Lesen besitzt an der Grund- und Mittelschule Obing seit vielen Jahren einen herausragenden Stellenwert. Schulleiter Thomas Duxner betont immer wieder, wie entscheidend eine sichere Lesekompetenz für die persönliche Entwicklung junger Menschen ist. Wer flüssig liest, erschließt sich Wissen selbstständig, stärkt seine Ausdrucksfähigkeit, erweitert den Wortschatz, gewinnt Selbstvertrauen und findet leichter Zugang zu neuen Themenwelten. Um diese Fähigkeiten nachhaltig zu verankern, setzt die Schule seit Langem auf ein besonderes Erfolgsmodell: die Lesepaten.
Die Zahl dieser engagierten Unterstützer wächst stetig. 61 Ehrenamtliche, darunter 21 neu gewonnene Helfer im Herbst 2025, begleiten im aktuellen Schuljahr die Kinder der Grundschulen Obing und Pittenhart sowie die Partnerklasse des Wilhelm-Löhe-Zentrums. Diese beeindruckende Beteiligung zeigt, wie sehr sich Eltern, Großeltern und weitere Freiwillige mit der Schule verbunden fühlen und wie wichtig ihnen die Förderung der jungen Leserinnen und Leser ist. Damit die Einsätze reibungslos gelingen, werden die Paten von Lehrerin und Projektleiterin Astrid Pröller sorgfältig betreut und koordiniert. Die Klassenleitungen informieren sie jeweils vor Beginn der Stunde darüber, welche Texte geeignet sind und worauf bei den Kindern besonders geachtet werden soll – etwa auf Lesefluss, Betonung, Textverständnis oder Strategien zur Fehlerkorrektur. Die Einsätze finden zweimal im Schuljahr statt: zwischen Weihnachten und Fasching sowie zwischen Ostern und Pfingsten. Dann kommen alle Paten einer Klasse gleichzeitig in die Schule, nutzen freie Räume und arbeiten dort mit einem Kind, zwei Schülern oder in kleinen Gruppen. Diese ruhige, persönliche Atmosphäre ermöglicht konzentriertes Üben und schafft wertvolle Begegnungen.
Zum Abschluss der insgesamt zwölf Einsatztage lädt die Schule alle Beteiligten zu einer kleinen Dankesfeier ein. Bei Kaffee und Kuchen – liebevoll gebacken von den Klassenleitungen – entsteht ein lebendiger Austausch. Die Gäste berichten, wie sie ihre Aufgabe erlebt haben, welche Freude und Fortschritte sie bei den Kindern beobachten konnten und welche Ideen sie für die Weiterentwicklung des Projekts haben. Die Schulleitung und Frau Pröller würdigen das große Engagement mit einem Blumenpräsent sowie einer offiziellen Bestätigung über die ehrenamtliche Tätigkeit.
Thomas Duxner sprach seinen Dank jedoch nicht nur den Lesepaten aus, sondern auch bei Michaela Holzhauer. Sie ist als Lernpatin einer Schülerin mit Migrationshintergrund zu Gast und widmet sich dem Kind ganzjährig mit einer Wochenstunde am Nachmittag. Ebenso hob der Schulleiter das Kollegium hervor, das zusammen mit Hausmeister Robert Ober als eingespieltes Team das Lesepaten-Café als Abschlussveranstaltung der Leseaktion betreibt und begleitet. Eine besondere Anerkennung erhielt Astrid Pröller, die mit viel Herzblut die gesamte Leseförderung steuert. Außerordentlich geschätzt wird die „Perle“ im Büro, Karin Deser-Borowicz, die mit herausragendem organisatorischem Geschick, die Formalitäten abwickelt.
Die Lesepatenarbeit an der GMS Obing zeigt eindrucksvoll, wie gemeinschaftliches Engagement Kinder stärkt und Bildung lebendig macht. Sie ist ein Beispiel dafür, wie Schule und Elternhaus Hand in Hand wirken können, um jungen Menschen Türen in die Welt der Bücher zu öffnen.