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Amts- u Mitteilungsblatt der VG Neunburg vorm Wald u d Mitgliedsgemeinden
Ausgabe 5/2026
Dieterskirchen
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Dieterskirchen

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

 

 

 

 

zur Einweihung unserer neuen Silbermühlbrücke am 1. Mai durfte ich als Bürgermeisterin viele Gäste begrüßen.

Als Ehrengäste fanden sich Altbürgermeister Hans Graßl, Ehrenbürger Johann Köppl, die ehemaligen und neuen Mitglieder des Gemeinderates, unser VG-Leiter Jürgen Steinbauer, Bauamtsleiter Volker Schneeberger, Herr Haala vom Ingenieurbüro Posel aus Cham, die Firma Franz Wilhelm Bau aus Neunburg, sowie die Anlieger Josef Köppl aus Weislitz und Familie Scheitinger vom Sägewerk ein. Es freut mich sehr, dass viele Weislitzer ebenfalls unserer Einladung zur Brückeneinweihung gefolgt sind und einige auch die Gelegenheit zur Fahrzeugsegnung bei der Brücke genutzt haben.

Die Einweihnung zum Amtsende bzw. zum Amtsantritt wurde von mir bewusst an diesen Tag angeregt, um ein Zeichen zu setzen.

Eine Brücke verbindet.

Sie schafft Wege, bringt Menschen zusammen und überwindet Hindernisse.

Und wie wertvoll eine Brücke ist, das weiß man oft erst dann, wenn sie nicht mehr da ist.

Ein Blick zurück in der Geschichte unserer Gemeinde zeigt uns das sehr deutlich:

Vor 70 Jahren, im Juli 1956, fielen die Brücken an der Ascha einer verheerenden Sturzflut zum Opfer. Plötzlich war der direkte Weg unterbrochen, und es wurde sehr beschwerlich, z.B von Weislitz nach Dieterskirchen zu gelangen. Unser „Stricker Schorsch“ erzählt noch heute eindrucksvoll von dieser Zeit – wie er übers Wellenthal ausweichen musste, um überhaupt zu seiner Braut Hermine nach Dieterskirchen zu kommen.

Selbst das 50-jährige Feuerwehrjubiläum in Prackendorf fiel damals – fast sprichwörtlich – ins Wasser. Doch genau in dieser schwierigen Zeit zeigte sich, was unsere Gemeinschaft ausmacht: Man half zusammen, und durch den Zusammenhalt gelang es, dass das Fest - zwar mit Verspätung- aber dennoch gefeiert werden konnte.

Die direkte Straßenverbindung von Weislitz über die Silbermühle nach Dieterskirchen entstand erst nach dem Bau der alten Brücke – vor allem durch die große Bereitschaft der Familie Köppl, welche die Straßenführung über ihren eigenen Grund ermöglichte. Bis dahin führte der Weg über Pottenhof oder Prackendorf bzw. Stegen nach Dieterskirchen.

Mit dem Neubau im vergangenen Jahr wurden wir in gewisser Weise wieder in diese Zeit zurückversetzt. Umleitungen, Einschränkungen und Geduld waren gefragt. Und dabei wurde uns erneut bewusst: DIESE wertvolle Verbindung möchte heute niemand mehr missen.

Umso mehr freut es mich, dass wir gemeinsam die Fertigstellung dieser wichtigen Brücke feiern durften, die jetzt - nach den heutigen Anforderungen - für 60 Tonnen ausgelegt ist und für viele Jahre wieder wertvolle Dienste leisten wird. Die Straße im Bereich der Silbermühlkreuzung wurde - im Zuge dieser Maßnahme ebenfalls erneuert und die Einmündung etwas verbreitert. Die reinen Baukosten inkl. der erweiterten Asphaltierarbeiten betrugen 543.873,77€.

Im Mai werden wir für die Brücke noch eine Förderung in Höhe von ca. 136.500€ über das Infrastrukturpaket der Bundesregierung beantragen können, die eine große Entlastung für unseren Gemeindehaushalt bedeutet.

Mein besonderer Dank gilt allen, die zum Gelingen dieses Projekts beigetragen haben:

dem Gemeinderat, der sich einstimmig für den Neubau ausgesprochen hat,

den planenden und ausführenden Firmen,

den Verantwortlichen in der Verwaltung,

und ganz besonders den Anliegern.

Die Familien Köppl und Scheitinger haben mit großem Verständnis und Entgegenkommen – sei es durch die Bereitstellung von Flächen für das Lager der Baumaterialien und des Erdreichs, durch Fällung von Bäumen z.B. für den Kranstellplatz, den Bau eines Behelfstegs über die Ascha, die Unterstützung durch eigene Gerätschaften uvm. einen großen Beitrag geleistet. Vor allem die Duldung von Einschränkungen im laufenden Betrieb des Sägewerks war erforderlich.. Dafür ein herzliches Vergelt’s Gott.

Ebenso danke ich allen Bürgerinnen und Bürgern aus Weislitz für ihre Geduld und ihr Verständnis während der Bauzeit.

Unsere Brücken schaffen wertvolle Verbindungen – zwischen Orten, zwischen Menschen und zwischen Generationen. Um diese Verbindungen nicht nur nutzen, sondern auch zu pflegen und zu stärken wurden alle nach der Segnung nach Prackendorf und Bach eingeladen, wo sich die Feuerwehren über zahlreichen Besuch beim Maibaum aufstellen freuen durften.

Auf dem Bacher Maibaum konnte man zum Abschluss der Feierlichkeiten lesen: „Einigkeit macht stark.“

Das ist auch mein persönlicher Wunsch zur Brückeneinweihung, als auch zum Beginn der neuen Amtszeit!

Vielen Dank an Pfarrer Urban für die Segnung, sowie an alle, die diesen würdigen Abschluss bzw. symbolträchtigen Auftakt ermöglicht haben!

Ihre Bürgermeisterin
Anita Forster