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Marquartsteiner und Staudach-Egerndacher Nachrichten
Ausgabe 15/2026
Gemeinde Marquartstein
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Bund Naturschutz Ortsgruppe Achental

Dr. Rupert Hochleitner (links) und Uli Penzkofer mit Steinen aus der Ache

Eine Reise durch die Erdgeschichte beginnt am Flussufer der Tiroler 

Durch familiäre Kontakte gelang es dem Vorsitzenden der Bund-Naturschutz-Ortsgruppe Achental, Uli Penzkofer, den renommierten Mineralogen Dr. Rupert Hochleitner nach Marquartstein zu holen – und der lockte zahlreiche interessierte Zuhörer in den Wessner Hof.

Hochleitner ist promovierter Mineraloge, Autor international erfolgreicher Bestimmungsbücher, die in 14 Sprachen erschienen sind. Viele Jahre leitete er als Chefredakteur die Fachzeitschrift LAPIS, seit 1993 ist er stellvertretender Direktor der Mineralogischen Staatssammlung München.

Unter dem Titel „Die Rolling Stones der Alpen“ nahm Hochleitner sein Publikum mit auf eine faszinierende Reise durch die Erdgeschichte. Bereits am Nachmittag hatte er in der Tiroler Ache Kieselsteine gesammelt. Einen davon hielt er den Gästen entgegen und stellte die scheinbar einfache Frage: „Was ist eigentlich ein Kieselstein?“

Die Antwort überraschte viele. Ein Kieselstein muss rund – in der Fachsprache „gerundet“ – und höchstens 63 Millimeter groß sein. Alles, was größer ist, gilt als Geröll. Doch die spannendere Frage lautete: Wie kommen diese Steine überhaupt hierher, obwohl sie geologisch gesehen Fremde sind?

Die Antwort führte mehr als 10.000 Jahre zurück in die Eiszeit. Gletscher transportierten die Gesteine über weite Strecken und hinterließen sie schließlich in den Flussläufen der Region. Jeder einzelne Stein, so Hochleitner, erzählt ein Stück Erdgeschichte und verbindet Vergangenheit mit Gegenwart.

 

Mit eindrucksvollen Bildern erläuterte der Wissenschaftler den Weg der Steine und erklärte anschaulich ihre Entstehung. Er stellte Magmatite, Metamorphite, Sedimentgesteine und Vulkanite vor, die er augenzwinkernd als „versteinerte Erdbeben“ bezeichnete.

Zum Abschluss gab Hochleitner seinen Zuhörern einen einfachen Rat: Beim nächsten Spaziergang einen Stein aufheben, ihn genauer betrachten – und darin die Spuren einer jahrtausendealten Geschichte entdecken. (wun)