Mit einem rundherum gelungenen Konzertabend verwöhnte die Musikkapelle Nußdorf unter der Leitung von Angelika Dusch beim Jahreskonzert im Marstallsaal in Pertenstein.
Mit „Zwei Weggefährten“, einem Werk für zwei Tenorhörner von Stephan Hutter, begeisterten (von links) Josef Schönhuber und Christian Niederbuchner als Solisten beim Jahreskonzert der Musikkapelle Nußdorf.
Die Nachwuchsbläser - die Jugendkapelle - zeigte unter der Leitung von Andreas Niedermaier (rechts) eindrucksvoll ihr Können.
Jahreskonzert der Musikkapelle Nußdorf – Nachwuchsbläser und Hauptkapelle begeisterten
Tosenden Applaus und stehende Ovationen gab es im vollbesetzten Marstallsaal im Schloss Pertenstein für das Josefi-Konzert der Musikkapelle Nußdorf. Doch nicht nur die Hauptkapelle, auch die Nachwuchsbläser – die Jugendkapelle des Musikvereins - wurden für ihren erfrischenden und begeisternden Klang mit viel Lob bedacht. Unter der Leitung von Kapellmeisterin Angelika Dusch boten die Musikkapelle sowie die Nachwuchsbläser mit Andreas Niedermaier am Dirigentenpult ein abwechslungsreiches Repertoire und zeigten damit, dass Blasmusik weit mehr kann als Polka und Märsche.
Den Auftakt des Konzertabends machte das Jugendensemble der Musikkapelle mit einer Liebeserklärung „I love Polka" - einer Komposition von Alexander Pfluger aus der Serie „Young Stars – Blasmusik für Kids." Aus Pflugers Feder stammt auch der Sternschnuppen-Walzer, ein Stück mit eingängiger Melodie. Im Anschluss präsentierten die Nachwuchsbläser den beliebten „Maxglaner Marsch" von Tobi Reiser, ein speziell bei Jungbläsern beliebtes und häufig gespieltes Stück. Mit „Partyplanet", bekannt durch die Schweizer Band „Fäaschtbänkler" und auch als Blasmusik ein richtiger Partykracher wollte sich die Jugendkapelle verabschieden, hatte aber die Rechnung ohne das wertschätzende Publikum gemacht und so wurde mit der Zugabe „Eye of the tiger", Filmmusik aus „Rocky III" geboten.
Im zweiten Teil des Konzertabends griff Kapellmeisterin Angelika Dusch zum Taktstock und die 40 Musikanten der Musikkapelle eröffneten den Hauptteil mit dem „Coburger Marsch", einem Kavallerie-Präsentiermarsch, der Michael Haydn zugeschrieben wird und bei der Krönung von Charles III bei der Prozession zu Westminster Abbey gespielt wurde. „Nora – Licht des Nordens" so der Titel der Komposition von Thomas Asanger, mit der dieser die vielschichtigen Charakterzüge seiner Katze Nora beschreibt. Mit dem gefälligen Werk, mal ganz ruhig und nachdenklich und im anderen Moment verspielt und ungestüm, berührte die Musikkapelle die Seele all jener, für die ein Stubentiger ein geliebter Kamerad ist. Nach der „Katzenhymne" folgte die Annen-Polka von Johann Strauß, die 1852 im Wiener Prater uraufgeführt wurde und allen Frauen mit den Namen Anna, Nina oder Nanette gewidmet ist. Die Polka wurde zu einem der größten Erfolge von Johann Strauß und eines seiner meistgespielten Stücke.
Nach „The Second Waltz" oder Walzer Nr. 2 von Dmitri Schostakowitsch – einer leidenschaftlichen Melodie mit viel Emotionen – folgte als besonderer Hörgenuss „Zwei Weggefährten" von Stephan Hutter, einem Werk für zwei Tenorhörner, bei dem Christian Niederbuchner und Josef Schönhuber als Solisten ihr Können zeigten. „Marcia Gloriosa", ein Konzertmarsch in traditioneller Weise und schönem Triopart, komponiert von Michael Geisler, eröffnete als fulminanter Start den dritten Teil des Konzerts. Mit "Grenzenlos", einer Polka von Peter Leitner, machte die Kapelle ihre grenzenlose Leidenschaft und Hingabe zur Musik hörbar und verwöhnte die Zuhörer mit der Verschmelzung von traditionellen Klängen und innovativen Elementen sowie einfühlsamen Bläserweisen. Nach „Abendmond" vom Thiemo Kraas, der mit seiner Komposition die Volkslieder „Abend wird es wieder" und „Der Mond ist aufgegangen" zu einem ruhigen und friedvollen Stück verschmolz, folgte „By your side", die Pop-Ballade von Maria Sturm, die Sebastian Höglauer für Blasorchester arrangierte. Höhepunkt des Konzerts war „TV-Kultabend" ein Medley unvergesslicher Themen bekannter TV-Serien, von „Lindenstraße" und „Schwarzwaldklinik" über die Eurovisionsmelodie, „Wetten, dass...?" bis hin zu „Das aktuelle Sportstudio", „Derrick" und der Startmelodie der „Tagesschau", der ältesten deutschen Nachrichtensendung. Damit aber war das tolle Konzert noch nicht beendet, denn die Musikkapelle bedankte sich für den langanhaltenden Beifall mit Zugaben und als allerletztes Stück mit dem „Olympia Marsch", von Jaroslav Labský – einer der bekanntesten Märsche des böhmischen Kapellmeisters und Komponisten. Gäbe es eine Olympiade der Blasmusik, dann hätte die Musikkapelle Nußdorf eine Goldmedaille verdient, für einen beeindruckenden Konzertabend voller leidenschaftlicher Musikalität und Wohlklang. Gekonnt moderiert wurde das Jahreskonzert von Jeanette Stockbauer und Josef Winkler. pv.