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Amtliches Mitteilungsblatt der Gemeinde Küps
Ausgabe 4/2026
Aus dem Rathaus wird berichtet
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Doppeljubiläum gewürdigt – 100 Jahre „Alte Schule“ und 50 Jahre Eingemeindung von Au

So sah die Schule in Au aus, als sie vor 100 Jahren eingeweiht wurde: mit Girlanden geschmückt und herausgeputzt. Bis heute wird das Gebäude rege genutzt.

Auf sehr gute Resonanz stieß die Marktgemeinderatssitzung in der Alten Schule in Au. Dabei erinnerte Bürgermeister Bernd Rebhan an die freiwillige Eingemeindung von Au und an die bewegte Geschichte der Alten Schule, die vor 100 Jahren entstand.

Was heute bei Neubauten von öffentlichen Gebäuden unvorstellbar scheint, ist 1926 auf beeindruckende Weise gelungen. Binnen eines Jahres wurde der Bau der Alten Schule in Au vollzogen. Die Grundsteinlegung erfolgte im Februar. Bereits Ende März konnte Richtfest gefeiert werden. Im Oktober fand schließlich die Einweihung statt.

Mit dem Bau ging eine Ära zu Ende, denn 300 Jahre lang hatten die Auer Kinder zuvor die Küpser Schule besucht. Was neben dem Bau selbst ebenfalls ungewöhnlich schnell ging: Nur drei Monate vor der Grundsteinlegung, im November 1925, hatte es grünes Licht seitens der Regierung von Oberfranken gegeben. Im Bescheid hieß es: „Die Protestanten der politischen Gemeinde Au werden aus der Sprengelschule Küps ausgeschult und es wird für die Protestanten der Gemeinde Au eine eigene Schule errichtet.“

Neben konfessionellen Erwägungen ging es bei der Genehmigung aber auch um ganz praktische Fragen. So war der 1,6 Kilometer lange Schulweg nicht nur beschwerlich, sondern auch ein Risiko. Dieser befinde sich teilweise im Hochwassergebiet und sei für die Kinder von Au nicht ohne Gesundheitsgefahren, merkt die Behörde an.

Die Kinder müssten oft mit nasser Kleidung und Schuhwerk in der Schule sitzen. 25 Jungen und Mädchen waren betroffen. Der Nachwuchs wurde in Au die folgenden 40 Jahre lang unterrichtet. Weil die Zahl der Kinder im Laufe der Jahre unaufhörlich stieg, wurden ab 1965 nur noch die Jahrgangsstufen 1 bis 4 dort beschult. Die Klassen 5 bis 8 mussten in die Volksschule nach Küps. Der Schulbetrieb endete 1969.

Das Gebäude wurde schließlich dank vieler freiwilliger Stunden und Spenden um die Jahrtausendwende zu einem großen Saal umfunktioniert. Dank der Förderoffensive Nordostbayern folgte im Jahre 2019 eine Generalsanierung. Geschaffen wurde im Zuge dessen in den ehemaligen Räumen der Lehrerwohnung für eine Physiopraxis. Neben dem 100. Jahrestag der Einweihung verwies Bürgermeister Bernd Rebhan in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats noch auf ein weiteres Jubiläum: Seit 50 Jahren gehört Au zur Küps. Die Abstimmung über die Eingemeindung war am 2. November 1975 erfolgt. Damals hatten 141 von 239 Stimmberechtigten teilgenommen: 87 Bürger sprachen sich für die Eingemeindung und 53 Bürger dagegen aus. Eine Stimme war ungültig.

Was wurde alles in den 50 Jahren bewegt?

Im Zuge der Flurbereinigung, so Bürgermeister Bernd Rebhan, wurden nicht nur neue Feld- und Waldwege gebraut, sondern es erfolgte auch die Schaffung eines Ringdammes, um Au vor Hochwasser zu schützen. Dazu wurde der Zweinzenbach verlegt, auf dem bisherigen Bachlauf entstand ein Gehweg. Die großen Probleme mit der Wasserversorgung – das Wasser aus den Quellen hatte die Leitungen durch hohe Eisen- und Kalkanteile zerstört – wurden gelöst. Der Anschluss an die Küpser Wasserversorgung folgte und die Auer Anlage musste stillgelegt werden.

Weiterhin wurden unter anderem die Neubaugebiete Valentin-Fischer-Straße und Beckenkeller geschaffen, die Wasserversorgung mit dem Neubau eines Hochbehälters auf dem Schlottenberg sichergestellt und zuletzt die „Einfache Dorferneuerung“ eingeleitet. Insgesamt, so ist der Bürgermeister überzeugt, hat sich die Eingemeindung als richtig herausgestellt. „Au ist nach 50 Jahren Eingemeindung ein lebendiger Ort mit einer starken Ortsgemeinschaft.“

(Bericht: V. Schadeck)