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Zeilberg-Echo
Ausgabe 6/2026
Aus dem Rathaus
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Aus dem Rathaus

Gemeinderat Maroldsweisach: Solarpark-Verfahren abgeschlossen – Investitionen in Feuerwehren und klare Regeln bei Entschädigungen geplant

Von Helmut Will

Maroldsweisach - In der zweiten Sitzung des Jahres 2026 hat der Marktgemeinderat Maroldsweisach wichtige Weichen gestellt – vom endgültig abgeschlossenen Bürgerentscheid zum Solarpark Gückelhirn bis hin zu deutlichen Investitionen in Infrastruktur und Feuerwehren.

„Das Bürgerbegehren gegen den Solarpark Gückelhirn war bereits am 3. Dezember 2025 nicht zugelassen worden. Innerhalb der Klagefrist wurde keine Klage eingereicht – der Bescheid ist damit rechtskräftig“, sagte Bürgermeister Wolfram Thein (SPD). Für die Gemeinde bedeutet das: Das Verfahren ist abgeschlossen, der Solarpark kann weiterverfolgt werden. Eine gerichtliche Kostenentscheidung steht noch aus. Im Zusammenhang mit einem Vorfall an der Solaranlage Dürrenried im Mai 2021 wurde zudem deutlich Kritik an der Betreiberfirma laut. Gemeinderäte bemängelten unklare Zuständigkeiten und lange Reaktionszeiten im Ernstfall. Bürgermeister und Gremium wollen nun ein Gespräch mit der Unternehmensleitung sowie Kreisbrandinspektion und Feuerwehrkommandanten führen, um verbindliche Abläufe und klare Entscheidungsbefugnisse festzulegen. Die Kosten des Feuerwehreinsatzes sollen der Betreiberfirma vollständig in Rechnung gestellt werden. Ein Nutzungsvertrag zwischen Hassbergverein und Feuerwehrverein für die „Alte Schule“ in Marbach wurde unterzeichnet. Die Schlüsselübergabe erfolgte am 30. Januar 2026. Damit ist die künftige Nutzung des Gebäudes vertraglich klar geregelt. Im nichtöffentlichen Teil hatte der Gemeinderat mehrere Aufträge vergeben, die nun bekanntgegeben wurden: Für die Klärschlammentsorgung der Kläranlage Birkenfeld fallen 83.538 Euro an, für die Kläranlage Marbach 74.256 Euro und für die Kläranlage Eckartshausen ebenfalls 74.256 Euro. Das summiert sich auf 232.050 Euro, die Aufträge gingen an die Firma Wedel aus Gebersdorf. Auch im Feuerwehrbereich wurde investiert teilte der Bürgermeister mit: Die Feuerwehr Altenstein erhält ein gebrauchtes Fahrzeug TSF teilte Thein mit. Kosten 57.870 Euro, davon Spenden 6.887 Euro der Feuerwehr Altenstein, sodass für die Gemeinde 50.922 Euro verbleiben. Die Feuerwehr Hafenpreppach erhält einen gebrauchten VW Crafter, Baujahr 2008 mit 84.000 Kilometer für 12.900 Euro. Das ist eine Ersparnis von etwa 30.000 Euro gegenüber einem Neufahrzeug. Zusätzlich ist gemäß Feuerwehrkonzept die Beschaffung eines Logistikfahrzeugs für die Feuerwehr Maroldsweisach vorgesehen. Besonders hervorgehoben wurde im Gremium die deutliche Kostenersparnis durch den Kauf gebrauchter Fahrzeuge.

Die Firma Holzbau Hepp hat inzwischen mit dem Aufrichten der neuen Kinderkrippe begonnen, sagte der Bürgermeister. Breiten Raum nahm die Diskussion um Aufwandsentschädigungen für Pflege- und Unterhaltsarbeiten in den Ortsteilen ein – etwa für Grünflächen, Spielplätze, Friedhöfe oder Blumenschmuck. Der Bürgermeister stellte klar: Künftig soll es eine einheitliche Regelung pro Quadratmeter gepflegter Fläche im Gemeindegebiet geben. Ziel sei eine transparente und gerechte Gleichbehandlung aller Ortsteile. Dabei wurde deutlich, wie komplex das Thema ist: Unterschiedliche Flächengrößen, verschiedene Pflegeintensitäten (z. B. Friedhof, große Rasenflächen), teilweise dokumentierte Arbeitsstunden, unterschiedliche Regelungen bei Blumenschmuck und Materialkosten. Ein Maximalbetrag für Blumenschmuck je Ortsteil ist im Gespräch. Frühere Einzelabrechnungen – etwa für Spritkosten – sollen künftig nicht mehr maßgeblich sein. Vor einer endgültigen Entscheidung sollen bis zum 13. März alle offenen Punkte geprüft, mit Vereinen und Verantwortlichen abgestimmt und vollständig zusammengetragen werden. Erst danach will der Gemeinderat im Gesamtpaket über die Höhe der Entschädigungssätze entscheiden.

Positiv hob das Gemeindeoberhaupt den dritten Faschingsumzug in Maroldsweisach hervor. Dank galt allen Organisatoren, Helfern und Feuerwehren. Die Resonanz – auch von außerhalb – sei durchweg erfreulich gewesen. Am 3. März 2026 findet zudem im Kloster in Eichelsdorf eine Vernetzungsveranstaltung für Dorfgemeinschaftshäuser statt. Der Bürgermeister wurde ermächtigt in der Gesellschafterversammlung der GUT Haßberge für die geänderte Fassung des §§ 10 der Unternehmenssatzung zu stimmen. Bestätigt wurde Reiner Goldschmidt als stellvertretender Kommandant der Feuerwehr Pfaffendorf. Das gemeindliche Einvernehmen wurde einem Bauvorhaben im Lindacher Weg 4 in Maroldsweisach erteilt. Die zweite Sitzung 2026 war weniger von Grundsatzdebatten als von konkreten Umsetzungen geprägt: Der Solarpark ist rechtlich auf sicherem Fundament, in Infrastruktur und Feuerwehr wird gezielt investiert – mit Augenmaß bei den Kosten. Gleichzeitig arbeitet der Gemeinderat an mehr Transparenz und Gleichbehandlung bei finanziellen Entschädigungen in den Ortsteilen. Spätestens in der März-Sitzung dürften hierzu richtungsweisende Beschlüsse fallen.