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Zeilberg-Echo
Ausgabe 27/2018
Aus dem Rathaus
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Bericht aus der Gemeinderatsitzung

Der Eingang zur Bistro-Gaststätte „U-Boot“. Den „Untergang“ der Gastronomie will der Marktgemeinderat in Altenstein verhindern.

Altenstein ist ein touristischer Anziehungspunkt mit Burgruine und dem Deutschen Burgenmuseum, was aber fehlt, ist eine Gastronomie im Ort. Von drei ehemaligen Gastwirtschaften blieb nur noch die Schwimmbadgaststätte „U-Boot.“ Zu wenig für Altenstein. Deshalb befasste sich der Marktgemeinderat Maroldsweisach in seiner Sitzung am Montag intensiv mit einer Machbarkeitsstudie, die von dem Architekten, Diplomingenieur Christoph Lamprecht, vom Büro Schlicht, Lamprecht & Schröder aus Schweinfurt vorgestellt wurde.

„Geredet wird darüber schon Jahre, ich bin gespannt was heute dabei rauskommt.“ Das sagte ein Bürger aus Altenstein, der als Zuhörer in die Sitzung gekommen war. Rausgekommen ist dabei nicht wirklich viel, zumindest nichts Konkretes wo man sagen könnte, dass eine klare Marschrichtung zu erkennen ist. Das liegt auch vor allem dran, dass die Mitglieder des Gemeinderates ob der vom Architekten genannten Kosten von 2,7 Millionen Euro für den Bau und Ausstattung einer Gaststätte am Schwimmbad leicht erschrocken waren. „Wir sprachen mal von 600.000 Euro weniger und wir sollten uns erst einmal überlegen welchen finanziellen Rahmen wir uns als Gemeinde setzen wollen“, sagte Gemeinderat Stefan Böhm (JCU). Gemeinderat Wilfried Wolfsberger (SPD): „Für das Geld kann man ja fast alles neu bauen.“ Bürgermeister Wolfram Thein (SPD) hatte eingangs erläutert, dass die Machbarkeitsstudie schon vor längerer Zeit in Auftrag gegeben wurde. „Wir haben keine Gastronomie in Altenstein mehr, was dort in dieser Hinsicht die Situation verschärft“, sagte das Gemeindeoberhaupt. Die Bistrogaststätte am Freibad würde den Anforderungen, die ein moderner Tourismus stellt, nicht genügen. Architekt Christoph Lamprecht zeigte auf, wie es in Altenstein im und um das Schwimmbad herum künftig aussehen könnte, was er mit einer Powerpointepräsentation untermalte. So müsse die Wegeführung überdacht werden, Parkplätze für Pkw und Busse geschaffen werden. Sogar ein Rundweg um Altenstein, bei dem das Burgenzentrum zentraler Anlaufpunkt sein könnte, wäre denkbar. „Aber ein Schwerpunkt der Studie ist die Reaktivierung der Schwimmbadgaststätte“, sagte er. Deshalb sollte die Sicht auf das Freibad und die Gaststätte aus Richtung Ortsmitte kommend verbessert werden. Zu prüfen sei auch, wie eine Gaststätte küchentechnisch den Erfordernissen angepasst werden könne, um für die Maßnahme Zuschüsse zu erhalten. Ohne solche, das war dem Gremium einig, wäre diese Maßnahme nicht zu stemmen. Nach Meinung von Lamprecht könne eine Gaststätte im bestehenden Gebäude integriert werden, allerdings sind Anbauten für verschiedene Nutzungen notwendig. „Diese könnten in Holzbauweise erfolgen“, sagte der Referent. Woran sich die Geister schieden ist der Umstand, dass die Gaststätte keinen direkten Zugang vom Schwimmbad aus haben dürfe. Wegen der Zuschüsse, war zu hören. Dagegen sprachen sich vor allem die Gemeinderäte Heidi Müller Gärtner und Stefan Böhm (JCU) und Doreen Büschel (JB) deutlich aus. Aber auch einigen anderen im Gremium war das ein Dorn im Auge. Dazu sagte der Leiter der Verwaltung, Renè Schäd, dem der Bürgermeister zustimmte: „Bestimmte Vorgaben sind einzuhalten wegen den Fördermitteln. Das Restaurant ist dabei ein ausschlaggebender Punkt, ohne Förderung können wir einpacken.“ Zur Sprache kam auch, ob sich die vom Architekten dargelegten Summen als Investition überhaupt lohnen. Gemeinderat Helmut Berwind (SPD) fragte nach Besucherzahlen im Freibad. Bürgermeister Wolfram Thein nannte diese für das Jahr 2015 mit 24.000, 2016 mit 18.000 und sagte, dass das aber kein Ansatz für die zu treffenden Entscheidungen sein könne. Da das Burgenzentrum jährlich um die 7000 auswärtige Besucher habe, sei eine Gaststätte unbedingt notwendig. Gemeinderat Gerhard Gagel (SPD) nachdenklich: „Ich habe so meine Zweifel, ob es sich für einen Gastwirt vom Umsatz überhaupt rechnet.“ In dieser Hinsicht verwies Gemeinderat Helmut Berwind auf die Schwimmbäder in Kraisdorf und Autenhausen, die wohl auch so ihre Probleme hätten. Ortssprecher Erhard Denninger (Voccawind) legte nach: „Wir dürfen nicht aus den Augen verlieren, dass wir auch noch weitere Projekte in unserer Gemeinde haben und müssen sehen, was uns wichtig ist.“ Zweiter Bürgermeister Harald Deringer (CSU) möchte erst wissen, was es an Fördermitteln gibt. „Sonst brauchen wir uns eigentlich gar nicht weiter unterhalten“, sagte er. Dazu klärte Renè Schäd auf: „Der Gedanke einer Förderung ist es, dass die Gemeinde etwas macht und dafür was bekommt, nicht umgekehrt.“ Gemeinderat Herbert Baum (SPD) ging mit Gemeinderat Dieter Hepp (CSU) konform: „In Altenstein wurde in den letzten Jahren sehr viel für touristische Angelegenheiten investiert, wir müssen da weiter machen und auch gastronomisch ein Angebot unterbreiten.“ Bürgermeister Wolfram Thein schlug vor abzuwarten was die Leistungsphasen eins bis drei kosten um dann weitere Entscheidungen zu treffen, was in einer konkreten Planung münden sollte, auch um die Zuschüsse zu bekommen. „Diese Machbarkeitsstudie die wir heute von Herrn Lamprecht hörten sollte nur aufzeigen, ob wir überhaupt was machen können, es finanziell auf die Reihe bekommen.“

