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Bürger Nachrichten Obing Pittenhart Kienberg
Ausgabe 22/2023
Informationen aus dem Rathaus
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Obings Ortsmitte soll Ort der Begegnung werden

Bürgerbeteiligung zur Neugestaltung der Ortsdurchfahrt mit Ortsspaziergang und Workshop

In Obing steht die Umgestaltung der Ortsmitte nach der Verlegung der Bundesstraße aus dem Ort heraus auf der Tagesordnung – und die Bürger sollen dazu ihre Vorstellungen einbringen. Dazu hatten nun in zwei zusammengehörenden Veranstaltungen unterschiedlichen Charakters alle Einwohner Obings ausführlich Gelegenheit. Zunächst machte man sich an einem Nachmittag zu einem Ortspaziergang auf den Weg hin zu jenen Punkten, an denen nach Meinung vieler am Planungsprozess Beteiligter und Interessierter Handlungsbedarf herrscht. An einem weiteren Nachmittag wurden die dabei entstandenen Vorschläge und Anregungen gesammelt, durch weitere ergänzt und den Fragen zugeordnet, die nach Meinung der Planer, der in Gemeindepolitik und -verwaltung Verantwortlichen und der Bürger gelöst werden müssen, damit aus der Umgestaltung des ehemals innerörtlichen Teils der B 304 und der umliegenden die Ortsmitte bildenden Areale eine Ortszentrum in einer neuen Qualität entsteht.

Zone im Ortszentrum mit hoher Aufenthaltsqualität

Moderiert von Susanne Dorner, Michael Heintz, Jochen Gronle und Teresa Hofmann vom Stadtplanungsbüro „Plankreis“, von der Gemeinde Obing beauftragt zur Ausarbeitung der Planung, besprachen zahlreiche Obingerinnen und Obinger in bunt gemischten Arbeitsgruppen die grundlegenden Themen, die sich aus dem Ortsspaziergang ergeben hatten und entwickelten ihre Vorschläge dazu. Bereits beim Gang durch den Ort hatte sich herauskristallisiert, dass ein wichtiges Anliegen fast aller Beteiligten die Schaffung von Plätzen im Ortszentrum mit hoher Aufenthaltsqualität ist und man dabei in erster Linie den Rathausplatz im Visier hat, der durch seine Lage zwischen Rathaus und Kirche prädestiniert dafür ist, die Funktion eines zentralen Treffpunkts in der Ortsmitte zu übernehmen, bisher aber das nur in unzureichender Weise erfüllen kann, vor allem durch die Begrenzung durch die recht autoverkehrsreiche Kienberger Straße. Daher war man sich weitgehend einig, dass die Kienberger Straße von der Einmündung in die Wasserburger Straße zumindest bis zum „Oberwirt“ in eine bis zu einem gewissen Maße verkehrsberuhigte Zone einbezogen werden muss. Nicht ganz so einig war man sich dann über die genauere Ausgestaltung dieser Zone, ob und in welchem Maße Geschwindigkeitsbegrenzungen notwendig seien, ob Asphaltierung oder Pflasterung und wenn Pflasterung, dann welche. Ein Brunnen für den Rathausplatz ist in Obing schon lange im Gespräch, dazu gab es Vorschläge, diesen ebenerdig und begehbar zu gestalten, des weiteren wurde darauf verwiesen, dass es auch die Möglichkeit gebe, einen Bach wieder zu öffnen, der früher von der alten Molkerei in der Bahnhofstraße über das Gelände des jetzigen Rathausplatzes Richtung Moosmühlbach führte.

Diskussionen über Parkplätze, Begrenzung der Begegnungszone und Fahrbahnbreiten

Besonders über die Notwendigkeit und das rechte Maß an Parkplätzen gingen die Meinungen auseinander. Denn einerseits war allen klar, dass Parkplätze für Einkaufende, Kirchgänger und Friedhofsbesucher gebraucht werden, andererseits wurden mitten auf dem Rathausplatz abgestellte Autos als Widerspruch zu dem Ziel gesehen, hier einen Treffpunkt für die Bürger zu schaffen. Andiskutiert wurde dazu die Ausweisung von Kurzzeitparkplätzen im Ortszentrum gewissermaßen als Kompromisslösung und die Notwendigkeit von Sanierung und Neugestaltung des Parkdecks, auf das außerdem durch entsprechende Beschilderung noch besser hingewiesen werden müsste.

Ein großer Diskussionspunkt war naturgemäß die Gestaltung der Wasserburger und Altenmarkter Straße, die schließlich in gewissem Maße immer noch Durchgangsstraße durch den Ort bleiben werden, wenn auch nicht mehr für so viel überörtlichen Verkehr. Weitgehend einig war man sich bei den Workshop-Teilnehmern, dass es darum gehe, weniger und langsameren Autoverkehr in diesen Straßen zu haben. In welchem Bereich allerdings dazu diese Straßenzüge in die verkehrsberuhigte „Begegnungszone“ einbezogen werden sollen, konnte in den Arbeitsgruppen nicht abschließend geklärt werden – ein konkreter Vorschlag war, die Gärtnerei Jetzinger auf der einen Seite und das Sailer-Anwesen an der Ecke Poststraße/Wasserburger Straße als Begrenzung zu nehmen.

Besonders beschäftigte die Workshop-Teilnehmer die Frage nach der Fahrbahnbreite der ehemaligen B 304 und damit auch die Frage nach der Ausgestaltung von zugehörigen Geh- und Radwegen. Hier ging die Tendenz bei den meisten zur Beschränkung der Fahrbahn auf 5,50 Meter, jedoch mit Gehwegen mit ebenerdigen oder niedrigen Randsteinen, die im Notfall von Autos überfahren werden können. Grundsätzlich wurde eine stärkere Vernetzung der Fuß- und Radwege angemahnt.

Neben der Erarbeitung von Positionen zu den anstehenden grundlegenden Veränderungen im Obinger Ortszentrum wurden in den Arbeitsgruppen auch eine Reihe von Einzelvorschlägen gemacht, beispielsweise die Verlegung der Bushaltestelle in der Ortsmitte zur Gärtnerei Jetzinger oder die Ausrüstung der Straßenbeleuchtung mit Bewegungssensoren.

Demnächst werden die Schlussfolgerungen der Planer aus der Bürgerbeteiligung im Obinger Gemeinderat vorgestellt werden und später wird eine weitere Veranstaltung zur Bürgerbeteiligung folgen.

ig