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sBlättle der Gemeinde Haldenwang
Ausgabe 13/2023
Aus dem Rathaus
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10 Minuten Heimatkunde mit Altbürgermeister Anton Klotz

Deckengemälde der Gebrüder Haugg, Ottobeuren (1924). Das Bild zeigt das Dorf Haldenwang mit Umgebung, die Mutter Gottes sowie die beiden Kirchenpatrone Theodor und Alexander.

Gemälde „Christus der König“ über der Empore von Franz Weiß, Kempten (1933). Dargestellt sind damals lebende Haldenwanger (v.li.): Walburga Kink, verh. Bareth; Maria Hiemer mit Kind, verh. Waibel; Walter Schäfer als junger Bursche; Mathilde Steinhauser; Carola Schäfer als Mädchen, verh. Dirr; Anton Weber, Blumenried; Markus Müller, Haldenwang und Bürgermeister Josef Mair, Staig. Modell für Christus: Michael Rothärmel (Schuhmacher).

„Jesus in der Ruhe“, Ölgemälde von Johann Georg Hiltensperger in der Pfarrkirche Haldenwang.

Haldenwanger Gläubige huldigen „Christus dem König“

Von 1798 bis 1845 ist Leopold Zech als Seelsorger in Haldenwang tätig. Er ist der letzte vom Fürststift Kempten eingesetzte Geistliche, der bis zu dessen Auflösung als Pfarrvikar fungiert, dann rechtmäßiger Pfarrer von Haldenwang und später noch Kapitelassistent wird. Er stirbt im Alter von 94 Jahren und wird in Haldenwang begraben.

Von Pfarrer Leopold Zech stammen zahlreiche Aufzeichnungen über örtliche Begebenheiten. So schreibt er unter anderem immer wieder vom einem sehr schlechten baulichen Zustand der Pfarrkirche, von Zerstörung durch Blitz und Hagelschlag und von Reparaturkosten, die kaum zu schultern waren. Aber auch die künstlerische Ausgestaltung der Pfarrkirche war ihm stets ein Anliegen.

„Familie Christi“ von Johann Georg Hiltensperger

So berichtet Pfarrer Zech von einer umfassenden „Reparatur“ der Pfarrkirche und einer am 6. Oktober 1803 beginnenden Ausweißelung. In den Aufzeichnungen findet man genau aufgeschlüsselt die Namen der Arbeiter, die Dauer der Beschäftigung und ihre Entlohnung. Besonders interessant ist, dass der damals erst 17 Jahre alte Haldenwanger Johann Georg Hiltensperger (1806-1890) für sein an die Chordecke gemaltes Bild, die „Familie Christi“, sechs Gulden (heute etwa 11 Euro) erhält.

Wenig bekannt ist über weitere Kirchenmaler, die in unserer Pfarrkirche tätig waren. Lediglich der Name Johann Herb aus Haldenwang (1811-1888) taucht auf. Über ihn soll in einer späteren Folge berichtet werden.

Neue Deckengemälde vor 100 Jahren

Bald nach dem Ersten Weltkrieg, als sich der Wert des Geldes wieder stabilisiert hatte, gelingt es Pfarrer Friedrich Philipp (1916 - 1930) mit Hilfe einer große Opferbereitschaft der Gläubigen 1923/24 die marode Pfarrkirche erneut zu restaurieren und erstmals zu stuckieren. Die Deckengemälde im Schiff und im Chorraum schaffen die Gebrüder Haugg aus Ottobeuren. Das große Bild zeigt das Dorf Haldenwang mit seiner Umgebung, die Mutter Gottes sowie die beiden Kirchenpatrone Theodor und Alexander. In Medaillons sind die Kirchenväter Augustinus, Hieronymus, Ambrosius und Gregorius dargestellt. Im Chorraum sieht man Jesus und die Jünger von Emmaus.

Haldenwanger Gläubige über der Empore

Nach der Verlängerung unserer Pfarrkirche 1932/33 (siehe letzte Ausgabe des Gemeindeblattes) erhält Franz Weiß aus Kempten den Auftrag für die künstlerische Ausgestaltung. An der Emporebrüstung schafft er Szenen aus dem Alten Testament: Frevel des Königs Beschazzar, Mose am brennenden Dornbusch, Dulder Job und die makkabäischen Mütter.

Das Gemälde über der Empore stellt „Christus den König“ dar mit damals lebenden Haldenwanger, die sich um die Kirchenerweiterung besonders verdient gemacht haben. Um die Bildfläche auszufüllen, sind auch Frauen und Kinder verewigt worden. Und an der Westwand der Empore rechts sehen wir das einzige in unserer Gemeinde vorhandene Originalgemälde „Jesus in der Ruhe“ von unserem berühmten Haldenwanger Kunstmaler Johann Georg Hiltensperger.