Vögel beobachten kann weit mehr als nur ein entspannender Zeitvertreib sein. Beispielsweise für ältere, pflegebedürftige Menschen in vollstationären Pflegeeinrichtungen. Viele von ihnen leiden unter einem Verlust von erlebter Lebensqualität, denn häufig fallen bei eingeschränkter Mobilität oder einer Demenzerkrankung mögliche soziale Außenkontakte und die direkte Begegnung mit der Natur weg. Genau hier setzt das Projekt des Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) an: Mithilfe von ganzjährig betriebenen Vogelfutterstationen werden Gartenvögel angelockt und damit die Natur ein Stückchen näher ans Fenster gebracht. Die Bewohner und Bewohnerinnen können von einem Aufenthaltsbereich aus dann die Vogelschar am Futterplatz beobachten. Und mehr noch: In Beschäftigungsangeboten kann mit verschiedenen, zum Teil eigens für diese Präventionsmaßnahme entwickelten Materialien, intensiv auf die Vogelbeobachtung eingegangen werden. Laut Erkenntnissen des LBV bieten sich einfache, in den Tagesablauf eingebettete, geistige und körperliche Aktivitäten an, um die Lebensqualität bis ins hohe Alter zu erhalten oder sogar zu steigern. Gartenvögel und Vogelfütterung bieten demnach vielfältige Gesprächsanlässe auch bei Menschen mit Demenz. Über alle Gesellschaftsschichten hinweg könne an frühe Erinnerungen angeknüpft werden, erklärte Martina Mitterer. Die Leiterin des Umweltgartens Wiesmühl hat die siebenteilige Futterstation am Josephihof aufgestellt und den Bewohnerinnen und Bewohnern dabei eine Menge über die Gartenvögel und die richtige Fütterung erklärt. Darüber hinaus hatte Mitterer noch verschiedenste Materialien dabei, um das Thema „Vogelbeobachtung“ in den Heimalltag zu integrieren. Beispielsweise Plüschvögel, die dem Aussehen und der Stimme nach, den heimischen Gartenvögeln entsprechen und in die Hand genommen werden können. „Der Vortrag ist sehr gut bei den Bewohnern angekommen. Sie haben viele Fragen gestellt und aktiv beim Befüllen der Futterstation geholfen,“ sagt Christa Weiss von der Sozialen Betreuung im Josephihof. Die Futterstation sei an der Westseite des Hauses aufgebaut. Da in jedem Stockwerk am Gangfenster ein Tisch und Stühle stehen, könnten die Bewohner von dort aus die Futterstation gut beobachten. Insgesamt sei das eine gute Sache, denn die Vögel hätten die neue Nahrungsquelle auch schon entdeckt und fleißig aufgesucht. ca