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sBlättle der Gemeinde Haldenwang
Ausgabe 16/2023
Aus dem Rathaus
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10 Minuten Heimatkunde mit Altbürgermeister Anton Klotz

Kirchenmaler Johann Herb mit seiner Frau Theresia, geb. Maushardt und den zwei ältesten Töchtern Anna Maria und Barbara. Das Foto entstand um 1860.

Anwesen Hausnummer 9, unterhalb der Pfarrkirche. Hier lebte Kirchenmaler Johann Herb mit seiner Familie. 1904 wurde dieser kleine Bauernhof von einem Ehepaar Mair („Käser Mair“) erworben. Das Foto entstand um 1918 und zeigt die junge Magdalena Mair, später verheiratete Rauch. Ende der 30er Jahre wurde das Anwesen abgebrochen.

Gemälde des Kirchenmalers Johann Herb. Das Bild zeigt seine Frau Theresia.

Kohlezeichnung von einer Tochter.

Lageplan vom Haldenwanger Ortskern: Zu erkennen ist das Grundstück mit der Hausnummer 9 (Anwesen Kirchenmaler Johann Herb, später Käser Mair), Hausnummer 7 (heute Waibel) und Hausnummer 3 (früher Dirr, heute Standort Rathaus).

Johann Herb – ein Haldenwanger Maler mit Talent

In der Geschichte unserer Pfarrgemeinde gebührt Pfarrer Leopold Zech eine herausragende Rolle. Er war nicht nur sehr lange Seelsorger (1798-1845); ihm werden auch besondere Aktivitäten beim Bau sowie der Erweiterung und Sanierung unserer Pfarrkirche zugeschrieben.

Von Pfarrer Leopold Zech stammen zahlreiche Aufzeichnungen über kirchliche und örtliche Begebenheiten. Wie bereits berichtet, schreibt er immer wieder von einem sehr schlechten baulichen Zustand der Pfarrkirche, von Zerstörung durch Blitz und Hagelschlag sowie von Reparaturkosten, die kaum zu schultern waren. Auch die seitliche Erweiterung unserer Pfarrkirche nach Einbeziehung der ehemaligen Annen-Kapelle (1802) fällt in seine Amtszeit.

Die Kunst war Pfarrer Zech wichtig

Die künstlerische Ausgestaltung des Gotteshauses war Pfarrer Zech stets ein großes Anliegen. Nach einer umfassenden „Reparatur“ veranlasst er ab dem 6. Oktober 1803 eine komplette Ausweißelung. In den Aufzeichnungen findet man aber auch die Namen der Arbeiter, die in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts an der künstlerischen Ausgestaltung des Kirchenraumes mitgewirkt haben. So hat 1823 der damals erst 17 Jahre alte Johann Georg Hiltensperger (1806-1890) für sein an die Chordecke gemaltes Bild „Familie Christi“ sechs Gulden (heute etwa 11 Euro) erhalten.

Wenig bekannt ist über weitere Kirchenmaler, die damals in unserer Pfarrkirche tätig waren. Nur der Name Johann Herb aus Haldenwang (1811-1888) taucht auf.

Wer war Johann Herb?

Der Kirchenmaler Johann Herb lebte mit seiner Frau Theresia, geb. Maushardt, und den Kindern in Haus Nummer 9, unterhalb der Pfarrkirche. Später, 19o4, hat dieses kleine landwirtschaftliche Anwesen ein Ehepaar Mair gekauft und eine Käserei eingerichtet. Gekäst wurde bis 1914, und dann wahrscheinlich noch weitere Jahre nach dem Ersten Weltkrieg. Eine Tochter des Ehepaars Mair („Käser Mair“) war Magdalena Rauch aus Haldenwang. Bei den Nachbarn war sie damals als „Käser Maier´s Leni“ bekannt.

Nachfahren in unserer Gemeinde

Um 1850 erwarb der Kirchenmaler Johann Herb für seine Tochter Anna Maria das Anwesen an der Hauptstraße mit der Hausnummer 7 (heute Waibel). Anna Maria hatte ein lediges Kind, ebenfalls mit dem Namen Johann. „Das war mein Urgroßvater“, weiß Manfred Waibel aus Haldenwang. Weitere Kinder des Kirchenmalers Johann Herb waren Balthasar, Johann, Jakob, Kreszentia, Helena und Magdalena. Einer von den Buben, nämlich Johann, geb. 1853, kam später auf den Bauernhof mit der Hausnummer 3 (Schäfer/Dirr, heute Standort Rathaus). Neben den erwähnten Familien Waibel und Dirr zählen in unserer Gemeinde auch die Familien Wessel/Herb und Schmid/Herb („Schmid´s Fränze) zu den direkten Nachfahren des Kirchenmalers Johann Herb.