Der Vortrag zu gesunder Ernährung in der Wilhelm-Hegler-Halle traf auf großes Interesse.
Mit dem Zitat „Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts“ des dt. Philosophen Arthur Schopenhauer begrüßte Nico Rogge, Erster Bürgermeister der Gemeinde Oerlenbach, ca. 140 Zuhörer zum Vortrag in der Wilhelm-Hegler Halle.
Geladen hatte die ILE Oberes Werntal, der Zusammenschluss aus zehn Gemeinden, zu der auch die Gemeinde Oerlenbach zählt. Unterstützung fand die Veranstaltung bei der GesundheitsregionplusStadt und Landkreis Schweinfurt sowie der GesundheitsregionplusLandkreis Bad Kissingen.
Anlass gab der AOK-Gesundheitsbericht 2025, der einen deutlichen Anstieg an Adiposität (Fettleibigkeit), Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Demenz anzeigt, bereits in jungen Jahren. Daher die Idee zum Vortrag, so Nico Rogge.
Schwungvoll startete Referentin Sheila Strahl-Walters mit einem Quiz. Dabei schaffte sie es gekonnt das Publikum miteinzubeziehen und sich mit Body-Maß-Index und Co an den Wissensstand der Zuhörer heranzutasten. Anschließend ging sie interaktiv auf bestehende Mythen ein – bekannte Sätze wie „abends essen macht dick“ und „Fette sind nicht gut“ etc. wurden hinterfragt und richtiggestellt. Grundsätzlich ist „alles“ erlaubt, Qualität und Menge entscheiden, ob der Körper Energie bekommt oder schlapp und müde ist. Daher gilt es, auf hochwertige Fette zu achten, die z.B. in Leinöl, Fisch und Nüssen enthalten sind. Zu vermeiden sind dagegen Stress und Schlafmangel. Sie beeinflussen das Hungergefühl negativ und der Körper „vergisst“ zu essen.
Strahl-Walters riet zu drei Mahlzeiten täglich – Frühstück, Mittagessen und Abendessen – dazwischen gesunde Zwischenmahlzeiten wie Früchte oder Joghurt. Fehlt die Zeit, sollte die Zwischenmahlzeit als Nachtisch hinter der Hauptspeise gegessen werden.
Eine Kohlenhydrat-Falle ist das „Dessert im Glas“. Bekannt sind Cola, Eistee und Co., weniger bekannt aromatisierte Wasser und fertige Saftschorlen oder Kaffeegetränke. Übertrieben auch Elektrolytgetränke, die nur für sportliche Höchstleistungen zu empfehlen sind.
Die Referentin betonte den hohen Wert von frischen, unverarbeiteten Produkten sowie Bio-Lebensmitteln. Sie nannte regionale Bezugsquellen. Auch ging sie auf den Nutri-Score ein, der beim Einkauf nur wenig hilfreich ist, außer zum Vergleich zwischen ähnlichen Produkten.
Auch Fleischalternativen wie Hülsenfrüchte gehören regelmäßig in den Einkaufskorb und lassen gesunde Mahlzeiten lecker werden, beispielsweise Burger mit Linsenpatties oder für die fortgeschrittene Küche ein Eintopf oder Braten aus vegetarischen Zutaten.
Generell sind Planung und Lebensmittelmanagement das A und O, um Verschwendung vorzubeugen. Aus Resten lassen sich leckere Suppen und Aufläufe zaubern.
Wichtig sei es, eine Umgebung zu schaffen, die gesundes Essen leicht macht - d.h. Gemüse und Obst in der Küche haben, viel selbst zuzubereiten und auch die Familienmitglieder miteinzubeziehen. Bereits Kinder sollten in die Herstellung der Mahlzeiten einbezogen werden, um sie von Beginn an an gesunde Ernährung heranzuführen. Ggf. lohnt es, bereits einen Tag vorab Gemüse zu schnippeln und die Zutaten vorzubereiten.
Strahl-Walters empfahl möglichst keine Werbung zu schauen, dafür viel mehr Bewegung in den Tag einzuplanen: 30-60 Minuten. Hierzu rieten auch die beiden Mediziner Dr. med. Ralph Brath und Dr. med. Johannes Brath, die sich im Anschluss vorstellten und darüber informierten, welche Leistungen ihre Praxis anbietet. Sie bedankten sich zudem für die gute Unterstützung von Seiten der Gemeinde Oerlenbach und des Landkreises Bad Kissingen, die dazu beiträgt, dass die Arztpraxis in Oerlenbach bestehen bleibt.