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Amtliches Mitteilungsblatt der Gemeinde Küps
Ausgabe 10/2026
Aus dem Rathaus wird berichtet
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Schmetterlinge fliegen hoch

Ein Dankeschön an die Ehrengäste, von links: Andreas Böhm, Christine Böhm, Prof. Günter Dippold, Pianistin Soyeon Kim, Bürgermeister Bernd Rebhan, Bariton Daniel Ihn-Kyu Lee, Ulrike Maria Gossel, Gisela Lang M.A.

Am zweiten Tag des „I. Internationalen Adolph Kurt Böhm Festivals“ ehrte Bezirksheimatpfleger Professor Günter Dippold den Künstler mit seinem Festvortrag

Das „I. Internationalen Adolph Kurt Böhm Festivals“ wurde zum 100. Geburtstag von Adolph Kurt Böhm (27. Juli 1926 bis 3. Februar 2020) gegründet, der in Oberlangenstadt im Landkreis Kronach geboren wurde. Die Küpser Cellistin Ulrike Maria Gossel widmete sich nach seinem Tod besonders seinen Werke als oberfränkischer Komponist, Pianist, Liedbegleiter, Maler und Schriftsteller. Ihr ist es auch zu verdanken, dass sein Andenken in seine Heimat zurückgebracht wurde. Sie regte bereits 2020 an, eine Gedenktafel an seinem Geburtshaus anzubringen. Und zum 100. Geburtstag initiierte sie das dreitägige Festival, unterstützt von KRONACH Creativ e.V., Tonkünstlerverband Bayern e.V., Bezirksregierung Oberfranken und Kultur Küps e.V.

Den Auftakt bildete das Konzert im Wasserschloss Mitwitz. Im vollbesetzten Weißen Saal erklang die Musik von Adolph Kurt Böhm, dargebracht von Sopranistin Sung-Ah Kim, Cellistin Ulrike Maria Gossel und Tobias Hartlieb am Piano.

Gastgeber der erneut sehr gut besuchten Veranstaltung am zweiten Tag des Geburtstagsfestes war der Erste Bürgermeister von Küps Bernd Rebhan. Er begrüßte im Luthersaal seiner evangelischen Gemeinde, Christl Böhm und ihren Sohn Andreas aus Murnau, den Hausherrn Pfarrer Jochen Pickel, die Dekanin des Landkreises Kronach Ulrike Schorn und den Referenten Bezirksheimatpfleger Professor Günter Dippold sowie die Künstlerin Soyeon Kim am Klavier.

Die Pianistin aus Nashville/Tennessee (geboren in Korea) eröffnete diese zweite Festlichkeit mit einem leichten und lichten Flug des „Schmetterlings“ von Adolph Kurt Böhm, den alle „Mutz“ nannten, von Mai 2010, komponiert nach einem Gedicht von Heinrich Heine. Mit leichtem Anschlag und pointierter Spitzfindigkeit ließ die international bekannte Künstlerin das Tierchen die Höhe und Weite fliegen, um es am Ende doch fest an die Erde zu binden.

Der anschließende Festvortrag von Professor Günter Dippold ging auf die Lebensumstände von „Mutz“, Adolph wurde wegen seiner närrischen Liebe zu einem Kinderbuch über die Bärenfamilie Mutz lebenslang so genannt, und einer jüdischen Familie in Oberfranken und Bayern Anfang des 20. Jahrhunderts detailliert ein. Denn wie einem mit Orden ausgezeichneten Kriegsteilnehmer wie Vater Josef Böhm ging es vielen Mitbürgern ab 1933. Seine Frau Maria, die er in Murnau kennen gelernt und katholisch geheiratet hatte, rettete ihn vor dem KZ Dachau. Doch die Heimat stieß die Familie ab. Sie flohen nach Frankreich.

Die Erlebnisse des 6-jährigen Jungen bis zum jungen Mann und Künstler während der Zeit im Dorf und dann im entbehrungsreichen Exil von Paris schilderte Professor Dippold in seiner lebendigen, spannenden und einprägsamen Art. Ein begnadeter Rhetoriker, dem nach diesem Festvortrag alle Hörerinnen und Hörer zu Füßen lagen. Mit seinen vielen fein erarbeiteten Details zum Geburtstagskind und seiner Umgebung erweiterte er immens den biografischen Horizont um Mutz Böhm, einem Künstler und Humanisten, „der die Welt besser machte“, wie die Neue Presse bereits 1992 titelte. Ulrike Maria Gossel dankte dem Festredner und allen Helfern vor Ort, den Ehrengästen und Künstlern.

Mit einem kompositorisch herausfordernden Werk beendete Soyeon Kim die nachhaltige Veranstaltung, deren Auditorium Dekanin Ulrike Schorn auf fröhliche Weise ihren Segen spendete, mit einem ihrer neuen Heimat in den USA, Nashville/Tennessee, angemessenen „Charleston“ von Adolph Kurt Böhm aus dem Jahr 2012. Ein ideenreiches Werk mit Feuer und Pep, das mit seinen Rhythmuswechseln höchste Virtuosität am Piano verlangt. Den würdigen Abschluss bildete der Liederabend im Kaisersaal von Kloster Banz. Regierungspräsident Florian Luderschmid führte fachkundig durch das Programm unter dem Motto „Poesie des Herzens“. Für ihre künstlerischen Leistungen erhielten Bariton Daniel Ihn-Kyu Lee und Soyeon Kim am Klavier großen Applaus. (Bericht: Dr. Peter Müller)