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Nußdorfer Nachrichten
Ausgabe 8/2026
Aus dem Rathaus
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Zwei gewählte Ratsmitglieder nahmen Mandat nicht an

Nachrücker sind Doris Schneider und Andreas Schroll – Fünf neue Ratsmitglieder in Nußdorf  

Nußdorf. Zwei der wiedergewählten Mitglieder des Gemeinderates Nußdorf – Franz Feil und Gerhard Mittermaier – haben ihr Mandat nicht angenommen, wodurch sich die endgültige Zusammensetzung des neuen Ratsgremiums deutlich veränderte.

Franz Feil (CSU/Parteifreie), seit sechs Jahren Mitglied des Gemeinderates, konnte das wiedererlangte Mandat nicht annehmen. Feils Verantwortungsbereich als Sachgebietsleiter im Landratsamt umfasst seit Kurzem teilweise auch die Kommunalaufsicht. Dies aber schließt eine Tätigkeit als Mitglied des Gemeinderates in Nußdorf aus und Feil ist aufgrund rechtlicher Vorgaben gezwungen das Mandat abzulehnen. Auch Gerhard Mittermaier (WZG) nimmt die Wahl als Gemeinderatsmitglied nicht an. Er kandidierte um das Amt des 1. Bürgermeisters, doch weder er noch Max Eder (BL) konnten Amtsinhaber Toni Wimmer schlagen, der im ersten Wahlgang mit 58,0 % der Stimmen siegte. Mittermaier kandidierte zudem auf Listenplatz 1 der WZG um einen Sitz im Gemeinderat und erhielt mit 691 Stimmen die meisten aller WZG-Kandidaten. Gründe, warum Mittermaier das Mandat nicht annimmt, sind nicht bekannt. Vermutlich zieht sich Mittermaier aus Enttäuschung über das magere Wahlergebnis aus der Gemeindepolitik zurück.

Nach Sitzung des Wahlausschusses gab Gemeindewahlleiter Max Donner die endgültige Zusammensetzung des Gemeinderates bekannt. Die 1440 Wähler haben 18.867 Stimmen vergeben, davon 8729 für die Kandidaten von CSU und Parteifreie, 5539 gingen an die Bürgerliste (BL) und 4599 an WZG (Wir-Zukunft-Gemeinde). Damit sind CSU und Parteifreie mit sieben Sitzen die größte Fraktion im Gemeinderat, die Bürgerliste hat vier und WZG drei Sitze im neuen Ratsgremium.

CSU und Parteifreie sind mit Florian Schützinger, Josef Pöschl, Tine Czogalla, Peter Volk, Andrea Zeilhofer, Robert Danner und Doris Schneider im neuen Gemeinderat vertreten. Die vier Mandate der Bürgerliste haben Max Eder, Christian Ehinger, Franz Aigner und Johann Posch inne und die WZG-Ratsmitglieder sind Thomas Ober, Florian Höllthaler und Andreas Schroll. Für Franz Feil zieht Doris Schneider (CSU/Parteifreie) erstmals in den Gemeinderat ein, womit dem neuen Gemeindeparlament nicht, wie bisher nur eine Frau, sondern ab Mai drei weibliche Mitglieder angehören. Durch das Ausscheiden von Gerhard Mittermaier rückt Andreas Schroll für die WZG in den Gemeinderat nach. Schroll war bereits in den letzten sechs Jahre Mitglied des Gemeinderates.

Neu im Nußdorfer Gemeinderat sind fünf der 15 Mitglieder: Florian Schützinger (1246 Stimmen), Andrea Zeilhofer (597), Robert Danner (417) und Doris Schneider (397) – alle für CSU/Parteifreie. Für die WZG neu im Ratsgremium ist Florian Höllthaler (425).

