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Ausgabe 31/2026
Schulnachrichten
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"Musik bleibt ihr Leben"

Verabschiedung von Gertrud Schwoshuber

Es war ein Abschied voller Emotionen, Herzblut und vor allem voller Töne: Im Rahmen einer feierlichen Schulversammlung am 16. Juli verabschiedete die Mittelschule Obing ihre langjährige und hochgeschätzte Lehrkraft Gertrud Schwoshuber in den Ruhestand. In der Aula, in der sich alle Schülerinnen und Schüler sowie das gesamte Kollegium versammelt hatten, stand an diesem Tag ein Lebenswerk im Mittelpunkt, das untrennbar mit der Förderung der Musik verbunden ist. Den passenden Auftakt für den Festakt gestaltete die schuleigene Bläsergruppe, die die Versammlung mit den kraftvollen Klängen der "Ode an die Freude" eröffnete - ein Symbol für das Wirken einer Pädagogin, die die Musik an der Schule nicht nur unterrichtete, sondern sie tagtäglich lebte.

Eine beeindruckende Karriere im Dienste der Musik

Gertrud Schwoshubers pädagogischer Weg führte sie über bedeutende Stationen nach Obing. Nach ihren Anfängen in Augsburg wirkte sie von 2006 bis 2008 in Traunwalchen, bevor sie schließlich in Obing ihre langjährige Wirkungsstätte fand. Als engagierte Klassenleiterin prägte sie Generationen von Schülern. Doch ihr Einfluss reichte weit über das eigene Klassenzimmer hinaus: Als Fachberaterin für Musik, durch zahlreiche Projektleitungen sowie durch Veröffentlichungen in der Lehrerfortbildung gab sie ihr Fachwissen weiter. Auch auf Landesebene hinterließ sie deutliche Spuren durch ihre wertvolle Mitarbeit und Ausarbeitungen im bayerischen Kultusministerium sowie am Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB).

Große Spuren in der Schullandschaft

In Obing stieß Schwoshuber wegweisende Projekte an. Sie etablierte den "Aktionstag Musik", rief die Bläserklasse ins Leben und führte die Schule zur begehrten Auszeichnung klasse.im.puls. Auch die Grundschule profitierte von ihrem unermüdlichen Einsatz: Mit ihrer Unterstützung erlangte diese die Auszeichnung als "Musikbegeisterte Grundschule", die mit einer feierlichen Ehrung durch die Kultusministerin gekrönt wurde. Schulleiter Duxner fand in seiner Laudatio die treffenden Worte für dieses Lebenswerk: "Die Schule und die Musik waren ihr Leben. Nun bleibt die Musik ihr Leben." Um zu verdeutlichen, was die Musik für Frau Schwoshuber im Tiefsten bedeutet, trug Herr Duxner das Gedicht "An die Musik" von Eduard Mörike vor.

Langweilig wird es Gertrud Schwoshuber so schnell sicher nicht, denn sie hat auf ihrem eigenen Gehöft das Chiemgauer Schulmuseum wachsen lassen. Dieses beherbergt neben zahlreichen historischen Exponaten aus der Schulgeschichte auch eine ganz besondere Facette ihres Wirkens: Das Museum und der Hof hat sich längst als gefragter Anlaufpunkt für musikalische Hochgenüsse und Konzerte etabliert. Mit dieser lebendigen Kulturstätte vor der eigenen Haustür hat sie auch in Zukunft noch mehr als genug zu tun.

 

 

Ein riesiger Strauß voller Dankbarkeit

Wie tief die Pädagogin in den Herzen der Schulfamilie verwurzelt ist, zeigte eine rührende Überraschung, die von der Klassenelternsprecherin Frau Hadrèvi organisiert worden war: Jede Schülerin, jeder Schüler und alle Lehrkräfte überreichten ihr einzeln eine Blume. So wuchs im Laufe der Feier ein riesiger, farbenfroher Strauß heran, den die sichtlich bewegte Lehrerin voller Dankbarkeit entgegennahm. Mit ergreifenden Worten richtete sich die scheidende Lehrkraft schließlich selbst an die Schulversammlung. Sie betonte, wie gerne sie Lehrerin in Obing war und dass ihr alle Anwesenden in bester Erinnerung bleiben werden. Zum Abschied gab sie den Kindern und Jugendlichen einen Herzenswunsch mit auf den Weg: Sie bat darum, der Musik auch in Zukunft immer gewogen zu bleiben. Es folgte ein letzter, symbolischer Akt, der diesen Vormittag perfekt abrundete: Gertrud Schwoshuber saß am Keyboard ein letztes Mal vor der Bläsergruppe und leitete das Ensemble für ein berührendes Abschlusslied. Ein Abschied, wie er passender nicht hätte sein können - leise Wehmut, begleitet von lautem, dankbarem Applaus.