinnerin Rihana bringt das Publikum mit einem Till Eulenspiegel Text zum Lachen. Das Wahlfach Tanz und Akrobatik bereichert den Abend unter Leitung von Frau Harder mit Darbietungen verschiedener Altersgruppen zu moderner Musik. Als Zuschauer merkt man von Proben-Anstrengung kein Stück. Mit Leichtigkeit und Freude wird durch das Programm geführt. Die Zeit vergeht wie im Flug.
Am Rande der großen Bühnen geschieht währenddessen nicht weniger Beeindruckendes. Neben zahlreichen, zum Teil preisgekrönten Kunstwerken verschiedener Jahrgangsstufen stellt Luna Zeichnungen ihrer privaten Sammlung aus, die ein großes Talent offenbaren. „Ich verwende eigentlich immer verschiedene Materialien beim Zeichnen“, erklärt sie zurückhaltend.
Anhaltender Applaus und lächelnde, stolze Gesichter füllen am Ende der Veranstaltung die Aula. „Ich glaube, das können wir mal wieder machen“, meint Frau Saur bescheiden. Ja, wir bitten darum! „Don’t stop“ möchte man den Schülerinnen und Schülern und ihren Lehrkräften mit der letzten Songzeile des Schulchors zurufen. Hört nicht auf, mit dem, was ihr da tut – denn es zeigt, dass Schule so viel mehr ist, als Mathe lernen.