Über den Horizont blicken, das war in mehrfacher Hinsicht der Grundtenor der Kooperationsveranstaltung der Gemeindebücherei, des Grünen Gockels der Evangelischen Kirchengemeinde Euerbach und des Evangelischen Bildungswerks Schweinfurt.
Politikwissenschaftlerin Katharina Jung, Referentin von „Bildung trifft Entwicklung“, konnte kurzfristig nicht persönlich erscheinen und referierte deshalb online über die Arbeitsbedingungen im Lebensmittelsektor. Dabei betrachtete sie sowohl die Situation in Deutschland, als auch in den Ländern des Globalen Südens. Karin Obergruber, Mitglied beim Grünen Gockel und beim Büchereiteam, hatte einen breit angelegten Büchertisch zum Themenbereich vorbereitet.
Durch die technischen Voraussetzungen in der Gemeindebücherei Euerbach konnten Charles und Bright, zwei Landwirte aus Uganda, online an der Veranstaltung teilnehmen. Sie berichteten über ihre Arbeitssituation und zeigten Bilder von ihren Kaffee-, Bananen- und Zuckerrohrplantagen. Ein besonders eindrücklicher Zusammenhang entstand durch das Bild eines Erdnussfeldes in Uganda. Die beiden Landwirte rechneten vor, wie klein ihr Einkommen im Agrarbereich ist. Beide haben ein abgeschlossenes Hochschulstudium; aber Arbeitsplätze gibt es in Uganda hauptsächlich in der Landwirtschaft.
Wie können wir durch unser Handeln eine gute Lebensmittelproduktion fördern? Dazu teilte Claudia Renner ihre Erfahrungen der SoLaWi (Solidarische Landwirtschaft Schweinfurt e.V.) mit und erklärte die Organisationsstruktur dieses Vereins, der Sortenvielfalt und Nachhaltigkeit über Gemeinschaftsfelder und Ernteanteile fördert. Till Brader, einer der hauptamtlichen Gärtner der SoLaWi, stellte zum Thema ein Samensortiment vor.
Anschließend konnten die Teilnehmenden im Evangelische Gemeindehaus ein schmackhaftes Menü kochen, bei dem sie auch Erdnussbutter aus dem Weltladen verwendeten. Sie erkannten: Es ist ein Schritt in eine gute Richtung, beim Einkauf auf faire Arbeitsbedingungen der Produzenten zu achten. Die weiteren Zutaten wurden zum großen Teil über den Hofladen des Schlossguts Obbach erworben. Von dort wurden die Herkunftsorte aller Waren genau aufgelistet, so dass die Teilnehmenden sehen konnten, welche Wege die Lebensmittel zurückgelegt hatten, bis sie auf dem Teller landeten.
Nach dem gemeinsamen Kochen und Essen trafen sich alle Mitwirkenden online zu einer Schlussreflexion. Renate Käser vom Umweltteam „Grüner Gockel“, die Referentin, Frau Jung und auch die beiden Landwirte aus Uganda zeigten sich beeindruckt von der weltumspannenden Kooperation dieser Veranstaltung.