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Zeilberg-Echo
Ausgabe 12/2020
Aus dem Rathaus
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Klärwärter geht in Ruhestand

Bei einer Analyse: Klärwärter Ludwig Roland bei seiner Arbeit in der Kläranlage Maroldsweisach.

Vor der Kläranlage in Maroldsweisach wurde Klärwärter Roland Ludwig (links) von Bürgermeister Wolfram Thein (3.von links) in den Ruhestand verabschiedet. Mit auf dem Foto (hinten von links): Bauhofleiter Gerd-Peter Schmidt, der neue Klärwärter Benjamin Krug und Bauamtsleiter Andre Grüner.

Er hat einen Ausreiseantrag im Jahr 1986 gestellt und hat, wie man im Jargon der Ostdeutschen sagt, „in den Westen rüber gemacht.“ Die Rede ist von Roland Ludwig, der seit 1992 bei der Marktgemeinde Maroldsweisach beschäftigt ist und nun in Rente geht.

Geboren ist Roland Ludwig im Jahr 1956 in Weimar, hat dort seine Kind- und Jugendzeit verbracht. „Berufe habe ich drei“, sagt Ludwig. Gelernt hat er in der ehemaligen DDR den Beruf eines Herrenmaßschneiders und nachdem er in der Bundesrepublik war als Forstwirt im Forstamt Bamberg, Revier Reckendorf, gelernt. 1986 zog er nach Todtenweisach und fand bei der Gemeinde Maroldsweisach eine Arbeit. Zunächst in seinem zweiten Beruf als Forstwirt. Seit 1995 ist er als Klärwärter beschäftigt. Zu seinem Aufgabengebiet gehören insgesamt acht Kläranlagen, sieben Teich- und eine Tropfkläranlage, wie Bürgermeister Wolfram Thein (SPD) bei seiner Verabschiedung am Donnerstag sagte. Zu betreuen hat er drei Pumpstationen und das Kanalsystem in den 16 Ortsteilen der Marktgemeinde. „Manchmal kommen in der Kläranlage auch Sachen an, die dort nichts verloren haben, vor allem Damenhygieneartikel“, sagt Roland Ludwig. In Trockenzeiten kommen in der Kläranlage täglich etwa 250 Kubikmeter Wasser an, wenn es regnet können es auch schon einmal 2000 sein. Roland Ludwig nennt das Klärschlammproblem. Konnte dieser früher auf Feldern aufgebracht werden, müsse er heute entsprechend entsorgt werden, was die Kommunen vor Probleme stelle. „Bei uns wird der Klärschlamm getrocknet und erst einmal zwischengelagert“, sagt Ludwig. Wasseranalysen nimmt er selbstständig vor, zum Beispiel hinsichtlich Phosphat und Nitratwerten. Als wichtig empfand er es, dass ein Kanalkataster erstellt wurde, bei dem alle Kanäle, damals noch unter Bürgermeister Wilhelm Schneider, befahren wurden. „Ab und zu habe ich im Bauhof ausgeholfen aber die Arbeit auf der Kläranlage hat mich eigentlich ganztätig gefordert“, sagt Roland Ludwig. Bürgermeister Wolfram Thein würdigte im Beisein von Bauamtsleiter Andre Grüner, Bauhofleiter Gerd-Peter Schmidt und dem Nachfolger von Ludwig, Benjamin Krug, die Tätigkeit des bisherigen Klärwärters als zuverlässigen Mitarbeiter der Marktgemeinde. Auch Bauamtsleiter Andre Grüner sagte, dass die Zusammenarbeit mit Roland Ludwig gut und konstruktiv war. „Ein Späßchen war meist auch immer dabei, wenn wir direkt miteinander zu tun hatten“, sagte Grüner. Mit den besten Wünschen für den Ruhestand übergab Bürgermeister Wolfram Thein an den scheidenden Klärwärter ein Präsent.

Text und Fotos: Helmut Will