Titel Logo
Zeilberg-Echo
Ausgabe 26/2025
Aus dem Rathaus
Zurück zur vorigen Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Viel Potenzial – viele Fragezeichen. Energieprojekte im Fokus

Foto: Helmut Will Jan Streibel von der GUT Haßberge (links) stellte sich im Gremium vor und ging detailliert auf Großbatteriespeicher ein. Daneben Bürgermeister Wolfram Thein und Verwaltungsangestellter Johannes Bätz.

Von Helmut Will

Maroldsweisach - Der Energie-, Umwelt- und Nachhaltigkeitsausschuss der Marktgemeinde Maroldsweisach tagte diesmal ganz ohne Ortstermine – dafür aber umso konzentrierter im Sitzungssaal. Und es gab eine ganze Menge Stoff, den Andre Grüner, Leiter des Bauamts und Jan Streibel von der GUT Haßberge dem Gremium präsentierten.

Grüner zeigte detailliert auf, an welchen Stellen in Maroldsweisach und den Ortsteilen Photovoltaikanlagen grundsätzlich möglich wären. Die Liste war lang. Doch die Botschaft lautete: Nicht alles, was möglich ist, soll auch weiterverfolgt werden. Gemeinderat Dieter Hepp (CSU) plädierte für eine klare Priorisierung: „Den Aufwand sollten wir überschaubar halten und nur sinnvolle Flächen überschlägig bewerten.“

Nahwärmekonzept: heiß diskutiert, aber wie geht es weiter?

Emotionaler wurde es beim Thema Nahwärme. Die zentrale Frage: Lohnt sich das Projekt überhaupt? Grüner legte die Zahlen offen: 412 potenzielle Abnehmer im gesamten Gemeindegebiet, 79 Interessierte, 79 Unentschlossene, 6.486 Meter Leitungsbau, dazu hohe Kosten und mehrere technische Fragezeichen. Zu klären seien unter anderem: die Einbindung des bestehenden Netzes, welche Leitungsstränge wegen zu geringer Wärmebelegungsdichte nicht in Frage kommen, verfügbare Biogasabwärme, der Standort eines möglichen Heizhauses. Hepp beurteilte die Lage skeptisch: Zu wenig Rückmeldungen, zu wenig Resonanz – „Das macht keinen Sinn.“ Bürgermeister Wolfram Thein (SPD) dagegen möchte das Projekt noch nicht abschreiben. Man müsse die Bürger erneut ansprechen und Rückmeldung einholen, so seine Meinung: „Es müsste eine gewisse Verdichtung erreicht werden, wo es sich rentieren könnte.“ Eine erneute Abfrage im Zeilberg-Echo wurde von mehreren Seiten befürwortet – unter anderem von Dieter Hepp und Heidi Müller-Gärtner (CSU).

Großbatteriespeicher: sinnvoll, aber teuer

Jan Streibel, seit kurzem Projektleiter der GUT Haßberge stellte sich vor und widmete sich dem Thema Batteriespeicheranlagen – ein Baustein der Energiewende, wie er betonte. Großspeicher könnten Sonnenstrom speichern und so Lastspitzen abfedern. Ob und wo ein solcher Speicher in Maroldsweisach sinnvoll wäre, erklärte Streibel, hänge auch von Wirtschaftlichkeitsrechnungen und aktuellen Vergütungssätzen ab. Ein Knackpunkt: die Kosten. „Selbst die Banken wissen derzeit nicht so richtig, wie sie solche Projekte einschätzen sollen“, erklärte er. Gemeinderat Peter Hellmuth (JB) fragte nach der Akzeptanz solcher Anlagen in der Bevölkerung. Streibel reagierte mit einem Schulterzucken – das hänge stark vom Standort ab, grundsätzlich sei die Stimmung aber eher positiv. Heidi Müller-Gärtner ergänzte: Wenn die Leute was davon haben ist die Akzeptanz höher. Bürgermeister Thein bremste Erwartungen: „Wir sind derzeit noch nicht so weit, es anzupacken. Heute ging es darum, Informationen vom Fachmann zu bekommen.“ Abseits der großen Energiefragen berichtete Thein zudem über den Dippacher See: Dieser soll ausgebaggert und der Damm saniert werden. In der gemeindlichen Kläranlage wiederum arbeitet man derzeit Mängellisten ab – ein laufender Prozess, der ebenfalls Ressourcen bindet.