Beraten wurde über einen Antrag von Gemeinderätin Romana Schrapel (FW), die Sitzungsdauer auf drei Stunden zu beschränken. „Bei längeren Sitzungen nimmt die Konzentration ab und auch im nichtöffentlichen Teil geht es um Sachen, über die man mit klarem Kopf entscheiden sollte“, sagte Schrapel. Bürgermeister Thein hatte Sitzungszeiten parat. Danach dauerte die längste Sitzung bis 23.15 Uhr, alle anderen lagen im Dreistundenbereich oder kurz darüber. „Das alles kann mit einer strengen Gesprächsführung auf die Reihe gebracht werden“, sagte Heidi Müller-Gärtner. Bei einer Abstimmung über den Antrag wurde dieser mehrheitlich abgelehnt. Man will aber nicht mehr wie drei Stunden anpeilen, sagte Thein.

Die Förderprogramme der Gemeinde wurden mit geringen Abweichungen bis zum 31.12.2021 verlängert. Renè Schäd erläuterte diese im Detail. Die Förderprogramme beziehen sich auf den Erwerb von Baugrundstücken und Immobilien und Investitionen zur Nutzung von vorhandener Bausubstanz. Informationen für Interessenten dazu gibt es bei der Gemeinde.

Ermächtigt wurde der Bürgermeister einen Antrag auf Aufnahme in ein Förderprogramm „innen statt außen“ zu stellen, welcher bis zum 16. Juli gestellt sein muss. Das bedingt, dass man im Förderjahr keine neuen Baugebiete ausweist, um zu erreichen, dass im Innenbereich Leerstände genutzt werden. Ein entsprechender Selbstbindungsbeschluss wurde gefasst. Das gemeindliche Einvernehmen erteilte das Gremium einen Bauantrag zum Neubau eines Einfamilienwohnhauses in Wasmutthausen, Schwarzäcker 7. Entsprechend nötige Befreiungen wurden vom Gemeinderat erteilt.

Zum Schluss der Sitzung war es Bürgermeister Wolfram Thein ein Anliegen sich bei allen, die zum Gelingen der 900-Jahrfeier beitrugen, zu danken.

Um Flagge gegen die geplante Stromtrasse zu setzen, beantragte Gemeinderat Helmut Berwind für den Herbst einen Sternmarsch. In diesem Zusammenhang verwies der Bürgermeister auf eine Infoveranstaltung am „nächsten Montag“ um 18 Uhr im Haus des Gastes in Hofheim.

Ortssprecherin Ruth Fleischmann aus Gresselgrund lud ein, sich einmal die Blumenwiese in Gresselgrund anzusehen. „Die ist phantastisch und bietet vielen Tieren Nahrung und Lebensraum“, sagte sie.

Text und Foto: Helmut Will