Von links: Bürgermeister Robert Strobel, Harald Zacher (Fa. Abenstein), Schüler, Rektor Markus Donderer und die projektverantwortliche Lehrerin Yonca Necan-Rieck
An der Mittelschule Ichenhausen ist im Rahmen eines Projekt eine „Mauer der Menschlichkeit“ entstanden. Die Klasse 8bM des letzten Schuljahres plante und errichtete das Bauwerk gemeinsam mit ihrer ehemaligen Lehrerin Yonca Necan-Rieck weitgehend eigenständig. Dabei wurde praktisches Lernen mit historischer Bildung und Wertevermittlung verbunden. Von der ersten Idee bis zur baulichen Umsetzung übernahmen die Schülerinnen und Schüler Verantwortung. Die Jugendlichen beschäftigten sich mit historischen Persönlichkeiten von Ichenhausen im Kontext der NS-Zeit sowie mit regionaler Erinnerungskultur. Ziel war es, die Folgen von Ausgrenzung und fehlender Zivilcourage zu verstehen und in einen aktuellen Wertebezug zu setzen. Auf Grundlage ihrer Recherchen entwickelten die Schülerinnen und Schüler zentrale Werte, die sie sichtbar in die Gestaltung des Erinnerungsortes einfließen ließen. Ergänzt wird das Bauwerk durch eine digitale Komponente. Auf einer Seite sind die von der Klasse erarbeiteten Werte dargestellt, auf der gegenüberliegenden Seite Persönlichkeiten aus Geschichte und Gegenwart, die für Menschlichkeit und Zivilcourage stehen. Zu diesen Personen produzierten die Jugendlichen Erklärvideos, die künftig über QR-Codes abrufbar sein werden. Die Mauer dient von nun an als Lern- und Gedenkort und soll daran erinnern, dass Menschlichkeit keine Selbstverständlichkeit ist, sondern eine dauerhafte gesellschaftliche Aufgabe. Ein besonderer Dank gilt dem ehrenamtlichen Helfer Lothar Schwer und den beteiligten Ichenhausener Firmen Abenstein Bau, Maler Schuler und Baggerbetrieb Prünstner, welche nicht nur Material, Werkzeuge und Maschinen kostenlos zur Verfügung stellten, sondern die Schüler teilweise auch anleiteten.