 

 

Florian Schützinger ist mit 26 Jahren das jüngste aller Ratsmitglieder. Er erhielt nach Bürgermeister Toni Wimmer die zweitmeisten Stimmen aller Kandidaten. Schützinger ist verheiratet, Vater einer kleinen Tochter und Mechatronik-Ingenieur bei einem Traunreuter Unternehmen. Das sehr gute Ergebnis bei der Wahl ist für ihn „ein klarer Auftrag Verantwortung zu übernehmen." Er will sich mit vollem Einsatz für die Entwicklung der Gemeinde einbringen. Wichtig ist ihm nah an den Bürgern zu sein und ihre Anliegen ernst zu nehmen. Besonders am Herzen liegen ihm junge Familien und das Vereinsleben. Als Neuling im Gemeinderat wünscht er sich eine gute und sachliche Zusammenarbeit über die Fraktionsgrenzen hinweg.

 

 

„Leben und leben lassen" – das ist das Lebensmotto von Andrea Zeilhofer. Seit Geburt lebt die 49-Jährige, die gerne in die Berge geht und klettert in Nußdorf. Ein offenes und respektvolles Miteinander in der Gemeinde ist ihr besonders wichtig. Die anstehenden Projekte, wie Feuerwehrhaus und Mehrzweckhalle, will sie mit Herz und Verstand, aber auch mit dem Blick auf solide Finanzen mitgestalten. Das sie gleich bei ihrer ersten Kandidatur den Sprung in den Gemeinderat geschafft hat, macht die dreifache Mutter von mittlerweile erwachsenen Buben sehr stolz, ebenso, dass ihre Wählergruppe von CSU und Parteifreien sieben von 15 Sitzen erobert hat und zudem den 1. Bürgermeister stellt.

 

 

Robert Danner lebt seit sechs Jahren in Nußdorf, ist verheiratet und zweifacher Vater. Er setzt im Gemeinderat auf ein gutes Miteinander und ist überzeugt, dass man gemeinsam erfolgreich sein kann. Die Schaffung von Wohnraum, die Stärkung der lokalen Infrastruktur und eine nachhaltige Entwicklung nennt Danner als seine persönlichen Ziele als Gemeinderat. Auch will er sich für die Unterstützung von Familien und Vereinen sowie eine bürgernahe und transparente Politik einsetzen. Beruflich ist Danner als Vertriebsmitarbeiter für Baumaschinen und Forsttechnik tätig. In seiner Freizeit schraubt er gerne an seinen Mopeds, tourt aber auch gerne mit dem Fahrrad durch den Chiemgau.

 

 

Für Doris Schneider (59) war die Überraschung groß, als sie vom gemeindlichen Wahlleiter Max Donner die Nachricht erhielt, dass sie für Franz Feil in den Gemeinderat nachrückt. Schon 2020 hatte sie sich um einen Sitz im Gemeinderat beworben. Im zweiten Anlauf nun ist die gebürtige Bad Reichenhallerin, die seit 1993 im Ortsteil Mühlthal zuhause ist, für CSU/Parteifreie im Gemeindeparlament. Zusammen mit ihrem Mann betreibt sie ein Sägewerk und ist dort als Finanzbuchhalterin tätig. Schneider möchte sich mit viel Engagement vor allem für bezahlbaren Wohnraum, eine sinnvolle Bauleitplanung und eine gute Kinderbetreuung einsetzen. „Zuhören – anpacken – gemeinsam etwas bewegen" unter dieses Motto will die Mutter zweier erwachsener Kinder ihr Ehrenamt im Gemeinde stellen.

 

 

Florian Höllthaler lebt seit Geburt in Herbsdorf, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Der Schulhausmeister kandidierte erstmals für den Nußdorfer Gemeinderat und ist einer von drei Ratsmitgliedern der WZG. Der 37jährige nennt im Gespräch mit der Heimatzeitung die Ziele, für die er sich einsetzen will: Sicherheit für Schulkinder und Mobilität für Senioren, Ausbau der Betreuungsplätze für Kinder und die Förderung der Lebensqualität. „Zuhören, Verstehen und Handeln" nach dieser Prämisse will sich Höllthaler für ein „familienfreundliches Nußdorf" einsetzen und ergänzt „ohne dabei unnötig Steuern zu erhöhen." Seine Hobbies, für die er als Ratsmitglieder voraussichtlich etwas weniger Zeit hat, sind die Jagd, sowie Radfahren und Langlaufen. pv.