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Zeilberg-Echo
Ausgabe 14/2023
Schulnachrichten
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Indianerprojekt der Grundschule Maroldsweisach

Ankunft:   Alle acht Klassen der Grundschule Maroldsweisach versammelten sich am vergangenen Donnerstag auf der Wiese hinter dem Zeilberg-Biergarten, um das Projekt „Indianer on tour“ mitzuerleben. Als Vorbereitung auf diesen „Event“ hatten sich alle Kinder mit Stirnband und Feder geschmückt.

Wettkampf : Der „Reiterwettkampf“ zwischen Mama (oder Papa) und Kind erwies sich als großer Spaß für Zuschauer und Mitwirkende.

Tänzerin: Sanserei („Morgenstern“) wusste die Zuschauer mit einem original indianischen Tanz zu begeistern.

Papa Bär : Mario Tränkler – Leiter der Veranstaltung „Indianer on tour“ (an diesem Tag Häuptling Papa Bär) – sorgte sich persönlich um das Wohl der Kinder und griff eigenhändig zum Schöpflöffel.

„Papa Bär“ gab Einblick in die indianische Kultur

Nachdem die „Indianer on tour“ bereits im benachbarten Rieth Station gemacht hatten und auch die Kindertagesstätte Maroldsweisach in diesen Tagen zu Gast war, wollte auch die Grundschule die Möglichkeit nicht ungenutzt verstreichen lassen. Also machten sich rund 160 Schüler und Schülerinnen aus den Schulorten Maroldsweisach und Pfarrweisach am vergangenen Donnerstag auf den Weg, um das „Indianerprojekt“ kennenzulernen. Möglich gemacht wurde dies alles durch den Einsatz von Diakon Albrecht Strümpfel, der zum Veranstalter Mario Tränkler gute Beziehungen hat. Letzterer ist schon jahrzehntelang mit dieser Aktion unterwegs; sein Ziel ist es nicht, eine Indianer-Show zu präsentieren, sondern den Kindern eine faszinierende Darbietung der Kultur und Tradition der Indianer erleben zu lassen. „Die lebendige Botschaft beruht auf Elementen der Naturverbundenheit und der Menschlichkeit; dazu kommen die Bedeutung von Tradition, Gefühl und Harmonie für alles Leben auf unserer Erde“, so der Veranstalter auf seiner Homepage.

Nach dem Empfang der Grundschüler auf der Wiese hinter hinter dem Zeilberg-Biergarten erklärte Tränkler – der für diesen Tag den Titel „Indianerhäuptling Papa Bär“ angenommen hatte – die Bedeutung des Tipi-Lagers und wie man die einzelnen Zelte voneinander unterscheiden kann. Zudem wies er die Kinder in die Grundlagen der indianischen Zeichensprache ein und überraschte die interessierte Zuhörerschaft, indem er Wörter nannte, die wir ganz selbstverständlich gebrauchen, deren indianische Wurzeln wir uns nicht bewusst sind, so zum Beispiel Kartoffel, Mais, Tomate oder Schokolade.

Die Kinder lauschten aufmerksam den Ausführungen von „Papa Bär“, der seine Familiengeschichte spannend zu erläutern wusste. Der Vater von Mario Tränkler war gebürtiger Komantsche und im Zweiten Weltkrieg als sog. Windflüsterer tätig, Das heißt, er war einer Sprache mächtig, die nur schwer zu entschlüsseln war und deshalb als Übermittler geheimer Nachrichten geradezu eine Idealbesetzung. Die Mutter stammte aus Hessen, und Mario Tränkler ist somit ein echter „Halbblut“-Indianer.

Im zweiten Teil lernten die Kinder einige indianische Zeremonien (z. B. das richtige Begrüßen, Sinn und Zweck der Kriegsbemalung) und Tänze kennen. Zudem erläuterte Tränkler den jungen Teilnehmern die Bedeutung wichtiger Farben sowie jener Tiere, deren gute Eigenschaften und Kräfte nach indianischem Verständnis im Menschen vereint sind.

So nach und nach entwickelte sich ein festes Programm, mit dem man am frühen Nachmittag den Gästen eine ausgefeilte Schau bieten wollte, die all das beinhaltete, was im Laufe des Vormittags gelernt und eingeübt wurde. Es war also noch wichtig, nach dem Mittagessen – es gab aufgrund der außergewöhnlich hohen Temperaturen lediglich kalte statt der am offenen Feuer angekündigten heißen Indianersuppe – noch Gesänge und Tänze einzustudieren.

Als dann zu Beginn der Nachmittagsvorstellung mit „Stammesfest“ die Wiese auch noch mit Eltern, Großeltern, Geschwistern und sonstigen Verwandten und Bekannten bevölkert war, erreichte nicht nur der Sonnenstand, sondern auch die Hitze ihren absoluten Höhepunkt. Dies hielt aber weder Kinder noch die Veranstalter davon ab, das einstudierte Programm durchzuziehen. Im Mittelpunkt stand unzweifelhaft die Tanzvorführung der Aztekin Sanserei („Morgenstern“), welche die Zuhörerschaft nachhaltig beeindruckte. Bei dem Wettkampf zwischen jeweils einem Erwachsenen und einem Schulkind „zu Pferd“ kam richtige Festzelt-Stimmung auf.

Am Ende des rund fünfstündigen „Events“, das sowohl für die Darbieter als auch für die Kinder eine beachtliche Anstrengung darstellte, bedankten sich alle gegenseitig mit einem lautstarken „Tiauwi“, dem traditionellen Dankesgruß der Indianer und hofft gleichzeitig auf ein Wiedersehen in den kommenden Jahren.